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Westewitzer wird in den Ferien aufgerissen

Westewitzer wird in den Ferien aufgerissen

Fünf Meter tief und anderthalb Meter im Durchmesser misst der betonierte Zylinder, der Herzstück des Kanalbaus in Technitz ist. Der Sammelschacht gehört zu einem Pumpwerk, das die Arbeiter der Firma Schulz Bau GmbH aus Torgau errichten.

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Bagger kreisen in Technitz: In den Sommerferien beginnt der Kanalbau in der Westewitzer Straße.

Quelle: Sven Bartsch

Technitz. von dirk wurzel

Dabei drängt die Zeit. "Wir müssen die bestehenden Anschlüsse umbauen, um die Kanalarbeiten fortsetzen zu können", sagt Thomas Mösch, Bauleiter der Schulz Bau GmbH. Bisher fließt das Abwasser des Seniorenheims und weiterer Grundstücke, etwa ein Dutzend an der Zahl.

In dem metertief in die Erde eingelassenen Betonzylinder des Pumpwerkes sammelt sich das Abwasser, das durch die frei spiegelnden Leitungen zusammenläuft. Zwei Pumpen befördern es über die Druckleitung zur Kläranlage Masten. Die Pumpen hängen in den Anschlüssen an die Druckleitung. So können sie Wartungstechniker bei eventuellen Störfällen später besser reparieren oder austauschen, ohne in den Schacht hinabsteigen zu müssen.

Der Abwasserzweckverband Döbeln-Jahnatal betreibt den Kanalbau im Döbelner Ortsteil seit Anfang April. Es gilt, 27 Haushalte ans öffentliche Entsorgungsnetz anzuschließen. Der AZV lässt dazu rund 1,2 Kilometer Kanal bauen, 44 Schächte errichten und 268 Meter Druckleitung verlegen. Bis Ende des Jahres soll dies dauern und rund 800 000 Euro kosten (die DAZ berichtete).

Zurzeit arbeiten sich die Kanalbauer den Technitzer Berg hinauf. In den Schulferien soll die Westewitzer Straße drankommen, erläutert Michael Schütze von der Oewa, der die Baustelle im Auftrag des Abwasserzweckverbandes und der Döbeln-Oschatzer Wasserwirtschaft betreut. Neben dem Kanalneubau lässt der AZV alte Leitungen auch mit dem sogenannten Inliner-Verfahren sanieren. Dabei kommt ein Gewebe-Schlauch zum Einsatz, der mit einem speziellen Kunstharz getränkt ist. Die Mitarbeiter einer Spezialfirma ziehen diesen in den alten Kanal, "pusten" ihn mit Druckluft auf, so dass er sich an die Rohrwandungen anfügt und härten dieses Rohr im Rohr mit heißem Dampf. Auf der Technitzer Kanalbaustelle ist der Einsatz dieses Verfahrens für Monatsende vorgesehen. Vorteil: Die Schachtarbeiten fallen weg. Die Arbeit mit dem Inliner-Verfahren können spektakulär aussehen. Denn damit das Harz in den Gewebeschläuchen bei sommerlichen Temperaturen nicht zu früh aushärtet, braucht es Kühlung. Eisberge mitten im Sommer sind darum keine Seltenheit, wenn Spezialunternehmen alte Kanäle mit dem Inliner-Verfahren sanieren.

Umfangreiche Schachtarbeiten sind auf der Technitzer Tiefbaustelle aber trotzdem nötig. Denn der AZV will getrennte Leitungen für Abwasser und Regenwasser. Letzteres kann in die Mulde fließen, das Abwasser muss zur Behandlung in die Kläranlage. Das führt dazu, das zum Beispiel im Bereich Westewitzer Straße/ Technitzer Berg recht ordentlich aussehende Straßendecken den Schachtarbeiten zum Opfer fielen. Flickwerk mit einem Streifen neuen Asphalt zwischen der vorhandenen Straßendecke soll aber nach Abschluss der Arbeiten nicht zurückbleiben. Die Baufirma hat die Deckschicht solcher neuer Straßen abgetragen, so dass wieder die künftige Asphaltdecke die Straße im Ganzen bedeckt

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