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Döbeln Wiederverkauf für 2 Millionen geplant
Region Döbeln Wiederverkauf für 2 Millionen geplant
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17:00 06.02.2018
Vor einem Jahr vom Freistaat versteigert, wird das ehemalige Königliche Amtsgericht in Roßwein jetzt für 2 Millionen Euro wieder zum Verkauft angeboten. Quelle: Foto: Sven Bartsch
Rosswein

Dass in das ehemalige Königliche Amtsgericht Roßwein zeitnah Leben einzieht, ist eher unwahrscheinlich. Nachdem das Gebäude vor etwa einem Jahr durch den Freistaat Sachsen für 224 000 Euro versteigert worden war, steht es jetzt für knapp 2 Millionen Euro wieder zum Verkauf. „Sehr albern“, sagt Roßweins Bürgermeister Veit Lindner (parteilos) zu der veranschlagten Summe und sieht die Befürchtungen der Stadt eingetreten.

„Wir haben damals erahnt, dass jemand das Ding kauft und versucht, es nur als Kapitalanlage weiter zu veräußern.“ Dass die geschichtsträchtige Immobilie, zu der mehrere Gebäude auf einem rund 11 000 Quadratmeter großen Grundstück gehören, für 2 Millionen Euro verkauft werden kann, bezweifelt Lindner. Zumal noch kräftig in das Objekt investiert werden müsste. Die Stadt Roßwein hatte sich nicht an der Auktion beteiligt, weil sie für das Objekt keinen Plan und kein Geld hatte. „Ich hätte mit gewünscht, dass da wieder eine Lern- und Bildungseinrichtung reinzieht, wie sie uns durch den vom Freistaat organisierten Abzug der Studenten abhanden gekommen ist“, lässt Lindner Frust durchblicken. Zuletzt war der Gebäudekomplex als Flüchtlingsunterkunft genutzt worden, bis dahin war er Außenstelle der Hochschule Mittweida und beherbergte unter anderem die Fakultät Soziale Arbeit bis zu deren Wegzug.

Derzeitiger Besitzer des Objektes ist Anna Kurz, Geschäftsführerin des Immobilien-Unternehmens Finest Property in Offenbach am Main (Hessen), das sich nach eigenen Angaben auf den Verkauf exklusiver Immobilien spezialisiert hat. Auf der Homepage des Unternehmens taucht das Roßweiner Objekt nicht auf, dafür auf dem Internetportal Immobilienscout.24. Dort ist es als „repräsentatives, denkmalgeschütztes Gebäudeensemble nur ca. 35 km von Dresden entfernt“, beschrieben, geworben wird mit einer möglichen Nutzung als Mehrfamilienhausanlage, Hotel, Gewerberäume oder Privatklinik.

Im Gegensatz zum ehemaligen Hauptgebäude der Hochschule hatte die Stadt Roßwein die beiden sechsstöckigen Studentenwohnheime bereits 2008 erworben. „Wir wollten verhindern, dass sie verwildern und irgendwelchen Investoren in die Hände fallen, die sich per Katalog melden.“ Gelungen ist es, sie so lange zu erhalten, wie es Studenten in Roßwein gab. Mitte letzten Jahres waren die Objekte abgeschrieben und sind dann an die Color-Dream-GmbH aus Chemnitz verkauft worden, die mit einem konkreten Vorhaben kamen. Sowohl barrierefreies Wohnen (Mulde seitig) als auch ein Pflegeheim (straßenseitig) sollen in den beiden Gebäuden Einzug halten. Beim Seniorenbeirat darauf angesprochen, wie und wann es denn nun konkret weitergehe, konnte Veit Lindner berichten, dass es bis spätestens Jahresende ein Konzept dazu geben und ein Bauantrag gestellt sein soll. Das bestätigt Architekt Wolfgang Stürmer, der als verantwortlicher Planer vom Eigentümer eingesetzt ist. Derzeit laufen die Verhandlungen mit drei Pflegeheim-Betreibern.

Von Manuela Engelmann

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