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Döbeln Wieviel Nitrat steckt im Brunnenwasser der Region Döbeln?
Region Döbeln Wieviel Nitrat steckt im Brunnenwasser der Region Döbeln?
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00:21 11.06.2018
Harald Gülzow vom VSR Gewässerschutz macht am Montag mit dem Labormobil auf dem Döbelner Obermarkt Station und untersucht Proben, die Brunnenbesitzer vorbeibringen.
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Döbeln

Sommer, Sonne, Badespaß und durstige Pflanzen. Wenn die Temperaturen steigen, nimmt auch der Wasserbedarf zum Befüllen der Planschbecken zu. Aber auch das selbst angebaute Gemüse, die Blumen und der Rasen benötigen regelmäßig Wasser. „Das Wasser aus dem eigenen Brunnen stellt eine gute Alternative zum kostbaren Leitungswasser dar“, sagt Susanne Bareiß-Gülzow, Vorsitzende im VSR-Gewässerschutz. Am Montag kommt sie mit ihrem Vereinsmobil auf den Döbelner Obermarkt und bietet den Bürgern der Region eine Untersuchung ihres Brunnenwassers an. Die Abkürzung VSR stammt aus den Anfängen des gemeinnützigen Vereins und steht für „Verein zum Schutze des Rheins und seiner Nebenflüsse“. „Leider verschmutzen Nitrate und Pestizide das Grundwasser unserer landwirtschaftlich intensiv genutzten Region. Auch können durch verschiedene Einflüsse Krankheitserreger ins Wasser geraten“, sagt die Vereinsvorsitzende.

Ob das eigene Brunnenwasser für das Befüllen des Planschbeckens, zum Gießen, als Tränkwasser für Tiere oder sogar zum Trinken geeignet ist, kann man am am Montag erfahren. Die Umweltschützer nehmen von 9 bis 11 Uhr am Labormobil Wasserproben der Bürger entgegen. Eine Grunduntersuchung auf den Nitrat-, Säure- und Salzgehalt wird gegen eine geringe Kostenbeteiligung von zwölf Euro durchgeführt. „Diese Untersuchung findet vor Ort statt, so dass die Bürger ihre Ergebnisse schon gegen Ende der Aktion abholen können“, sagt Harald Gülzow, Experte zum Thema Brunnenwasserqualität und Mitglied des Vereins. Wer etwas umfangreichere Untersuchungen auf Parameter wie Eisen, Phosphat oder Bakterien möchte, kann diese zusätzlich in Auftrag geben. Das Ergebnis dieser aufwendigeren Analyse wird später mit einer Bewertung per Post zugesandt.

„Wir lassen die Brunnenbesitzer mit ihren Messwerten nicht allein und beraten anhand der Messergebnisse, ob das Wasser zum Gießen, zum Befüllen des Planschbeckens, zum Waschen oder sogar zum Trinken geeignet ist“, so der Experte. „Wieviel Nitrat im Gießwasser für meine Beete steckt ist wichtig, etwa für meine Düngeverhalten. Wenn mein Wasser bakteriologisch belastet ist, könnte es gesundheitsgefährlich werden, wenn ich etwas meinen Salat damit gieße. Auch im Planschbecken der Kinder muss nicht zwingend Trinkwasser sein, aber Krankheitserreger sollte man ausschließen können“, so Harald Gülzow. Damit die Ergebnisse auch aussagefähig sind, sollen zur Probenahme und zum Transport des Brunnenwassers Mineralwasserflaschen genutzt werden. Besonders geeignet sind dabei bis zum Rand gefüllte 0,5 Liter-Flaschen aus Kunststoff.

Die Umweltschützer möchten beim Thema Wasserqualität besonders die breite Öffentlichkeit einbeziehen. „Brunnennutzer haben das gleiche Ziel wie wir: Unbelastetes Grundwasser!“ so Susanne Bareiß-Gülzow. Die regionalen Messergebnisse werden von dem 60 Mitglieder zählenden Verein regelmäßig in Karten zusammengefasst, um Belastungsschwerpunkte deutlich zu machen. So wurde eine Nitratkarte-Deutschland 2013-2017 erstellt, die auf der Homepage der Gewässerschützer eingesehen werden kann. Sachsen ist da aber noch ein weißer Fleck.

Von Thomas Sparrer

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