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Winterdienst gesichert: Großweitzschen investiert 150 000 Euro in neuen Unimog

Altes Fahrzeug fuhr mit Überlast und defektem Getriebe Winterdienst gesichert: Großweitzschen investiert 150 000 Euro in neuen Unimog

Großweitzschen bekommt einen neuen Unimog und löst den 16 Jahre alten Vorgänger wegen eines Getriebeschadens ab. Der war schon jahrelang ein Problem, das bislang durch Reparaturen aufgeschoben wurde. Zudem stimmten Zulassungs- und tatsächliches Fahrgewicht nicht überein. Dem wird nun Abhilfe geschaffen.

Der neue Unimog für Großweitzschen kann wie das Modell im Bild Schnee schieben, Salz streuen, Gras mähen, Straßen reinigen und Gräben nachheben.

Quelle: Olaf Becher (Archiv)

Grossweitzschen. Der Gemeinderat Großweitzschen hat dem Kauf eines neuen Unimog für knapp 150 000 Euro zugestimmt. Das neue Fahrzeug hat mit 177 PS 47 mehr als der 16 Jahre alte Vorgänger und steht voraussichtlich ab Ende Januar zur Verfügung. Bis dahin wird ein baugleiches Modell gemietet. Die Mietkosten werden durch Inzahlungnahme des alten Fahrzeugs gedeckt. Darauf einigten sich die Räte in ihrer Sitzung am Dienstagabend.

Soweit die nackten Fakten. Doch hinter der für Großweitzschener Verhältnisse großen Investitionen, die komplett aus der Rücklage der Kommune getätigt werden muss, verbergen sich Missstände, die die Debatte am Dienstagabend zutage förderte: Ratsmitglied Sven Krawczyk, vom stellvertretenden Bürgermeister Jörg Burkert mit den Verhandlungen um das neue Fahrzeug beauftragt, äußerte sich zunächst zum Zustand des alten Unimogs. „Das Getriebe war schon seit einigen Jahren kaputt. Ab dem fünften Gang schaltete es nicht mehr. So können wir keinen Winterdienst mehr machen. Ein neues Getriebe hätte allein mindestens 10 000 Euro gekostet, ohne Arbeitsstunden. Über die Jahre haben wir schon 150 000 Euro in Reparaturkosten gesteckt und damit einen neuen Unimog schon gekauft“, erklärte er.

Der Getriebeschaden war einfach zu erklären: Der 2001 gekaufte Unimog hatte das Problem, dass der jeweilige Fahrer bei der Grasmahd stetig auf der Kupplung stehen musste, um nicht zu schnell zu werden. Das aktuell kaputte Getriebe sei daher schon das dritte im Fahrzeug gewesen. Das neue Modell habe dieses Problem durch einen automatischen Geschwindigkeitsbegrenzer in 0,5 km/h-Schritten nicht mehr.

Dazu kommt: Das alte Fahrzeug mit rund elf Tonnen möglichem Gesamtgewicht, beispielsweise bei voller Beladung mit Streusalz, hätte so gar nicht bewegt werden dürfen. Einerseits war es in den Papieren auf 7,5 Tonnen abgelastet gewesen. Andererseits waren die Fahrer dafür nicht zugelassen. „Den Führerschein für Fahrzeuge über 7,5 Tonnen hat keiner im Bauhof. Das Fahrzeug war im Winterdienst daher mit rund 50 Prozent Überladung unterwegs. Das gibt bei einer Kontrolle einen Punkt für den Fahrer und 380 Euro Strafe. Der Halter zahlt nochmal das Doppelte“, erklärte Krawczyk. Auf DAZ-Nachfrage sagte er gestern, dass die LKW-Führerscheine bei zwei Bauhof-Mitarbeitern inzwischen wieder aktiviert seien und ein weiterer den Führerschein nachholt, so dass drei Fahrer zur Verfügung stehen, die das neue Gefährt mit vollen elf Tonnen Gesamtgewicht steuern dürfen.

Erst durch den Getriebeschaden am alten Unimog seien Bürgermeister Jörg Burkert und der Gemeinderat auf diese Zustände aufmerksam geworden. Daraus ergab sich die Frage, ob eine Neuanschaffung nicht sinnvoller sei als die erneute Reparatur. Zumal der Winter vor der Tür steht. Rätin Susann Munz schlug vor, den Winterdienst an eine externe Firma auszulagern, um sich die ungeplante Anschaffung zumindest für dieses Jahr zu sparen. „Wir haben schon einen Teil unseres Gebietes an extern abgegeben. So kurzfristig ist das für den Rest aber nicht mehr möglich“, entgegnete Jörg Burkert.

Letztlich ging es nur noch darum, ob die 177 PS-Variante oder der nächststärkere Unimog mit 231 oder gar 299 PS gekauft wird. Der Preisunterschied lag bei rund 17 000 Euro. „Man könnte sagen, dass der größere Unimog stabiler ist. Vielleicht gibt es dann weniger Folgekosten, weil er eher unterfordert als überfordert wird“, meinte Ratsmitglied Dieter Horlacher. „Wir waren mit einem unserer Fahrer beim Händler vor Ort und der meinte, die 177 PS reichen aus. Der Verkäufer war auch im Bauhof und hat geprüft, dass alle Maschinen und Aufsätze dazu passen“, warb Krawczyk für die günstigere Variante. Diese wurde letztlich einstimmig befürwortet mit der Maßgabe, dass die Miete für die Übergangszeit bis zum Eintreffen des neuen Unimogs auf drei Monate bis Ende Januar begrenzt bleibt. Ist der Neue bis dahin nicht da, darf die Gemeinde das Mietfahrzeug bis zur Auslieferung kostenfrei weiternutzen.

Von Sebastian Fink

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