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Wird die Döbelner Flutmulde zum Großparkplatz?

Hochwasserschutz Wird die Döbelner Flutmulde zum Großparkplatz?

Eine gepflasterte riesige Freifläche ist hinter dem Döbelner Busbahnhof entstanden. Bis auf kleine Restarbeiten an den Geländern und der Wasserrinne sind die Bauarbeiten an der Flutrinne abgeschlossen. Die größte Zeit im Jahr wird hier nur ein Rinnsaal der Mulde fließen.

Der neue Biergarten am Olympia-Griechen (l.) ist fast fertig. Die riesige Flutmulde am Busbahnhof ist von den Baufahrzeugen schon beräumt. Können hier künftig bei Stadtfesten zeitweise Autos parken?

Quelle: Sven Bartsch

Döbeln. Eine gepflasterte riesige Freifläche ist hinter dem Döbelner Busbahnhof entstanden. Bis auf kleine Restarbeiten an den Geländern und der Wasserrinne sind die Bauarbeiten an der Flutrinne soweit abgeschlossen. Die größte Zeit im Jahr wird hier nur ein Rinnsaal der Mulde fließen. Denn nur bei Hochwasser wird das neue Schlossbergwehr den Graben fluten, um den Muldenarm zu entlasten.

Deshalb stellt sich die Frage: Könnte die gepflasterte riesige Freifläche nicht alternativ als Parkplatz bei Großveranstaltungen wie dem Heimatfest genutzt werden? Genau diese Frage haben Axel Bobbe, Leiter des Betriebes Elbaue/Mulde/Untere Weiße Elster der Landestalsperrenverwaltung (LTV) und Döbelns Oberbürgermeister Hans-Joachim Egerer (CDU) bereits besprochen.

„Als am 15. März 2016 am Schloßbergwehr die zweite Wehrklappe eingesetzt wurde, sprach der Oberbürgermeister am Rande des Termins den Betriebsleiter auf eine künftige Nutzung des verbreiterten südlichen Muldenarms als zeitweisen Parkplatz an“, bestätigt Stadtpressesprecher Thomas Mettcher. Der Idee, den ausgebauten Bereich entlang des Busbahnhofes zu besonderen Anlässe als Parkplatz zu nutzen, steht Axel Bobbe grundsätzlich aufgeschlossen gegenüber.

„Das wäre durchaus denkbar“, bestätigt der Betriebsleiter gegenüber der DAZ. Über die Details müsse aber noch gesprochen werden. Bobbe meint damit, eine klare Vereinbarung über Verantwortlichkeiten, kurze Vorwarnzeiten im Hochwasserfall und eine entsprechend schnelle Beräumung der Flutrinne von parkenden Autos. „Für den konkreten Fall einer zeitlich begrenzten Nutzung bei vorhersehbarer Wetterlage bedarf es einer fest umrissenen Abstimmung zwischen dem städtischen Ordnungsamt, als unterer Verkehrsbehörde, und der LTV“, sagt Stadtpressesprecher Thomas Mettcher. Ob all diese Modalitäten noch bis zum großen Döbelner Heimatfest vom 17. bis 19. Juni zu klären sind, ist derzeit noch offen.

Am Flutgraben hinter dem Busbahnhof wird die Baustelle bereits beräumt. Am griechischen Restaurant „Olympia“, das im Zuge der Arbeiten seinen alten Biergarten verlor, wird an einem neuen Freisitz gebaut. „Den größten Teil der Kosten wird der Gastwirt über die Entschädigung abdecken können, die wir per Gutachten mit ihm ausgehandelt haben“, sagt Axel Bobbe von der Landestalsperrenverwaltung. Bis zum Beginn der Freiluftsaison soll der Biergarten fertig werden.

Die Uferstraße, die für die Bauarbeiten gesperrt wurde, könnte Ende Juni/Anfang Juli wieder befahrbar sein, kündigt der Betriebsleiter an. Bevor die LTV hier eine neue Straßendecke aufbringt, bekommt der Abwasserzweckverband die Chance, gleich noch ein paar notwendige Tiefbauarbeiten auszuführen. „Es wäre doch Quatsch, jetzt die Straße zu teeren, wenn der Abwasserverband sie später wieder aufreißen müsste“, so der LTV-Chef.

Der nächste Bauabschnitt bei der Verbreiterung des Flutgrabens startet am 2.Juni. Die europaweite Ausschreibung gewann eine Firma aus dem Erzgebirge. Die hatte bereits die Flutmauer in Sörmitz gebaut. Ein Dreivierteljahr lang werden ab Juni zwischen Kauflandsteg und Niederbrücke der Graben verbreitert, die Häuser gesichert und Mauern errichtet.

Bis Jahresende wird sich dann entscheiden, ob danach schon 2017 die Brücke Straße des Friedens abgerissen und neu gebaut wird oder ob zunächst der Flutgraben zwischen Brücke und Kauflandsteg verbreitert wird. Dann wäre der Brückenbau erst 2018 dran. „Beides zugleich geht nicht, weil sich die Baufirmen dann ins Gehege kommen“, so Axel Bobbe.

Am zweiten Teil des Schlossbergwehres beginnen in dieser Woche die Dichtigkeitsprüfungen. Dann wird die Funktion der Wehrklappe kontrolliert. „In zwei bis drei Wochen ist die Wehrklappe von Hand bedienbar“, kündigt Bobbe an. Parallel wird im neugebauten Schalthaus, gleich neben dem Wehr die Technik eingebaut. „Mitte bis Ende Juli sollte der Automatikbetrieb der gesamten Wehranlage funktionieren“, so der Betriebsleiter weiter. Im August ist die offizielle Einweihung von Sachsens größtem Klappenwehr mit Minister Thomas Schmidt geplant.

Der Parkplatz auf dem Busbahnhof wird bis auf weiteres von den Bauleuten gebraucht. Denn oberhalb des neuen Wehres wird im Juli und August noch der Fels am Schlossberg gesichert.

Von Thomas Sparrer

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