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Döbeln Wo flüssige Industrieabfälle zu Wertstoffen aufbereitet werden
Region Döbeln Wo flüssige Industrieabfälle zu Wertstoffen aufbereitet werden
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09:00 14.02.2019
Christoph Neuberg von der IHK übergab am Mittwoch die Urkunde an Prokurist Christian Gil von Kanal Türpe. Im Hintergrund arbeitet die Aufbereitungsanlage. Quelle: Sven Bartsch
Döbeln

Ein Umweltbetrieb ganz besonderer Klasse arbeitet oberhalb des neuen Gewerbegebietes Döbeln-Süd zwischen Waldheimer Straße und der Bundesstraße 169. Das ehemalige Werk der Firma Clariant (vormals Colorplast) hat nach dessen Aufgabe 2013 der in Döben bei Grimma ansässige Umweltdienstleister Kanal-Türpe erworben, um hier eine Anlage zur chemisch-physikalischen Aufbereitung von flüssigen Abfällen zu errichten.

Am Mittwoch bekamen Prokurist Christian Gil und der Technische Leiter Andreas Anger vom Sächsischen Umweltminister Thomas Schmidt per Urkunde bescheinigt, dass das Unternehmen für den Umweltschutz noch deutlich mehr tut, als es gesetzlich vorgeschrieben ist. „Umweltallianz Sachsen“ heißt das Gütesiegel, das auch die aktuelle Zertifizierung und den freiwilligen Beitrag des Unternehmens im integrierten Umweltschutz und zur Ressourcenschonung nachweist. Christoph Neuberg, stellvertretender Hauptgeschäftsführer der Industrie- und Handelskammer Chemnitz übergab gestern die vom Umweltminister unterschriebene Urkunde.

Hier werden täglich per Tankfahrzeug flüssige und zum Teil giftige Industrieabfälle angeliefert und dann umweltgerecht aufbereitet. Quelle: Sven Bartsch

„Das macht uns sehr stolz und ist auch gegenüber unseren großen Kunden wie Porsche oder BMW ein gutes Aushängeschild, denn unsere großen Industriepartner haben selbst solche Zertifikate und Selbstverpflichtungen in Sachen Umweltschutz, die über die gesetzlich vorgeschriebenen Regeln hinaus gehen“, sagt Prokurist Christian Gil.

Lange hatte Kanal Türpe nach einem geeigneten Standort für eine solche Anlage gesucht und 2013 von der Standortaufgabe von Clariant erfahren. „Hier in Döbeln passte die gute Autobahnanbindung ebenso wie die das vorhandene Kanalnetz und die vorhandene Kapazität der Kläranlage in Döbeln-Masten“, berichtet Christian Gil.

Das Verfahren nach dem Bundesimmissionsschutzgesetz für den Betrieb der Anlage war dann noch einmal sehr aufwendig. Doch seit 2015 läuft die Anlage im Probebetrieb, seit 2016 im vollen Betrieb bei der dafür gegründeten Kanal Türpe Umwelt GmbH & Co KG. Flüssige Abfälle aus Industriebetrieben in ganz Sachsen werden hier stofflich aufbereitet. Dabei werden Öle und andere Stoffe herausgetrennt. Zum einen entsteht aus den festen Reststoffen ein Presskuchen, der als Ersatzbrennstoff in einer Müllverbrennungsanlage wieder für Energie sorgt. Andere leichtflüssige Bestandteile wie Öle und Schmierstoffe werden zur Weiterverwertung transportier und wieder aufbereitet. Am Ende bleiben pro Tag zudem 50 Kubikmeter klares Wasser, die noch einmal durch eine hauseigene vollbiologische Kläranlage behandelt werden und im öffentlichen Kanalnetz zur Kläranlage Masten gelangen.

Nachhaltig ressourcenschonend und energieeffizient ist die Anlage auch in Verbindung mit der Photovoltaikanlage auf dem Dach. Die liefert 50 Prozent des benötigten Stromes für die Anlage. 70 Megawatt im Jahr speist das Unternehmen bei den Stadtwerke Döbeln ins Netz ein. Doch das Unternehmen hat weitere Pläne. Neben den Standorten Döbeln und Döben bei Grimma entsteht gerade noch ein weiterer in Leipzig. Die Standorte sollen mit eigenen Stromtankstellen ausgestattet werden, damit demnächst die Mitarbeiter mit firmeneigenen Elektro-Autos den eigenen Solarstrom für Fahrten zwischen den Standorten nutzen können.

Kanal Türpe ist ein von Sachsen gegründetes Familienunternehmen, die 1959 nach Baden-Württemberg flüchteten. Bundesweit zählt es 300 Mitarbeiter. In Sachsen sind 60 Mitarbeiter mit 50 Fahrzeugen unterwegs. Fünf Mitarbeiter arbeiten in der Döbelner Anlage.

Von Thomas Sparrer

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