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Döbeln Wohin mit dem Arbeitsamt?
Region Döbeln Wohin mit dem Arbeitsamt?
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23:33 08.01.2013

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Am Freitag ist Neujahrsempfang in Hainichen und Bürgermeister Dieter Greysinger (SPD) hat seine Rede schon so gut wie fertig. Hatte, muss es richtig heißen. Denn der Rathauschef muss jetzt die Passagen abmildern, in denen er mit einer Entscheidung hart ins Gericht geht, die kurz vor Weihnachten nicht nur ihn wie ein Schlag ins Gesicht traf: "Die neue Arbeitsagentur wird ihren Geschäftssitz in Freiberg haben", teilte Angelika Hugel mit. Das ist die Regional-Chefin der Agentur für Arbeit Chemnitz. Dabei galt bis zum 21. Dezember 2012, dem Zeitpunkt der Mitteilung, mehr als verbindlich: Hainichen wird Geschäftssitz der mittelsächsischen Arbeitsagentur (die DAZ berichtete).

Nun rudert die Bundeszentrale der Agentur in Nürnberg offenbar zurück. "Die Angelegenheit liegt beim Vorstand. Noch ist nichts entschieden", sagt Paul Ebser, Sprecher der Bundesagentur für Arbeit in Nürnberg. Nach seinen Worten werde sich der Verwaltungsrat auf einer seiner nächsten Sitzungen erneut mit der Frage beschäftigen, wo der Arbeitsamtsbezirk Mittelsachsen seinen Hauptsitz haben soll: Freiberg oder Hainichen. Agentur-sprecher Ebser vermutet, dass sich Vorstand und Verwaltungsrat das Thema erneut zur Brust nehmen, weil der Hainichener Bürgermeister intervenierte. "Ich habe an viele Leute Emails geschrieben", sagt Bürgermeister Greysinger. So bekamen zum Beispiel Bundestagsabgeordnete Veronika Bellmann (CDU), Landrat Volker Uhlig (CDU) und Landtagsabgeordneter Henning Homann (SPD) Elektrobriefe aus Hainichen. "Schön zu hören, dass Hainichen wieder im Rennen ist. Aber noch ist nichts entschieden", kommentiert Bürgermeister Greysinger die Nürnberger Entscheidung, erstmal nichts zu entscheiden. Das Hin und Her bekam er auch an einer zunächst regen und dann plötzlich lahmliegenden Bautätigkeit in den Gebäuden an der Hainichener Bahnhofstraße zu spüren. Dort sollte die Arbeitsagentur Mittelsachsen einziehen. "Von Oktober bis Dezember hat es dort massive Umbauarbeiten gegeben, welche im Dezember gestoppt wurden", berichtet Dieter Greysinger. Den Baustopp bestätigte eine Sprecherin der Regionalstelle der Arbeitsagentur in Chemnitz in einem früheren Beitrag der DAZ.

Zum Umfang der Arbeiten und deren Kosten war bis zum Redaktionsschluss keine Stellungnahme aus der Regionalverwaltung der Bundes-Arbeitsbehörde in Chemnitz zu bekommen.

Der SPD-Landtagsabgeordnete Henning Homann hat sich nun des Falles angenommen. Heute schickt er wegen der veränderten Nachrichtenlage einen Brief an den Vorstand der Bundesagentur für Arbeit in Nürnberg und fordert Klarstellung. "Ich finde es gut, dass Hainichen noch im Spiel ist. Es wäre für mich sehr befremdlich, wenn die Entscheidung trotz aller vorherigen Zusagen gegen die Stadt gefallen wäre", sagt er. Mit einem Hainichener Sitz des Arbeitsamtsbezirkes konnten auch die Freiberger Genossen in der SPD-Mittelsachsen gut leben. "Das ergaben die Gespräche im Kreisvorstand", sagt Henning Homann, der auch mittelsächsischer Kreischef der Sozialdemokraten ist.

Hainichen-Befürworter gibt es nicht nur in den Reihen der Freiberger Sozialdemokraten. "Für mich ist wichtig: Welcher Standort ist für die Betroffenen am besten zu erreichen? Da hätte ich mit Hainichen gut leben können", sagt Mathias Damm (CDU), Oberbürgermeister von Hainichens Nachbarstadt Mittweida. Nicht nur Autobahn und Bundesstraße führen in die Gellertstadt, sondern diese liegt in etwa auch in der Mitte des Groß-Landkreises Mittelsachsen.

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