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Wolfgang Tiefensees Wahlkampftour durch das Krisengebiet Döbeln

Wolfgang Tiefensees Wahlkampftour durch das Krisengebiet Döbeln

Die Lehren aus der Flut 2002 sollten nach dem Juni-Hochwasser 2013 alles besser machen. Die Hilfsprogramme rollten schneller an.

Döbeln.

 

 

 

 

Tiefensee war auf Einladung des Landtagsabgeordneten Henning Homann und der mittelsächsischen Bundestagskandidatin Simone Raatz nach Döbeln gekommen, hinter der er sich auf der Landesliste für die kommende Bundestagswahl, am 22. September, platziert hat. Der Ex-Bundesminister mit dem schlechteren Listenplatz ist prominenter als seine charmante Genossin. Weswegen er (um Wählergunst buhlend) Simone Raatz den Händlern auf dem Wochenmarkt fleißig vorstellte und sich nach deren Flutbetroffenheit erkundigte - nach dem vierten Stand gab Tiefensee auf: Es war niemand betroffen.

Im Frauenzentrum Regenbogen, bei Grundstücksbesitzern im Zwingergäßchen oder auf der Muldeninsel bei den Gewerbetreibenden bekamen Tiefensee und Raatz die Realität präsentiert. "Wir haben etwa 50 000 Euro Schaden. Müssen jetzt erstmal mit unserem eigenen Geld sehen, wie weit wir kommen. Um die Förderungen durch die SAB zu erhalten, müssen wir erst Gutachten erstellen und jede Menge Formulare ausfüllen lassen. Das kostet Zeit", berichtet Zwingergäßchen-Anwohnerin Daniela Grumpe den Sozialdemokraten. Eine Versicherung hat die vierköpfige Familie nicht bekommen. "Nur für den Hausrat und nur mit einer Selbstbeteiligung von 2000 Euro", so Grumpe. Tiefensees politischer Ruf nach einer Pflichtversicherung gefiel ihr. "Hilft uns jetzt aber auch nicht viel weiter." Stephan Vatter, Unternehmer und Betreiber mehrerer Geschäfte in Döbeln, verbildlichte Tiefensee seine Situation. "Wir haben das Geschäft 2000 vom Vater übernommen. Und jetzt das zweite Hochwasser durchgestanden. Hätte es die Hilfe von Freunden und die Flexibilität der Handwerker nicht gegeben, würden wir jetzt nicht hier stehen", sagte Vatter im bereits wieder eröffneten Geschäft. Aus eigener Kraft und Tasche ist die Eröffnung des Blumenladens und des Friseursalons von Simone Vatter gelungen. Neun Wochen nach der Flut wollen jetzt aber auch die Handwerker die Rechnungen bezahlt haben. Vatter: "Die SAB-Richtlinien aber sind alles andere als eindeutig." Was die Gewerbetreibenden brauchen sind "Klarheiten und eine wiederbelebte Innenstadt, in der die Menschen einkaufen", keine bürokratischen Odysseen. Auch der Mut machende Schulterklopfer Tiefensees - "sie sehen mich beeindruckt von so viel Durchhaltevermögen" - war wenig geeignet, Optimismus zu versprühen.

 

 

-Kommentar

 

 

 

 

 

 

 

Sie sehen die Strategien zur Bewältigung der Flutfolgen teils kritisch. Was ist schief gelaufen?

Die Abstimmung über länderübergreifende Hochwasserschutzmaßnahmen ist nicht klar geregelt. Die Prioritäten nicht abgestimmt. Das führt dazu, dass Länder und Landkreise gegen- nicht miteinander agieren. Wodurch die Projekte weiter verzögert werden.

Die SPD möchte eine Pflichtversicherung gegen Elementarschäden für Deutschland einführen. Sie auch?

Ja. Vor Naturkatastrophen kann sich keiner schützen. Ein Bruchteil ist davon aber stark - und immer stärker - bedroht. Diese Last muss auf alle Schultern verteilt werden, um existenzbedrohende Einzelschicksale vermeiden zu können. Ein Hilfsfonds allein kann das nicht auf Dauer.

Ist die mittelsächsische Wirtschaft nach der Flut ausreichend unterstützt worden?

Als Opposition, die darauf gedrungen hat, Vereine in die Soforthilfeprogramme aufzunehmen, sehen wir auch die Anhebung der Fördersätze von 50 auf 80 Prozent mit Genugtuung. Was mir allerdings fehlt, ist die Hilfe für indirekt betroffene Unternehmen. Also für die, denen Kunden abspringen oder durch Schäden bei Zulieferer selbst in Schwierigkeiten gelangen. Die dürfen nicht aus dem Blick verloren werden.

Interview:

 

Thomas Lieb

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