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Wollte sich Paar aus Pulsnitz in Döbeln einen kleinen Benz ergaunern?

Lügen beim Leasing Wollte sich Paar aus Pulsnitz in Döbeln einen kleinen Benz ergaunern?

Wer ein Auto leasen will und über sein Einkommen lügt, kann sich schnell auf der Anklagebank im Amtsgericht Döbeln wiederfinden. So ging es einem Paar aus Pulsnitz. Das war auf einen Flitzer mit dem Stern scharf und riskierte ein Strafverfahren. Das allerdings endete mit einem teuren Denkzettel.

Wegen versuchten Betruges stand am Mittwoch ein Paar aus Pulsnitz in Döbeln vor Gericht. Die beiden hätten versucht, sich eine Mercedes-A-Klasse zu ergaunern.

Quelle: dpa

Döbeln/Pulsnitz. Wollte sich ein Paar aus der Pfefferkuchenstadt in Döbeln eine A-Klasse für 21 000 Euro ergaunern? Na klar, meinte die Staatsanwaltschaft Chemnitz, die Ilona K. und Ronny D. des versuchten Betruges und der Fälschung beweiserheblicher Daten angeklagt hatte. Ilona K. soll ein höheres Einkommen angeben haben, als sie tatsächlich hatte. „Um diese wahrheitswidrige Aussage zu belegen, hat sie einen gefälschten Kontoauszug und eine gefälschte Verdienstbescheinigung ihrer Firma eingereicht, um über ihre Kreditwürdigkeit zu täuschen“, sagte Staatsanwalt Maximilian Schneider. Denn das Paar – soviel steht fest – wollte den kompakten Benz leasen. 2600 Euro gab Ilona K. als Verdienst an – tatsächlich hatte sie 451 Euro. Wie ihr Freund Ronny D. genau an den mutmaßlichen Gaunereien beteiligt war, ließ der Anklagesatz offen. Für seinen Verteidiger, den Radeberger Rechtsanwalt Mario Goletz, war das ein Kritikpunkt an der Anklage. Es sei schwierig zu beweisen, dass der 30-Jährige mit seiner Freundin gemeinsame Sache gemacht habe. Sein Mandant sowie dessen Lebensgefährtin äußerten sich nicht zu den Tatvorwürfen.

„Wir können auch den großen Bahnhof veranstalten“

„Von der Aktenlage her ist ziemlich offensichtlich, was hier gelaufen ist. Darum habe ich auch keine Zeugen geladen. Aber wenn Sie das wollen, können wir auch den ganz großen Bahnhof veranstalten“, sagte Strafrichter René Stitterich mit Blick auf eine umfassende Beweisaufnahme. Der Richter hatte eigentlich damit gerechnet, dass sich die Angeklagten zum Tatvorwurf „einlassen“, diesen bestenfalls sogar gestehen. Das Paar schwieg aber weiter. Stattdessen sprachen die Verteidiger, Rechtsanwalt Goletz und sein Kollege Enrico Schneider, der Ilona K. verteidigte. Sie gingen darauf ein, wie schwierig es sei, einzelne Tatbeiträge aufzuklären, dass kein Schaden entstanden sei. Schließlich bemerkten die Autohaus-Mitarbeiter die gefälschten Bescheinigungen und lieferten das Auto nicht aus.

Staatsanwalt ziert sich zunächst

Beweisen ließ sich auch nicht Absicht, dem Autohaus das Fahrzeug abzuzocken, die Leasingraten nicht bezahlen zu wollen. Da fehlt dann echt was, um den Tatbestand des Betruges zu erfüllen, bei dem auch der Versuch strafbar ist. „Was feststeht ist: Er hat den Vertrag mit der Unterschrift von Frau K. hingeschickt. Deren tatsächlichen Einkünfte stimmen nicht mit ihren Angaben überein“, sagte Richter Stitterich und regte an, das Verfahren wegen geringer Schuld gegen eine Geldauflage einzustellen. Das hatte Rechtsanwalt Schneider bereits ins Feld geführt. Sein Namensvetter von der Staatsanwaltschaft wollte da zunächst nicht mitspielen und wies auf die hohe kriminelle Energie hin, die das Fälschen des Lohnzettels und des Kontoauszuges dokumentieren würden. Schließlich stimmte der Anklagevertreter doch zu, das Verfahren auf diese Weise zu beenden. Wenn Ronny D. und Ilona K. jeweils 1200 Euro an den Weißen Ring zahlen, ist die Sache für sie erledigt. Dann gelten sie weiter als unschuldig und einen Eintrag im Vorstrafenregister gibt es natürlich auch nicht. Ein halbes Jahr haben die beiden Zeit, die Geldauflage abzustottern.

Von Dirk Wurzel

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