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Döbeln Zahl der Privathaushalte in Mittelsachsen sinkt drastisch
Region Döbeln Zahl der Privathaushalte in Mittelsachsen sinkt drastisch
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23:55 24.10.2012

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Der Bedarf an kleineren Wohnungen wird 2025 größer sein als heute. Auch in Mittelsachsen werden die Wohnungen kleiner. Wenn auch nicht in der Deutlichkeit wie in den Ballungszentren. Langfristig werden im Kreis vor allem mehr Zweiraum-Wohnungen (41,2 Prozent; Anstieg um 1,4 Prozent) und deutlich weniger Vierpersonen-Haushalte (Rückgang um 1,4 Prozent) gebraucht.

Die Wohnungsgenossenschaften spüren diesen veränderten Bedarf im Moment noch nicht. "Der Trend hat sich bei uns noch nicht bemerkbar gemacht", sagt Vivian Jakob vom Verband Sächsischer Wohnungsgenossenschaften. Im kommenden Jahr will der Verband das aber überprüfen und Zahlen recherchieren, kündigt Vivian Jakob an. Dass der Trend zur kleineren Behausung noch nicht spürbar sei, begründet sie mit dem Bestand der Genossenschaften. Diese hätten ohnehin schon einen großen Anteil an Zweiraum-Wohnungen. Wohnraum-Knappheit wie in Dresden und Leipzig sei deswegen in den Kreisen nicht in diesem Ausmaß zu befürchten.

Unter den Alleinlebenden ist durch den demografischen Wandel ein großer Anteil verwitweter Menschen. Diese fragen vor allem das Betreute Wohnen beziehungsweise Heimplätzen nach. "In der Regel sind unsere Kunden Einzelpersonen", sagt Thomas Malkowski vom Döbelner Kreisverband der Volkssolidarität. Über mangelnden Zuspruch kann der Wohlfahrtsverband nicht klagen. Für die Häuser in Döbeln und Hainichen "gibt es sehr lange Wartelisten". Zwangs-Alleinstehende gibt es aber nicht nur im älteren Teil der Bevölkerung. Kristina Wopat von der Landesstelle für Frauenbildung benennt als Sozialwissenschaftlerin den Männerüberschuss als Problem der schrumpfenden Gesellschaft. "Die Mädchen wählen Berufsbilder, die die Region nicht bietet." An Zahlen verdeutlicht Kristina Wopat, dass im Landkreis Mittelsachsen Männerschwemme herrscht. Besonders deutlich in Ostrau, wo 500 Männer und 324 Frauen leben.

Der Entwicklung entgegen steht im ländlichen Raum eine andere Beobachtung, die den Minderbedarf an großen Wohnungen erklären könnte. Das flache Land weckt wieder mehr Interesse bei jungen Menschen, die sich "ganz bewusst für Eigentum auf den Dörfern entscheiden", wie der Zschaitzer Bürgermeister Immo Barkawitz beobachtet. Auch der Großweitzschener Amtsinhaber, Ulrich Fleischer, bestätigt, dass die Nachfrage von Familien steigt. "Ganz gleich, ob es dabei um Bauanfragen geht oder die Häuser in Familienbesitz an die nächste Generation übergehen."

Thomas Lieb, Dirk Wurzel ©Kommentar

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