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Zertifikat für anerkanntes MS-Zentrum in Wermsdorf

Zertifikat für anerkanntes MS-Zentrum in Wermsdorf

Das Multiple-Sklerose-Zentrum in Wermsdorf war das erste in Sachsen und ist immer noch auf dem neuesten Stand. Das beweist das seit 2006 zum dritten Mal verliehene Zertifikat "Anerkanntes MS-Zentrum" von der Deutschen Gesellschaft Multiple Sklerose (MS).

Annedore Förster (2.v.r.), Prokuristin des Fachkrankenhauses Hubertusburg, überreicht Chefarzt Wolfgang Köhler und seinem Team das neue Zertifikat für das anerkannte MS-Zentrum in Wermsdorf. Damit werden besondere Voraussetzungen für die Versorgung von Patienten mit Multipler Sklerose anerkannt.

Quelle: Dirk Hunger

Wermsdorf. Von Jana Brechlin

 

 

 

Chefarzt Wolfgang Köhler unterstrich, dass die interdisziplinäre Zusammenarbeit mit anderen Abteilungen und Fachärzten helfe, die Behandlung für Patienten zu verbessern. "Über 120 000 Menschen sind in Deutschland an MS erkrankt, darunter sehr viele junge Betroffene", machte er deutlich. Das spiegelte sich auch in Wermsdorf wider: Über 70 Teilnehmer hatten sich bereits vorab zum Patiententag angemeldet, gekommen waren dann deutlich mehr - vor allem aus den Regionen Oschatz, Torgau, Riesa, Döbeln und Meißen.

Eine von ihnen war Kathrin*, die vor ziemlich genau einem Jahr die erschütternde Diagnose erhielt. "Angefangen hat das mit einer Sehnerventzündung", erinnerte sich die 33-Jährige, "mein Neurologe hat mich dann schnell nach Wermsdorf überwiesen." Nach verschiedenen Untersuchungen stand fest: Die junge Frau leidet an Multipler Sklerose. "Ich musste mir erstmal erklären lassen, was genau das ist", dachte sie an die Zeit zurück. Schnell sei sie dann auf Medikamente eingestellt worden und habe mit Hilfe der MS-Schwester das Spritzen geübt. Durch diese umfassende Betreuung habe sie wieder Mut fassen können.

Heute geht Kathrin weiter zur Arbeit, kann ihren Urlaub genießen und ein ziemlich normales Leben führen. "Mir geht es gut, ich genieße das", versicherte sie. Einen Teil dazu trage das Wermsdorfer MS-Zentrum bei. Von hier aus erreichen sie E-Mails mit Neuigkeiten, Einladungen zu Patiententreffen und ihre Rezepte per Post. "Die rufen auch von selber an und fragen nach, wie es geht oder geben mir Tipps", sagte die 33-Jährige.

Damit Patienten wie Kathrin möglichst lange so viel Lebensqualität ohne Behinderungen haben, ist eine Behandlung unerlässlich, betonte Chefarzt Wolfgang Köhler. "MS ist keine gutartige Erkrankung. Patienten sterben daran oder an Komplikationen der Krankheit." Langzeituntersuchungen würden deutlich zeigen, dass behandelte Patienten gegenüber nicht behandelten zwischen sieben und zehn Jahren länger leben und ihre MS außerdem verlangsamt fortschreitet. Vor allem Patienten, bei denen die Krankheit in Schüben auftritt, könne sehr gut geholfen werden. "Bei allen, bei denen keine Schübe mehr auftreten, haben wir viel zu wenig Möglichkeiten, um den Krankheitsverlauf zu beeinflussen" musste Köhler einräumen.

So wie beim Ehemann von Gudrun*. Seit mehreren Jahren schiebt sie ihn jetzt bereits im Rollstuhl. Bewegungen sind kaum mehr möglich. "So haben wir uns unser Rentnerleben nicht vorgestellt", sagte die zierliche Frau. Reisen sind schon lange nicht mehr möglich, Familienfeiern werden zunehmend anstrengender, weil ihren Mann Schmerzen quälen. "Die Ärzte in Wermsdorf tun alles, was sie können. Aber in unserem Fall ist die Forschung einfach noch nicht so weit." Meldungen über neue Medikamente verfolgt das Ehepaar deshalb stets besonders aufmerksam.

Das ist auch so, als der Neurologe Michael Oppermann, der in Riesa praktiziert, über Neuigkeiten in der Behandlung spricht. "Das wird alles gierig aufgesogen", wusste er um das Interesse von Patienten und Angehörigen. Bei der Behandlung mit neu eingeführten Medikamenten sei vor allem die Infrastruktur für das Sicherheitsmanagement wichtig, so Oppermann.

"Wichtig ist, dass eine MS-Ambulanz schnell erreichbar oder regelmäßige MRT-Untersuchungen möglich sind", sagte er. Etwa 300 MS-Patienten aus mehreren Landkreisen seien in der Riesaer Praxis regelmäßig in Behandlung. Vielerorts würden Neurologen fehlen. "In Döbeln zum Beispiel gibt es da niemanden mehr, der nächste Neurologe sitzt in Mittweida", schilderte Oppermann die Situation. Da sei das Wermsdorfer MS-Zentrum für Betroffene ein echter Vorteil - auch wenn nicht in allen Fällen gleich viel geholfen werden könne. "Aber es tut sich was. Das lässt uns hoffen", sagte der Neurologe mit Blick auf die Forschung.

 

 

 

 

-Standpunkt

 

 

Das Rückenmark und das Gehirn sind das zentrale Nervensystem im Körper. Hier werden Reize verarbeitet und weitergegeben. Bei einer Multiplen Sklerose (MS) tritt eine chronisch-entzündliche Erkrankung des zentralen Nervensystems ein. Die Weiterleitung von Impulsen wird dadurch gestört. In der Folge treten oft Sehstörungen, Störungen der Feinmotorik, Blasenstörungen oder spastische Lähmungen auf.

Für Betroffene wurde in Wermsdorf das MS-Zentrum eingerichtet. Hier werden Patienten von speziell geschulten MS-Schwestern und Fachärzten betreut. Es gibt eine 24-Stunden-Notfallversorgung und Patientenschulungen, außerdem eine Sprechstunde für Patienten mit kindlicher MS. Das Zentrum arbeitet mit niedergelassenen Ärzten zusammen und ist an klinischen Studien beteiligt.

Mehr unter www.fkh-hubertusburg.de, per Telefon 034364/626 32 oder E-Mail MS-Ambulanz@kh-hubertusburg.de

 

 

*Namen geändert

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