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Döbeln Zeugen sagen: Mutmaßlicher Staupi-Stecher schlägt Frauen
Region Döbeln Zeugen sagen: Mutmaßlicher Staupi-Stecher schlägt Frauen
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10:58 20.04.2018
Das Amtsgericht Chemnitz verhandelt seit Ende März die Anklage gegen einen 25-Jährigen Rumänen. Ihm liegt unter anderem gefährliche Körperverletzung zur Last. Quelle: picture alliance / dpa
Döbeln/Chemnitz

Der war ja ganz schön wild unterwegs in Döbeln. Zu diesem Schluss kann kommen, wer auf die Zeugen hört, die am Donnerstag im Amtsgericht Chemnitz gegen Florinell P. aussagten. Der Rumäne gilt Oberstaatsanwalt Jörg Rock nicht nur als Messerstecher vom Staupitzbad. Er soll sich auch Polizisten widersetzt und seine Ex-Partnerinnen beleidigt und geschlagen haben. Außerdem habe er in Läden geklaut und randaliert.

Zeugin kriegt Ordnungsgeld

18 Leute hatte das Schöffengericht unter Vorsitz von Richterin Gudrun Trautmann geladen. Fünf kamen nicht, wobei eine Frau unentschuldigt fehlte und jetzt 300 Euro Ordnungsgeld zahlen soll. Ersatzweise kann sie sich auch drei Tage ins Gefängnis setzen.

Junge Frauen bekommen Faustschläge ab

Eine 26-jährige Waldheimerin war pünktlich erschienen und belastete den Angeklagten. „Ich sagte ihm, er soll sich nicht mit allen anlegen“, sagte die junge Frau, die im November 2016 einen Kurs bei einem Weiterbildungsinstitut in Döbeln besuchte. Dort war der Rumäne offenbar auch negativ aufgefallen. Die junge Frau jedenfalls bekam seine Fäuste ins Gesicht, berichtetet sie dem Gericht. Sie sei auch zu Boden gegangen. Eine Ausbilderin und ein Ausbilder bestätigten den Vorfall, wenn auch in Nuancen anders, als die Geschädigte. Diese Zeugen haben Florinell P. lediglich ausholen sehen.

Florinell P. soll mit Messer im Staupitzbad einen Bekannten gestochen haben. Quelle: Harry Haertel

Eine 18-jährige Döbelnerin und ihr 21 Jahre alter Freund lernten den Angeklagten im November ebenfalls von seiner aggressiven Seite kennen, wie sie nun vor Gericht sagten. Sie habe einen Stoß gegen die Brust bekommen, er einen Faustschlag ins Gesicht.

Detektiv soll Rockerbesuch kriegen

Die Rocker der Hells-Angels sollte ein Ladendetektiv kennenlernen. Der Mann erwischte Florinell P. laut Anklage am 6.Dezember 2016, als er im Netto an der Unnaer Straße in Döbeln unter anderem vier Dosen eines Energie-Getränkes gestohlen hatte. Um seine Personalien nicht angeben zu müssen, habe er mit dem Bikerclub gedroht, was der Staatsanwaltschaft als versuchte Nötigung gilt. Der Detektiv bestätigte nun den Diebstahl und die Drohung, die er jedoch nicht ernst genommen habe.

Angeklagter kann „Paragrafen“ bekommen

Am vorangegangenen Prozesstag hatte Florinell P. zwei andere Ladendiebstähle gestanden. Er hatte unter anderem Energy-Drinks geklaut. Aber nicht nur damit hat sich Florinell P. aufgeputscht. Wie er am ersten Verhandlungstag sagte, habe er ein halbes Jahr vor dem Messer-Vorfall im Staupitzbad angefangen Crystal zu nehmen. Er ist bisher nicht vorbestraft. Um die Schuldfähigkeit des 25-Jährigen einzuschätzen, hat das Gericht den bekannten Dresdner Gerichtspsychiater Dr. Stephan Sutarski beauftragt. Sollte der Sachverständige dem Angeklagten bescheinigen, im Drogenrausch gerne mal die eine oder andere Straftat zu begehen, kann ihn das Gericht zusätzlich zur Strafe auch in einer Entziehungsanstalt unterbringen.

Gericht hat noch nicht genug

Noch nicht zu allen Tatvorwürfen hat das Gericht bisher Zeugen gehört. Offen sind noch Anklagepunkte wegen Beleidigung, des Widerstandes gegen Vollstreckungsbeamte und Sachbeschädigung. Das Schöffengericht verhandelt dazu noch an mindestens zwei weiteren Terminen im Mai.

Von Dirk Wurzel

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