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Ziegra-Knobelsdorf bietet Döbeln und Waldheim Fusionsgespräche an

Ziegra-Knobelsdorf bietet Döbeln und Waldheim Fusionsgespräche an

Die Stadt Döbeln könnte bis Jahresende um weitere rund 1000 Einwohner und einige Ortsteile wachsen und künftig von der Mulde bis zur Zschopau reichen.

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Die Zukunft der Gemeinde Ziegra-Knobelsdorf hat DAZ-Fotograf Wolfgang Sens schon mal auf den Ortsschildern angedeutet. Insgesamt hat die Gemeinde 16 Ortsteile, die in einer Befragung je nach Lage für einen Anschluss an Döbeln oder Waldheim stimmten. Dem Bürgerwillen will der Gemeinderat folgen. Döbeln würde sich von der Mulde bis zur Zschopau ausdehnen.

Döbeln. Doch die Braut aus Ziegra ist alles andere als prüde. Sie fährt zweigleisig und verhandelt auch mit der Stadt Waldheim als potenziellem Ehepartner. Am Donnerstag steht das Gesprächsangebot aus Ziegra-Knobelsdorf im nicht öffentlichen Teil des Hauptausschusses der Stadt Döbeln auf der Tagesordnung. "Informationen zur Gemeindegebietsreform" hat Döbelns Oberbürgermeister Hans-Joachim Egerer (CDU) den Punkt auf der Tagesordnung umschrieben. Überhaupt halten sich sowohl der Döbelner Oberbürgermeister als auch die Ziegra-Knobelsdorfer Bürgermeisterin Helga Busch (parteilos) und Waldheims Bürgermeister Steffen Blech (CDU) zu den Ehe-Anbahnungsgesprächen bedeckt. "Wir haben darüber Stillschweigen vereinbart", sagten Hans-Joachim Egerer und Helga Busch gestern auf Anfrage.

Dabei ist die Sache unter den Ziegra-Knobelsdorfer Einwohnern längst herum. Denn der Gemeinderat hatte in nichtöffentlichen Beratungen bereits festgestellt, dass die Eigenständigkeit der Gemeinde mit ihren 2170 Einwohnern auf 31 Quadratkilometern wohl über kurz oder lang nicht mehr möglich sein wird. So wollen die Ziegra-Knobelsdorfer die noch bis Jahresende dauernde Phase der freiwilligen Zusammenschlüsse nutzen, um sich bestmöglich zu verkaufen und die vom Freistaat in Aussicht gestellte Hochzeitsprämie mitzunehmen. Die Gemeinderäte gingen noch weiter: Sie starteten eine Briefumfrage in der gesamten Gemeinde. Die Bürger durften ankreuzen, ob sie einen Anschluss an Waldheim oder Döbeln bevorzugen würden und was ihnen in dem Zusammenhang noch besonders wichtig wäre. 45 Prozent aller Haushalte in der Gemeinde haben die Briefumfrage beantwortet und dem Gemeinderat ein klares Bild vermittelt: Ortsteile mit räumlicher Nähe zu Waldheim wie Meinsberg, Neuhausen, Gebersbach, Knobelsdorf und auch Heyda tendierten ganz deutlich zu Waldheim. Ziegra, Limmritz, Forchheim, Stockhausen, Töpeln und Schweta favorisieren ganz klar einen Anschluss an die Stadt Döbeln. Im weiteren wünschten sich die Bürger den Erhalt der beiden Kindereinrichtungen in Ziegra und in Knobelsdorf und natürlich des Freibades in Gebersbach. Der Gemeinderat hat sich nach Auswertung der Briefumfrage einstimmig dazu bekannt, den Bürgerwillen zu akzeptieren und eine Teilung der Gemeinde zu unterstützen. Bürgermeisterin Helga Busch hat im Auftrag des Gemeinderates beiden Bürgermeistern in einem Brief Gespräche angeboten. Aus Waldheim sei von einigen Stadträten bereits Zustimmung gegenüber den Gemeinderäten aus Ziegra signalisiert worden. Döbelns Oberbürgermeister soll in früheren Gesprächen bereits angedeutet haben, dass die auszuhandelnde Eingemeindungsvereinbarung mit den anschlusswilligen Ortsteilen nach Ebersbacher Vorbild gestaltet werden könnte. Das heißt, die Hochzeitsprämie würde in den Ortsteilen eingesetzt, ein Ortschaftsrat würde die Interessen der neuen Döbelner vertreten und auch im Stadtrat gebe es bis zur Stadtratsneuwahl stimmberechtigte Vertreter aus den Ortschaften.

Einige Döbelner Stadträte, welche an der Eingemeindungsvereinbarung mit Ebersbach in einem gemeinsamen Ausschuss gearbeitet hatten, waren mit dem Angebot auch schon zu einer unverbindlichen Gesprächsrunde bei Mochauer Gemeinderäten zu Gast.

Thomas Sparrer

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