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Döbeln Ziegraer Glocken läuten zu Himmelfahrt erstmals wieder
Region Döbeln Ziegraer Glocken läuten zu Himmelfahrt erstmals wieder
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20:17 13.05.2018
Christian Otto von der Kirchgemeinde Ziegra (l.) half Fachmann Torsten Kretschmer beim Einbau des 40 Kilogramm schweren Klöppels der großen Glocke. Quelle: Sven Bartsch
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Döbeln

An Christi Himmelfahrt war es endlich wieder soweit. Zum großen Himmelfahrtsgottesdienst unter freiem Himmel läuteten die beiden Glocken im Turm der Ziegraer Dorfkirche wieder.

Kurzfristig waren die beiden Eisenhartgussglocken verstummt, weil die Klöppelaufhängungen verschlissen waren. „Wahrscheinlich wären die beiden Klöppel irgendwann abgestürzt“, sagt Christian Otto, der sich ehrenamtlich um den Erhalt der Kirche kümmert. Er hatte einen Sachverständigen für Uhren und Geläut von der Landeskirche nach Ziegra geholt, weil die Kirchturmuhr nicht richtig tickte. Die Uhr läuft jetzt wieder. Doch der Sachverständige sah auch nach den Glocken und fand das Dilemma. Torsten Kretschmer von den Herforder Elektromotorenwerken ist für das auf Glocken und Läutwerke spezialisierte Unternehmen aus Nordrhein-Westfalen auf sächsischen Kirchtürmen unterwegs. Er brachte das Läutwerk kurzfristig ins Lot, so dass die Glocken nicht still gelegt werden mussten. Nun aber mussten sie für einige Zeit schweigen. Denn die Aufhängungen der Klöppel und die beiden Klöppel selbst mussten ausgebaut und erneuert beziehungsweise überarbeitet werden. Am Mittwochmorgen schleppte Torsten Kretschmer die schweren Teile wieder in den Glockenturm. Immerhin wiegt der Klöppel der kleineren Glocke 15 Kilogramm, der der großen Glocke sogar 40 Kilogramm.

Gemeinsam mit Christian Otto wurden Aufhängungen und Klöppel wieder an den Glocken befestigt und neu justiert. Die Lager bekamen ein paar Tropfen Öl. Mitglieder der Kirchgemeinde wollen nach Abschluss der Arbeiten nun noch bei Gelegenheit den eisernen Glockenstuhl mit Rostschutzfarbe streichen.

„Ich denke, mit diesen Reparaturen läuten die Ziegraer Glocken noch die nächsten 20 oder 30 Jahre bis die Glocken mal zur Erneuerung dran sind“, sagt Experte Torsten Kretschmer.

Die beiden Ziegraer Glocken waren 1956 und 1958 in Morgenröte-Rauthenkranz gegossen worden. Weil es nach dem Krieg kein Bronze für Kirchenglocken gab, wurden Eisenhartgussglocken hergestellt. Diese rosten aber und müssen nach etwa 80 Jahren erneuert werden. Dann muss wahrscheinlich auch der seltene Schubstangenantrieb erneuert werden, mit dem die Glocken in Schwingungen versetzt werden. Bis dahin ist aber in Ziegra noch etwa Zeit. Den Probelauf bestanden beide Glocken mit ihren neuen Klöppelaufhängungen und den überholten Klöppeln am Mittwochvormittag, so dass auch der Himmelfahrtsgottesdienst wieder mit Glockengeläut gefeiert werden konnte.

Auch die Kirchturmuhr läuft wieder. Sie war das zweite Projekt, für das die Ziegraer um Christian Otto mit Konzerten und Lesungen unter dem Titel Ziegraer Sternstunden Geld sammelten. Ins Leben gerufen wurde die Reihe ursprünglich, um die Restaurierung der historischen Jehmlich-Orgel zu unterstützen. Die Sternstunden-Reihe spielte ein Viertel der Kosten für die Orgelsanierung ein. Die weiteren Konzerte in der Reihe, das nächste ist am 3. Juni, sollen Geld für die Sanierung des historischen Kronleuchters einbringen, der auf dem Kirchenboden gefunden wurde.

Von Thomas Sparrer

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