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Zoff mit Handballern: Militanter Auftritt schockiert Waldheimer Stadträte

Sportförderung Zoff mit Handballern: Militanter Auftritt schockiert Waldheimer Stadträte

Der Ton macht die Musik. Diese Regel missachtend, trat jüngst ein Handball-Funktionär des VfL Waldheim 54 im Stadtrat der Perle des Zschopautals auf. Angeblich unterstütze sie den Verein nicht genügend und er stehe kurz vor der Insolvenz.

Die Werner-Melzer-Stadtsporthalle in Waldheim sorgt für Ärger. Hauptnutzer VfL Waldheim 54 stellt Forderungen an die Stadt, die sie nicht erfüllen kann.

Quelle: Archiv

Waldheim. So ein Auftritt geht gar nicht. Darüber sind sich die Vorsitzenden der Fraktionen im Waldheimer Stadtrat einig. Gemeint ist die Anfrage, die Günter Krause vom erweiterten Vorstand des VfL Waldheim 54 zur jüngsten Stadtratssitzung stellte. Die Stadt solle auf die Forderungen eingehen, wenn sie nicht wolle, „dass der Verein zum 31. Dezember insolvent ist und die Tür schließen muss.“ Günter Krause sprach drei Themengebiete an, die dem Handballverein angeblich zu schaffen machen und die die Nutzung der „Werner-Melzer-Stadtsporthalle“ betreffen. Die Hallenmiete des VfL sei doppelt so hoch, wie der Betrag, den die HSG Neudorf-Döbeln bezahle, die Stadt lange zu sehr bei den Einnahmen hin, die der VfL mit der Bandenwerbung erziele und die Duschmarken seien zu teuer, vor allem, wenn sie der Verein den Sportlern der Gastmannschaften zahlen müsse.

Falscher Eindruck

Dann war noch die Rede von einem kaputten Fitnessgerät. Das hat aber die Stadt reparieren lassen, wie Bürgermeister Steffen Ernst (FDP) klarstellte. Ein weiterer Funktionär des erweiterten VfL-Vorstandes behauptete daraufhin öffentlich, dieses Gerät werde sowieso nicht genutzt. Was Waldheims Bauamtsleiter Michael Wittig so nicht stehen lassen will und von einer Nutzung des Trimm-Dich-Gerätes berichtet. Um das ging es aber nur am Rande. „Der militante Auftritt des Vereinsvorstandes Günther Krause ließ den Eindruck in der Öffentlichkeit entstehen, dass es sich beim VfL um einen völlig benachteiligten Verein unserer Stadt handelt“, sagt Kathrin Schneider, Vorsitzende der CDU-Stadtratsfraktion. Zur vermeintlich zu hohen Steuer auf die Bandenwerbung sagt sie: „Die Bandenwerbung ist VfL-spezifisch und hängt ständig in einer Sporthalle, die nicht vereinseigen ist, das heißt, dass andere Nutzer keinen Wert darauf legen, gegebenfalls sich sogar gestört fühlen. An Punktspieltagen wird Eintritt kassiert für eine Halle, die Stadteigentum ist. Sollte der Verein nicht aber im Gegenzug die 20-prozentige Abführung der Einnahmen der Bandenwerbung akzeptieren?“, so Kathrin Schneider weiter. „180 Euro für Duschmarken – das ist doch lächerlich“, sagt FDP-Fraktionschef Andre Langner. Er kann sich nicht vorstellen, dass der Verein kurz vor der Insolvenz steht.

Von dem Auftritt des Funktionärs Krause im Stadtrat hat er sich berichten lassen, denn Andre Langner fehlte zur Stadtratssitzung entschuldigt. Wohl aber sein Fraktionskollege Gerd Pfeifer, der es nicht gut fand, wie Günter Krause sein Anliegen vortrug. „Man muss doch ein sachliches Gespräch suchen“, findet Andre Langner. Für Dieter Hentschel, Vorsitzender der Fraktion die Linke, ist es wichtig, dass der Verein zunächst seine eigenen finanziellen Hausaufgaben macht und „Ordnung in die Beitragszahlung“ bringt. Außerdem kann Dieter Hentschel als Mitglied des Kultur- und Sozialausschusses des Stadtrates nicht verstehen, wieso der VfL keine Vereinsförderung beantragt. Zum Auftritt des Funktionärs Krause im Stadtrat sagt er: „Ich halte davon nichts, die Tonart stimmte nicht.“ René Michael Röder, Vorsitzender der SPD-Fraktion, war sprachlos über das nassforsche Auftreten des VfL-Funtionärs. „Es geht nicht an, durch emotionale Erpressung eine bevorzugte Behandlung zu erzwingen.“

Die Demokratie arbeiten lassen

Bürgermeister Steffen Ernst hat dem VfL-Mann bereits geantwortet. „Man muss hier auch mal die Demokratie arbeiten lassen“, sagte der Rathauschef mit Blick auf eine einstimmige Entscheidung des Verwaltungsausschusses vom 4. August, wonach eine Senkung der Abgabe auf die Bandenwerbung von 20 auf fünf Prozent nicht möglich sei. Bürgermeister Ernst stellte auch klar, dass die Verwaltung derzeit alle Satzungen, auch solche zur Vereinsförderung, auf den Prüfstand stellt. Wie die DAZ aus anderer Quelle erfahren hat, geht es dabei auch um eine stärkere Würdigung der Jugendarbeit. Was das angeht, braucht sich der VfL nach Günter Krauses Worten nicht zu verstecken. 100 Kinder und Jugendliche hat der Verein demnach.

Von Dirk Wurzel

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