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Döbeln Zoll ist in Roßwein der Schwarzarbeit auf der Spur
Region Döbeln Zoll ist in Roßwein der Schwarzarbeit auf der Spur
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20:00 07.02.2017
Zoll in Roßwein. Quelle: Fotograf Sven Bartsch
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Rosswein

Beamte des Zolls kontrollierten am Dienstagnachmittag eine Baustelle im sogenannten Grauen Elend in Roßwein. In dem Wohnblock Am Sportplatz lässt der neue Eigentümer aus Österreich gerade Wohnungen sanieren. Die Zollfahnder stellten Personen aus Bosnien Herzegowina fest, die keine gültige Arbeitsgenehmigung vorlegen konnten.

Leicht machten es die vermutlichen Schwarzarbeiter dem Zoll nicht. Als die Beamten durch die Eingänge 10 und 11 des Wohnblocks Am Sportplatz vorrückten, mussten sie vor einer verschlossenen Wohnungstür Halt machen, hinter denen sich offenbar die Personen befanden, die sie kontrollieren wollten. Da die Bauarbeiter die Tür nicht öffneten, ließen die Zollfahnder einen Mitarbeiter der Hausverwaltung mit dem notwendigen Schlüssel kommen. „Auf der Baustelle trafen unsere Beamten zehn bosnische Staatsangehörige an, die nicht in der Lage waren, eine gültige Arbeitsgenehmigung vorzulegen“, bestätigte Heike Wilsdorf, Sprecherin des Hauptzollamtes Dresden, auf Nachfrage. Weitere Maßnahmen seien anschließend eingeleitet worden, beispielsweise um den rechtlichen Status der Bosnier zu prüfen. Der Zoll, so Wilsdorf, arbeite in solchen Fällen mit der Landespolizei und mit den Ausländerbehörden zusammen. Laut Wilsdorf bleibe abzuwarten, ob noch ausländerrechtliche Aspekte zutage treten. Die Zollbeamten stellten aber sicher, dass die Personen ohne Arbeitsgenehmigung ihre Tätigkeit auf der Roßweiner Baustelle nicht fortsetzen können. Die Firma, die die Bosnier beschäftigt hat, muss ebenfalls mit Konsequenzen rechnen. Dass in dieser Firma niemand von den fehlenden Arbeitsgenehmigungen wusste, ist unwahrscheinlich, so Johann Pechthold, Sprecher des Hauptzollamtes.

Auf dem Parkplatz an dem Wohnblock stand ein Pkw mit einem bosnischen Kennzeichen, das ein Zollbeamter mit Handschuhen durchsuchte. Außerdem standen dort Transporter mit polnischen Kennzeichen. Verstöße polnischer Staatsbürger lägen jedoch nicht vor, so Heike Wilsdorf. Insgesamt seien auf der Baustelle zwölf Männer kontrolliert worden, wie der Einsatzleiter des Zolls vor Ort erklärte. Es habe sich um eine verdachtsunabhängige Prüfung gehandelt, der jedoch Auffälligkeiten vorausgegangen seien. Dass der Zoll einen Tipp bekommen hat, bestätigte Sprecherin Wilsdorf nicht.

Anwohner berichteten, dass schon seit Wochen Bauarbeiter aus dem Ausland auf der Baustelle im Grauen Elend tätig sind. Diese hätten auch in einem der Nachbareingänge gewohnt. Ende des vorigen Jahres hatte die Bayrische Haas Unternehmensgruppe (Günstiger Wohnen) unter anderem den Wohnblock Am Sportplatz 10 bis 15 an den österreichischen Investor Milan Vorhand verkauft. Damals hatte der verkaufende Geschäftsführer Johann Christian Haas erklärt, dass die Sanierung des Wohnblocks Am Sportplatz durch einen Generalunternehmer aus Leipzig forciert werden soll.

Von Olaf Büchel

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