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Döbeln Zschaitz-Ottewiger Jagdgenossen: Wildschwein und Wolf bereiten Kopfzerbrechen
Region Döbeln Zschaitz-Ottewiger Jagdgenossen: Wildschwein und Wolf bereiten Kopfzerbrechen
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21:57 25.11.2011

Es ist überschaubar geworden, das Angebot auf unseren Feldern. Neben Weizen wird vorzugsweise Mais und Raps angebaut. Eine Entwicklung, die vor allem das Schwarzwild freut, findet es doch insbesondere in den beiden letztgenannten Kulturen ideale Rückzugsgebiete, um den Kugeln der Jägerschaft zu entgegen.

Das Borstenvieh spielte auch auf der Vollversammlung der Jagdgenossenschaft Zschaitz-Ottewig eine Rolle, die am Donnerstagabend am Stausee Baderitz stattfand. "Insbesondere durch den hohen Maisbestand kann das Schwarzwild zweifellos zum Problem werden, aber es wird in dieser Hinsicht auch viel übertrieben", so der Jagdgenossenschaftsvorsitzende und Jagdpächter Gerhard Görne, dem die Mitglieder der Jagdversammlung neben dem Zschaitz-Ottewiger Bürgermeister Immo Barkawitz die Pacht ab dem 1. April 2012 für weitere neun Jahre übertrugen. "Zwar ist auch für die knapp 1000 Hektar unserer Jagdgenossenschaft in Punkto Schwarzwild viel Negatives prophezeit worden, aber ich kann zumindest keine gravierenden Probleme bestätigen", so der Mischützer.

Allerdings bereiteten die großen Raps- und Maisschläge der Jägerschaft in der Tat zunehmend Schwierigkeiten. "Und zwar nicht nur deshalb, weil in ihnen die Wildschweinbestände kaum zu bejagen, sondern auch und vor allem, weil sie nicht gezielt zu bejagen sind." Sprich den Jägern falle es im Mais viel schwerer als etwa im Wald und auf dem Feld, die Führungsbachen auszumachen und gezielt zu verschonen. "Denn wird ein solches Leittier getroffen, fällt der Verband mit der Konsequenz auseinander, dass sich die anderen weiblichen Tiere ungezügelt paaren und bis zum März Nachwuchs zur Welt bringen können."

Probleme, die nach Ansicht von Dieter Buhrig, Grundeigentümer in der Jagdgenossenschaft Zschaitz-Ottewig und Sprecher des Kreisjagdverbandes Döbeln, eher zu, denn abnehmen werden. "Stellten vor zehn Jahren bei einer Jagd gerade einmal 20 bis 30 geschossene Sauen den Durchschnitt dar, so wurden dieser Tage im Colditzer Forst sage und schreibe 112 Stück zur Strecke gebrachte", so der Auterwitzer Jäger, der die Einschätzung seines Mischützer Weidmannkollegen hinsichtlich der Schwarzwildpopulation im Bereich der Jagdgenossenschaft Zschaitz-Ottewig nicht teilen mag. "Es gibt massive Hinweise auf Schwarzwild."

Wie auch, in ungleich geringerem Maße, auf Wölfe. "Fakt ist, dass die Zahl der Wölfe deutschlandweit zunimmt, und ich halte es nicht für ausgeschlossen, dass auch schon einzelne Tiere Mittelsachsen auf der Suche nach neuen Revieren durchquert haben", so Buhrig. Während jedoch Meister Isegrimm hierzulande in den Herbst- und Wintermonaten kaum Versteckmöglichkeiten vorfinden würde, sehe die Situation im Sommer gänzlich anders aus. "Ob Sachsen auf Dauer mit der Wolfpopulation zurecht kommen wird, wage ich zu bezweifeln."

Zweifel, die auch Gerhard Görne teilt. "Je mehr der Wolf in Deutschland geschützt wird, um so stärker wird er sich vermehren. Und dies halte ich für eine völlig falsche Entwicklung, weil der Wolf nun einmal kein Tier für unsere Kulturlandschaft ist, in der er die Wildnis, die er zum Über- und Zusammenleben mit dem Menschen benötigt, nicht finden kann."

Roger Dietze

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