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Döbeln Zschaitz will Tempoanzeigetafeln gegen Raser
Region Döbeln Zschaitz will Tempoanzeigetafeln gegen Raser
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19:53 05.10.2018
Den lächelnden Smiley mag Bürgermeister Immo Barkawitz gern – er fährt darum langsamer. Auf diesen Effekt hofft er auch für Zschaitz. Quelle: Jens Paul Taubert (Archiv)
Zschaitz

Es ist ein wiederkehrendes Problem in der Gemeinde Zschaitz-Ottewig, die sich mit vielen Ortsteilen entlang der Staatsstraße S 35 und Kreisstraße K7515 aufreiht, was einige Autofahrer offenbar zum Fahren mit überhöhter Geschwindigkeit einlädt. „Es könnten öfter Blitzer in Zschaitz stehen“, meinte Ratsmitglied Jörg Fritzsche während der Gemeinderatssitzung in Zschaitz zu Beginn der Woche.

Weil die Polizei nicht nach Wunsch in die Ortsteile kommt und feste Blitzer zu beantragen eine langwierige Sache ist, hat Bürgermeister Immo Barkawitz (Freie Wähler) eine andere Idee, die er den Räten vorstellte: „Wir haben viele Anfragen bekommen aus Glaucha, Goselitz und Möbertitz, ob man nicht so eine Tempoanzeigetafel aufstellen könnte. Döbeln und Ostrau haben einige gekauft“, sagte er.

Smiley lässt Autofahrer bremsen

„Dann sollen die Leute, die das beantragen, aber auch dementsprechend fahren. Viele halten sich nur im eigenen Ort ans Tempolimit und sobald sie draußen sind, geben sie Gas“, mahnte Rätin Kerstin Konrad.

Der Bürgermeister hat da seine eigene Erfahrung, die für die Anzeigetafeln spricht: „Wenn so eine Tafel sehe, versuche ich schon die Geschwindigkeit einzuhalten, weil ich den lächelnden Smiley so gerne sehe“, erklärte er. Diesen Effekt erhoffe er sich auch für die neuralgischen Punkte der Kommune.

Ein bis zwei Tafeln für mehrere Standorte

Sein Plan: Ein oder zwei Tafeln kaufen und dann abwechselnd an verschiedene Stellen der Gemeinde platzieren – vor der Kita in Lüttewitz, am Berg nach Möbertitz, in Glaucha und anderswo.

Die Kosten für die Tafeln halten sich in Grenzen. Aus Döbeln war zu hören, dass fünf Tafeln im Paket 10 000 Euro gekostet haben. „Es gibt vielleicht auch Firmen, die so etwas sponsern. Ich finde es nicht ganz schlecht“, warb Barkawitz für die Idee.

Landeszuschuss aufgebraucht

Aus eigener Tasche könne die Gemeinde das Vorhaben in diesem Jahr nicht mehr finanzieren. Findet sich kein Sponsor müsste es in den Haushalt 2019 verschoben werden. Lutz Hofmann merkte dazu an, dass die Verwendung des Zuschusses vom Freistaat in Höhe von 70 000 Euro in diesem Jahr bei vielen Leuten noch immer nicht klar ist. „Die Leute denken, es müsste ja eigentlich Geld da sein“, sagte er.

Einige Räte entgegneten, dass der Haushalt jedes Jahr lange genug in der Gemeinde ausliege, sich diesen aber erfahrungsgemäß niemand nochmal anschaue. In diesem Jahr musste der Landeszuschuss zum Ausgleich des Haushaltes herhalten. Ob das Geld im nächsten Jahr für Investitionen genutzt werden kann, ist noch unklar.

Von Sebastian Fink

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