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Döbeln Zschaitzer Kirchenschiff wird wieder flott gemacht
Region Döbeln Zschaitzer Kirchenschiff wird wieder flott gemacht
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00:19 17.06.2017
Pfarrer Reinhard Mehnert freut sich, dass es am Zschaitzer Kirchenschiff jetzt losgeht mit der Sanierung. Quelle: Sven Bartsch
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Zschaitz

Derzeit ist der Jahnataler Pfarrer Reinhard Mehnert von einer Baustelle zur anderen unterwegs. Während die Planungen für den dritten Bauabschnitt in der Jahnaer Kirche laufen (die DAZ berichtete), geht es in Zschaitz bereits in der kommenden Woche mit den Arbeiten am Kirchenschiff los. Seit Dienstag ist das Gerüst rund um den Anbau von 1749 errichtet. Mit dem Tragwerk des Daches soll es losgehen. „Etliche Balken müssen neu angeschuht werden, weil die Köpfe weggefault sind. Manche müssen auch wieder in ihre alte Verankerung zurückgelegt, schadhafte Teile ausgetauscht und Holznägel nachgezogen werden“, erklärt der Pfarrer.

Für die Arbeiten am Dachstuhl soll zunächst ein Eingang ins Dach freigelegt werden. Erst wenn unter den alten Ziegeln alles fertig ist, sollen diese verschwinden und durch rote Biberschwänze ersetzt werden. Zuvor muss auch noch etwas für die Stabilität des Schiffs getan werden. „Früher gab es hinter der Kirche rundherum Grüfte. Die sind voller Wasser gelaufen, wodurch die Fundamente instabil geworden sind“, erklärt Mehnert die teils langen Risse im Mauerwerk. Um das Absacken des Gebäudes zu verhindern, sind bereits dicke Betonfundamente im Boden versenkt worden. Im Zuge der jetzigen Außensanierung wird zudem am Dachwalm ein Ringanker gezogen. Dazu werden Eisenanker mit dem Mauerwerk vernagelt.

Während die genannten Arbeiten von Fachfirmen ausgeführt werden müssen, wollen die Gemeindeglieder zeitgleich beginnen, den Putz dort abzuschlagen, wo er schadhaft oder locker ist. Mehnerts Hoffnung ist, dass der Putz nur stellenweise ganz neu aufgetragen werden muss. Zudem kümmert ich die Gemeinde, in der sich viele Fachleute beteiligen, selbst um das Streichen der vor sechs Jahren aufgearbeiteten Fenster und die Malerarbeiten auf dem Putz, der in einem Weißton gestrichen werden soll. Zudem bereiten sie den Ringanker vor und haben schon das ganze Dach ausgeräumt. Rund 24 000 Euro sind ihre Eigenleistungen wert. Dazu kommen noch einmal einige Tausend Euro aus Spendengeld. Insgesamt werden rund 282 000 Euro investiert. Den Löwenanteil trägt die Landeskirche mit 184 000 Euro. Weitere 60 000 Euro kommen aus der EU-Förderung.

Dass Schiff und Turm, der 2012 im Spachtelputz und mit dunklem Schieferdach saniert wurde, am Ende ganz unterschiedlich aussehen werden, ist durchaus so gewollt. „Original war das eine gotische Kirche. Der Turm ist von 1515, aber das heutige Schiff wurde 1749 neu angebaut. Das war dann aber schon Barock, das wird man farblich auch sehen“, erklärt Mehnert. Dadurch erklärt sich auch das leicht unproportionale Verhältnis zwischen Turm und Schiff – das ursprüngliche Langhaus war wesentlich niedriger.

Wenn alles glatt geht und die Baufirmen schnell vorankommen, kann Mehnert die Kirche zu Weihnachten gerüstfrei präsentieren. Andernfalls dürfte es bis Mai 2018 dauern. Danach soll noch der Kirchberg zur Straße hin angeschrägt und mit einer neuen Mauer aus alten Bruchsteinen begrenzt werden. Dadurch bekommt die Kirche auch einen barrierefreien Eingang, für den extra die Holzpforte verlängert wird.

Von Sebastian Fink

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