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Döbeln Zschaitzern stinkt’s im Naherholungsgebiet
Region Döbeln Zschaitzern stinkt’s im Naherholungsgebiet
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00:20 18.08.2017
Am 26. April vergangenen Jahres nahmen Wolf-Thomas Hendrich, Immo Barkawitz, Stephan Baillieu und Dirk Schilling (v.l.) die Kläranlage in Zschaitz. Quelle: Foto (Archiv): Sebastian Fink
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Zschaitz

Seit Ende April 2016 ist die Kläranlage am Zschaitzer Sportplatz in Betrieb. „Ich denke, wir haben die Zweifel über die Anlage zerstreut, was Sicht- und Geruchsbelästigung angeht“, sagte der Vorsitzende des Abwasserzweckverbandes Döbeln-Jahnatal (AZV), Dirk Schilling damals der DAZ. Eine Sichtbelästigung gibt es angesichts der kaum einen Meter hohen grünen Abdeckungen der Anlagen tatsächlich nicht. Mit dem Geruch verhält es sich seit geraumer Zeit anders. „Die Kläranlage stinkt. Bei der Feuerwehr kann man kein Fenster mehr öffnen“, klagte Gemeinderatsmitglied Ottmar Kunze während der jüngsten Sitzung in der vergangenen Woche.

Auch Wanderer im Wald des nebenan gelegenen Naherholungszentrums fühlten sich durch den Geruch stark gestört. Einer habe sich erbrochen, hieß es aus der Runde. Sportlern des SV 52 Zschaitz sei zudem beim Training schlecht geworden. „Wir haben bei der Bevölkerung vorher um Verständnis geworben und gesagt, es riecht nicht. Und nun ist es doch so, da muss etwas getan werden“, forderte Ratsmitglied Jörg Fritzsche.

Auch Bürgermeister Immo Barkawitz (Freie Wähler) war das Problem schon in die Nase gestiegen. Und in die Ohren. „Die Anlage rauscht auch hörbar, obwohl gesagt wurde, dass sie kaum Geräusche machen würde“, erklärte er und versprach, sofort eine offizielle Anfrage an die Abwassergesellschaft Oewa zu stellen. Inzwischen ist Bewegung in die Sache gekommen.

Stephan Baillieu, als Geschäftsführer des AZV und der Döbeln-Oschatzer Wasserwirtschaft für die Anlage zuständig, machte sich Anfang der Woche selbst ein Bild vor Ort. Dass es eine Geruchsbelästigung gibt, konnte er danach ebenfalls bestätigen. „Als ich da war, konnte man etwas riechen. Aber ob das aus der Anlage kommt oder aus der Kanalisation, kann ich noch nicht sagen.“

Baillieus Vermutung: Seit Inbetriebnahme der Kläranlage haben sich noch nicht alle Anwohner angeschlossen. Dadurch ist noch nicht der benötigte Durchflussgrad im Kanal erreicht, so dass sich Feststoffe im Abwasser im Kanal festsetzen können, die dann den Geruch verursachen. Auch Immo Barkawitz hatte einen ähnlichen Verdacht im Gemeinderat geäußert und darauf hingewiesen, dass die Gemeindeverwaltung keine Kenntnis davon erhält, wie viele Bürger schon angeschlossen sind. Zudem könne es sein, dass alte Klärgruben von Anwohnern direkt in die Kanalisation entleert würden.

In den nächsten Tagen will Stephan Baillieu das Problem nun genauer untersuchen. „Ich habe das Protokoll der letzten Gemeinderatssitzung angefordert, um der Sache auf den Grund gehen“, sagte er. Der Kanal werde von Fachleuten untersucht, ebenso wie die Anlage selbst. Doch dass es an dem rund 850 000 Euro teuren Bauwerk liegt, hält der AZV-Geschäftsführer für unwahrscheinlich. „So eine Anlage haben wir ja nicht nur einmal im Bestand. Eine läuft in Nelkanitz und eine weitere ist gerade im Bau. Die laufen eigentlich störungsfrei“, berichtete er.

Von Sebastian Fink

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