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Döbeln Zu wenige Gäste: Döbelner Ratskeller schließt zum Jahresende
Region Döbeln Zu wenige Gäste: Döbelner Ratskeller schließt zum Jahresende
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00:35 22.10.2015
Restaurantfachmann Eric Wolf und Koch Toni Lange halten im Döbelner Ratskeller bis Jahresende die Stellung und bleiben dann beim Gastroservice Lemke beschäftigt. Quelle: Sven Bartsch
Döbeln

Der Gastroservice von Lars Lemke betreibt den Ratskeller seit 2009. Doch zuletzt blieben Besucherzahlen und Umsätze deutlich hinter den Erwartungen zurück. "Wir haben viel versucht und zeitweise auch gute Erfolge erzielt. Doch es machen auch immer mehr Gaststätten auf. Beim Mittagsangebot an Wochentagen können wir zudem nicht auf Dauer mit dem Imbissangebot an der Fleischertheke preislich konkurrieren." Deshalb habe man jetzt die Reißleine ziehen müssen. "Wir haben alle unsere Rechnungen bezahlt, sind auch mit der Pacht nicht im Rückstand. Wir können unser Engagement im Ratskeller bis Jahresende mit erhobenem Haupt zu Ende bringen", so der Gastronom weiter.

Bei der Stadt Döbeln als Verpächterin bedankt sich Lars Lemke ausdrücklich für die gute Zusammenarbeit. In wirtschaftlich schwierigen Zeiten und ganz besonders nach dem Hochwasser 2013 seien die Stadt und der Stadtrat dem Betreiber bei der Pacht immer entgegen gekommen.

Das Personal im Ratskeller nimmt Lars Lemke mit in seine weiteren Unternehmungen. "Gute Leute werden in der Gastronomie derzeit ganz intensiv gesucht. Es gibt einfach zu wenig gutes Personal. Deshalb werde ich mein tolles Ratskeller-Team in jedem Fall weiter beschäftigen."

Lars Lemke hatte mit seinem Gastro-Unternehmen den Ratskeller zum 1. Mai 2009 von der damaligen Ratskeller GmbH übernommen. Der Hauptausschuss des Stadtrates und später auch der Stadtrat hatten das Pachtverhältnis zwischen der Stadt und der Ratskeller GmbH auf deren Wunsch beendet und sich einstimmig für den neuen Betreiber Lars Lemke ausgesprochen. Hinter der Ratskeller GmbH steckte damals der langjährige Stadtrat und Stadtwerbering-Chef Klaus Hajek. "Ich bin Kaufmann und es war immer klar, dass ich nicht ewig Wirt bleibe", sagte Klaus Hajek damals als Sprecher der Ratskeller GmbH. Als im Oktober 2006 das damalige Brauhaus im Ratskeller vor dem Ruin stand, war der Stadtwerberingchef zunächst als Vermittler zwischen den Betreibern und den Banken im Einsatz. Als sich an einer Art Runder Tisch keine Lösung fand, die Bank alle Kredite fällig stellte und mit dem Ausräumen des voll eingerichteten Ratskellers drohte, unterbreitete Hajek schließlich 2006 selbst ein Angebot und stieg mit ein. "Ziel war es, den Ratskeller zu retten. Denn wenn einmal das Licht aus und alles ausgeräumt ist, wäre der Ratskeller tot gewesen", schilderte Hajek damals seine Beweggründe. Jeder neue Interessent hätte erst einmal 300.000 Euro in eine neue Einrichtung investieren müssen.

Jetzt bleibt der Ratskeller voll eingerichtet und betriebsbereit. Draußen am Biergarten vor dem Ratskeller haben am Montag Mitarbeiter der Firma Garten-Holz-Thiel damit begonnen, die Freifläche mit neuen Holzbohlen zu bestücken. "Unsere Mitarbeiter im Rathaus versuchen schnellstmöglich einen neuen Pächter für die repräsentative Gaststätte zu finden. Im ersten Haus am Platz soll es möglichst keinen Leerstand geben", sagte  Stadtpressesprecher Thomas Mettcher am Montag. Die Reparatur des Biergartens auf dem Obermarkt sei zudem eine Hochwasserschadensbeseitigung. Mit Flutgeld werden die Holzbohlen und Balken erneuert, nachdem 2013 Wasser und Schlamm den Holzunterbau beschädigt hatten. "Der Biergarten wird zudem auch zur Hälfte vom Hotel Bavaria genutzt" so der Stadtpressesprecher weiter.

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