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Döbeln Zündeln für den Mandanten: Harthaer Rechtsanwältin fackelt Fußmatte ab
Region Döbeln Zündeln für den Mandanten: Harthaer Rechtsanwältin fackelt Fußmatte ab
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Zwei Harthaer stehen wegen versuchter Brandstiftung vor Gericht. Sie sollen eine Fußmatte in einem Mehrfamilienhaus in Hartha angezündet haben. Quelle: Wolfgang Sens (LVZ/DAZ)
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Hartha/Döbeln

Eine Verteidigerin geht für ihren Mandanten durchs Feuer. Oder legt versuchsweise selbst welches. Rechtsanwältin Mandy Schützel verteidigt vorm Schöffengericht des Amtsgerichtes Döbeln einen jungen Mann, der zusammen mit seinem Kumpel eine Fußmatte angezündet haben soll – versuchte schwere Brandstiftung liegt den beiden Männern zur Last. Sie sagen aber, der Abstreicher habe trotz ihrer Anzündversuche gar nicht gebrannt, als sie das Haus verließen. Der Mieter der Wohnung dagegen sagt, dass die Matte sehr wohl in Flammen stand und er sie brennend ins Bad unter die Dusche bugsiert und dort mit dem Wasser aus der Duschbrause gelöscht habe.

Flammen schlagen einen Meter hoch

„Wir haben eine Fußmatte mit Spiritus getränkt und angezündet. Das war so heiß, dass man es gar nicht mehr anfassen konnte“, sagte Rechtsanwältin Schützel und zeigte, wie hoch die Flammen schlugen: Mindestens einen Meter. Der Test soll zeigen, dass der Zeuge die brennende Matte gar nicht hätte ins Bad schleifen können, sprich seine Glaubwürdigkeit in Zweifel ziehen. Die Frage ist, welchen Wert das Gericht diesem Brandversuch der Verteidigerin beimisst.

Der zweite Prozesstag war ein sogenannter Schiebetermin. Das Gericht hatte ihn veranstaltet, um die Hauptverhandlung innerhalb der gesetzlichen Fristen fortsetzen zu können. Der als sachverständige Zeuge geladene Brandgutachter hatte nämlich gerade Urlaub. Außer Mandy Schützels Bericht, wie sie selbst einen Abstreicher abgefackelt hat, kam nichts weiter spektakuläres zu Sprache.

Nicht ganz nüchtern Feuer gelegt?

Am nächsten Verhandlungstag soll dann der Gutachter aussagen. Vielleicht bringt das ja Klarheit darüber, ob der Abstreicher tatsächlich gebrannt hat, als die beiden Angeklagten das Haus in Hartha verließen. Sie waren an jenem Dezembertag 2016 auf dem Harthaer Weihnachtsmarkt und nicht mehr ganz nüchtern, als sie ihren Kumpel besuchen wollten. Der öffnete ihnen mitten in der Nacht nicht. Wie die Angeklagten selbst sagten, fanden sie im Haus eine Flasche Grillanzünder, deren Inhalt sie auf die Fußmatte kippten. Dann haben sie versucht, das Ganze anzuzünden. Es habe aber nicht gebrannt. Wenn das stimmt, wird sich das Gericht eine Meinung darüber bilden müssen, ob dieses Handeln als Versuch der schweren Brandstiftung strafbar ist. Das ist ein Verbrechen, für das das Gesetz mindestens ein Jahr Haft als Strafe vorsieht und zudem den Versuch unter Strafe stellt.

Von Dirk Wurzel

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