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Zug in Döbeln besprüht – in Chemnitz Geldstrafe kassiert

Justiz Zug in Döbeln besprüht – in Chemnitz Geldstrafe kassiert

Ein Leipziger hat vor einem Jahr einen Zug besprüht, der auf dem Döbelner Hauptbahnhof stand. Mit dem Urteil des Amtsgerichtes Döbeln wegen Sachbeschädigung war der 33-Jährige nicht einverstanden und hatte Berufung eingelegt. Nun verhandelte das Landgericht Chemnitz.

Ein Sprühfink hatte am Landgericht Chemnitz sein Urteil wegen Sachbeschädigung angefochten

Quelle: picture alliance / dpa

Döbeln/Chemnitz/Leipzig. Zehn mal acht Meter – 80 Quadratmeter sind schon ein ganz schön großer Fleck. Eine Fläche dieser Größe sollen drei Leipziger, 27, 30 und 33 Jahre alt, in der Nacht des 7. Juli vergangenen Jahres besprüht haben. „Abenteuer Straßenräuber“, „Antifa“ und das Kürzel „CSD“ prangten nach der Aktion auf einem Betriebswagen der Deutschen Bahn, der auf dem Döbelner Hauptbahnhof stand. Anderthalb tausend Euro kostete es, das Schienefahrzeug zu reinigen.

Am 3. März verhandelte das Amtsgericht Döbeln den Fall. Sachbeschädigung lag den Leipzigern zur Last, denn als solche gilt das Besprühen von Zügen und Wänden strafrechtlich. Dem Amtsgericht langten die Beweise und es verurteilte die Mitglieder der Sprayer-Crew, so die englische Szenesprache für das Sprüher-Trio, zu Geldstrafen. Der 30-Jährige soll demnach 60 Tagessätze á 30 Euro zahlen, der 27-Jährige 75 Tagessätze zu 30 Euro und der Dritte im Bunde 105 Tagessätze zu zwölf Euro. Zwei hatten ihre Urteile anerkannt, der 33-Jährige legte Berufung ein. Und so verhandelte jüngst die 7. Kleine Strafkammer des Landgerichtes Chemnitz unter ihrem Vorsitzenden Richter Frank Schmidt die Angelegenheit erneut. Ergebnis: „Die Kammer hat die Berufung verworfen“, informiert Richterin Marika Lang, Pressesprecherin des Landgerichtes Chemnitz, auf Nachfrage der Döbelner Allgemeinen Zeitung. Das bedeutet: Die 7. Kleine Strafkammer hat das Amtsgerichts-Urteil bestätigt. Es bleibt bei der Geldstrafe von 105 Tagessätzen zu zwölf Euro, also insgesamt 1260 Euro. Damit gilt der Verurteilte landläufig als vorbestraft, denn im Führungszeugnis stehen Verurteilungen zu Geldstrafen von über 90 Tagessätzen und solche zu über drei Monaten Haft.

Graffiti sind ein allgegenwärtiges Ärgernis in der Region Döbeln. Nicht nur an den Zügen, sondern vor allem an Wänden stoßen die Schmierereien auf wenig Gegenliebe. Da meist nachts aktiv, gelingt es selten, Tatverdächtige zu ermitteln, die man dann auch vor Gericht stellen kann. Im Gebiet der Polizeidirektion Chemnitz, zu der auch der Revierbereich Döbeln gehört, gab es laut polizeilicher Kriminalstatistik mehr Sachbeschädigungen durch Graffiti. Die Polizei zählte 395 Fälle mehr, als 2015.

Das letzte Mal, dass das Amtsgericht Döbeln eine Sachbeschädigungs-Anklage öffentlich verhandelte, deren Tatort in der Region lag, war 2015. Die Straftat selbst liegt noch länger zurück. in der Nacht des 31. Oktober 2011 hatte der damals Angeklagte einen abgestellten Zug auf dem Bahnhof in Waldheim mit Sprüchen wie: „Gasto tase h1“, „Held der Arbeit“ und „Halloween 2011“ besprüht. Weil er dabei ordentlich in der Gegend herumrotzte, kam ihm die Polizei durch die DNA-Analyse auf die Spur. Ein halbes Jahr Haft mit Bewährung lautete damals das Urteil für den Schmierfinken.

Von Dirk Wurzel

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