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Döbeln Zum Selberzapfen: Milchtankstelle in Haßlau wird gut angenommen
Region Döbeln Zum Selberzapfen: Milchtankstelle in Haßlau wird gut angenommen
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12:03 22.02.2018
Michaela Heiland und Tochter Mia (3 Jahre) aus Roßwein in der Milchtankstelle Haßlau.  Quelle: Sven Bartsch
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Haßlau

 „Mir ist es lieber, die Milch schmeckt, als dass sie so billig wie möglich ist.“ Gerade hat Ursula Menzel den hübschen kleinen Raum betreten, über dessen Eingangstür in großen Lettern „Milchtankstelle“ prangt. Mit seiner frischen Aufmachung – zartgrüne Wände, weißgerahmte Fotos aus dem Kuhstall, dezente Deko – gleich noch mehr Lust darauf macht, Milch zu zapfen. Die Etzdorferin ist gemeinsam mit ihrer Heimatverein-Kollegin Johanna Quaas nach Haßlau gekommen, um hier das Angebot der Milchbauer Christian Kalbhenn und Gerhard Gröbner zu testen.

Rund 30.000 Euro haben die beiden, die als GbR 365 Milchkühe halten und 400 Hektar Acker bewirtschaften, in die Milchtankstelle investiert. „Die Hälfte davon kostet der Automat“, sagt Kalbhenn. Ursula Menzel und Johanna Quaas waren schon am Wochenende da, als die Milchtanke mit einem kleinen Fest offiziell eröffnet wurde. „Aber da sind wir gar nicht an den Automaten rangekommen“, sagt sie. Kein Wunder. Knapp 500 Besucher, schätzt Christian Kalbhenn, waren da, haben Stallführungen, Hüpfburg Gegrilltes und Milchverkostung in Anspruch genommen. Rund 300 Liter frische Milch, direkt von der Kuh, sind Sonnabend und Sonntag gezapft worden. „Es brummt“, freut sich Kalbhenn und sagt: „Die Leute sind bereit mehr zu bezahlen für Milch, aber sie wollen auch, dass ihr Geld direkt beim Bauern ankommt.“

Glas oder PET-Flasche für die frische Milch

Das tut es im Fall der Milchtankstelle. „Früher hab ich selbst gemolken“, erzählt Johanna Quaas, während sie mit der linken Hand ihre Flasche unter das Zapfröhrchen hält und mit rechts den Knopf drückt, der die weiße Flüssigkeit fließen lässt. Die Seniorin hat in der LPG gearbeitet, später noch eigene Kühe gehalten. Ihr schmeckt die Milch in Pappbehältern einfach nicht, weshalb sie ein Angebot wie hier in Haßlau gern nutzt. In PET oder Glasflaschen kann man sich die Milch abfüllen, bezahlt wird der Behälter über eine Kasse des Vertrauens. „Man kann natürlich auch sein eigenes Gefäß mitbringen.“ Daniel Burdack aus Roßwein nimmt sich eine der Glasflaschen aus dem Schrank und wirft drei Euro in die Vertrauenskasse. Für die Milch wird am Automaten bezahlt, an dem fast alles automatisch geht. „Hier kommt das Geld für die Milch direkt beim Erzeuger, das find ich gut“, erklärt er, warum er zukünftig öfter nach Haßlau fahren will. „Und wir trinken zu Hause schon immer Frischmilch.“

Ist die Milch kontrolliert, kommt sie in den Automaten

Auf jeden Fall zwei Tage hält sich die Milch aus der Tankstelle im Kühlschrank. Vor dem Trinken sollte sie auf mindesten 70 Grad erhitzt werden. Das ist die Empfehlung. Denn das, was aus dem Zapfhahn kommt, ist eine rohes Produkt. Also so, wie es gemolken wird. „Die Milch fließt von der Kuh nur durch einen Filter, um eventuelle Verschmutzungen zu beheben“, erklärt Kalbhenn. „Dann wird sie runtergekühlt und gerührt, bevor sie in den Tank fließt. Von dort kommt sie in die Tankstelle, aber erst, wenn Kalbhenn das Okay aus Leppersdorf bekommt, wo die Haßlauer 11.000 Liter Milch am Tag hinliefern. In der Molkerei dort wird die Milch nämlich kontrolliert. Einmal am Tag wird der Automat in Haßlau befüllt, was übrig bleibt, bekommen die Kälber zu trinken.

„Wir wollen einfach zeigen, dass wir ein Superprodukt herstellen“ erklärt Christian Kalbhenn, warum sie die Milchtankstelle, die rund um die Uhr genutzt werden kann, eröffnet haben. Gleichzeitig wollen sich die Haßlauer Erzeuger damit auch gegen den immer weiter fallenden Milchpreis wehren. Zum Vergleich: Mit drei Kühen für die Milchtankstelle macht die GbR genauso viel Umsatz wie mit der Milch von 15 Kühen sonst.

Von Manuela Engelmann

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