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Döbeln Zum letzten Mal: Pfingstenim Hasennest
Region Döbeln Zum letzten Mal: Pfingstenim Hasennest
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00:31 24.05.2015
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Da war auch schon die neue Brücke am Hasennest eingeweiht.

Bis 1989 war das Hasennest noch als reguläre Gastwirtschaft in Betrieb gewesen, geführt von Anita Leskos Großvater Albert Schettler. Nachdem er das Gasthaus geschlossen hatte, hatte Schettler dennoch weiterhin zur traditionellen Pfingstrast eingeladen. 1996 ist Albert Schettler verstorben. Als die Enkelin Haus und Grundstück übernahm, war für die damals in der Gastronomie arbeitende junge Frau klar, dass sie diese Pfingsttradition auf dem Grundstück am Flussufer wieder aufnehmen würde.

Der alte Hasennest-Steg war 2002 ein Opfer des Hochwassers geworden. Die Gemeinde Ziegra-Knobelsdorf ließ daraufhin die neue Brücke bauen. "Für mich war auch das ein schöner Anlass, das Hasennest wieder als Pfingstrast-Standort zu öffnen", sagt Anita Lesko.

Traditionell wird an Pfingsten im Hasennest ungarisch gekocht. Anita Leskos Mutter reist eigens dafür aus Ungarn an, um die Gulaschsuppe zuzubereiten. Zudem gibt es wieder Gänsefett-Schnitten, selbst gemachten Schokolikör, den hochprozentigen Obstler namens Palinka sowie frisch gezapftes Bier.

Pfingstsonntag und -montag sind Gäste im Hasennest willkommen. "Eine ganze Gruppe reist seit mehreren Jahren aus Leipzig an, und auch aus Döbeln haben wir gewissermaßen Stammgäste, die auch gleich als ganze Gruppe zu uns geradelt kommen." Man merkt Anita Lesko an, dass sie sich auch dieses Jahr wieder auf das Pfingstwochenende freut. Sowohl aus familiären als auch aus beruflichen Gründen könne sie jedoch das Pfingstwanderangebot nicht aufrecht erhalten. Ihrer Mutter wolle sie die lange Anreise aus Ungarn nicht mehr zumuten. Der Vater sei vor zwei Jahren verstorben, stehe also als tatkräftiger Unterstützer nicht mehr zur Verfügung. "Alleine kann ich es nicht mehr schaffen", sagt die Mutter eines Sohnes, die früher einmal das "Il Treno" in Döbeln bewirtschaftete und heute als Kindergärtnerzieherin arbeitet.

Wer noch einmal die Pfingstgastlichkeit des Hasennestes genießen möchte, hat in diesem Jahr die letztmalige Gelegenheit dazu. Am Pfingstsonntag und Montag ist jeweils ab 10 Uhr geöffnet.

Steffi Robak

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