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Döbeln Zur Qualität unseres trinkwassers: Hahn auf, statt Kästen schleppen
Region Döbeln Zur Qualität unseres trinkwassers: Hahn auf, statt Kästen schleppen
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21:26 30.07.2012

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"Unser Trinkwasser in Deutschland ist das am besten untersuchte Lebensmittel, das wir haben", sagt Dr. Birgit Rehlender von der Stiftung Warentest. Solche Worte gehen Hans-Jürgen Gemkow, Geschäftsfüh- rer des Wasserverbandes Döbeln-Oschatz, runter wie - sagen wir ausnahmsweise mal - wie Wasser.

Gerade jetzt, in der warmen Jahreszeit, stehen Durstlöscher hoch im Kurs. Und vieles spricht tatsächlich dafür, statt Mineralwasser aus dem Supermarkt einfach Leitungswasser zu trinken. Es wird strenger reguliert und kontrolliert als das Wasser in Flaschen. Zur einwandfreien Qualität kommt der Spareffekt hinzu: Für 1000 Liter Trinkwasser müssen im Versorgungsgebiet Döbeln-Oschatz 1,51 Euro gezahlt werden, also 0,151 Cent pro Liter. Da hält das billigste Billigwasser aus der Kaufhalle nicht mit. Auch das Kästenschleppen erübrigt sich. "Diese Mühe kann man sich wirklich sparen. Unser Trinkwasser wird ständig geprüft und es schmeckt", wirbt Gemkow fürs Produkt des Verbandes.

Wie ein Schlag ins Gesicht der Wassermänner sind dann solche Meldungen, die uns erst vor wenigen Wochen aus dem Raum Dahlen erreichten. Durch Kontrollen war eine Grenzwertüberschreitung bei Kolibakterien festgestellt worden, ein Abkochgebot des Gesundheitsamtes folgte. Bedrohlich sei die Situation für den Verbraucher nicht gewesen, versichert Gemkow. "So etwas kommt ganz selten vor, durch die regelmäßigen Kontrollen wird es sofort aufgedeckt und das Problem abgestellt." Was im Dahlener Fall tatsächlich passierte. Und: Auch das Wasser aus der Plastik- oder Glasflasche ist nicht immer keimfrei. In zwölf von 30 getesteten Flaschen hat die Stiftung Warentest Keime entdeckt. Ganz anders bei wichtigen Mineralstoffen, die der Körper für Stoffwechsel und Muskelaufbau braucht und die im Flaschenwasser eher Mangelware sind.

Das Gesundheitsamt Mittelsachsen bestätigt auf Nachfrage, dass das vom Wasserverband Döbeln-Oschatz an den Hausanschlüssen bereit gestellte Trinkwasser in seiner Qualität den Vorgaben der Trinkwasserverordnung entspricht und zum Verzehr geeignet ist. "Es kann in dieser Qualität auch ohne Bedenken den Kindern zum Trinken gegeben werden", sagt Cornelia Kluge, Sprecherin des Landratsamtes. Die Zuständigkeit des Versorgers endet jedoch in der Regel an der Wasseruhr. Und unstrittig ist laut Gesundheitsamt, dass die Wasserqualität in der Hausinstallation selbst nachteilig beeinflusst werden kann, zum Beispiel durch das Rohrleitungsmaterial, durch nicht regelmäßig gewartete Filter oder durch verkeimte Wasserhähne. Die Eigenverantwortung des Hauseigentümers ist an dieser Stelle gefragt.

Vermieden werden sollte der Verzehr von Stagnationswasser, also Wasser, das länger als vier Stunden in der Leitung gestanden hat. Vor allem für die Zubereitung von Säuglingsnahrung ist es nicht zu empfehlen. "Einfach das Wasser etwas laufen lassen, wenn es schön kühl ist, dann handelt es sich um frisches Wasser", rät Gemkow. Zum Thema Leitungsmaterial sagt der Verbandschef, dass die Handwerker bei Neuinstallationen die Wasserqualitäten kennen müssen, um das richtige Material zu wählen. Das bestätigt Steffen Wolke vom gleichnamigen Döbelner Sanitär- und Klempnereibetrieb. "Bei Neuinstallationen von Trinkwasserleitungen verwenden wir im Raum Döbeln das Mehrschichtverbundrohr, dessen wasserführende Schicht aus Polyethylen am besten geeignet ist", sagt Wolke. Der Fachmann erinnert zudem daran, bei Hausanlagen, die über einen Filter verfügen, diesen im vorgegebenen Intervall zu spülen.

Wirklich problematisch wird der Trinkwassergenuss bei sehr alten Gebäuden, die noch über Bleileitungen verfügen. "Hier können Bestandteile herausgewaschen werden. Der Wasserverband weist die Hauseigentümer darauf hin. Auf die Zubereitung von Nahrung für Kleinstkinder sollte dann verzichtet werden", erklärt Hans-Jürgen Gemkow. Ab Dezember 2013 wird der Grenzwert für Blei auf 0,01 Milligramm pro Liter gesenkt. "Dieser Wert lässt sich nur einhalten, wenn Bleileitungen ausgetauscht werden", heißt es vom Bundesverbraucherministerium.

Wer ganz sicher gehen will, kann sein Leitungswasser untersuchen lassen. "Das Gesundheitsamt steht dafür gern beratend zur Verfügung", sagt Cornelia Kluge. Die Trinkwasseranalyse sollte bei einem Labor erfolgen, dass auf der Landesliste des Sächsischen Verbraucherschutz-Ministeriums gelistet ist. Olaf Büchel

www.sms.sachsen.de; www.publikationen.sachsen.de; ("Trinkwasser - aber sicher!")

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