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Döbeln Zwei 80-Cent-Jobs für Ostraus Asylbewerber
Region Döbeln Zwei 80-Cent-Jobs für Ostraus Asylbewerber
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23:00 24.11.2016
Ostraus Bürgermeister Dirk Schilling (CDU) hat zwei 80-Cent-Jobs für Asylbewerber aus der Russischen Föderation für seinen Bauhof bekommen. Quelle: Sven Bartsch (Archiv)
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Ostrau/Chemnitz

Gute Nachrichten hatte Ostraus Bürgermeister Dirk Schilling am Donnerstagnachmittag zu verkünden: „Es hat geklappt, der Unterausschuss spricht die Empfehlung an den Landkreis aus, zwei Stellen für Asylbewerber bei uns zu fördern“, erklärte Schilling noch auf der Rückfahrt von der Arbeitsagentur Chemnitz am Telefon. Soll heißen: Zwei Männer der Flüchtlingsfamilien aus der Russischen Föderation, die seit einigen Monaten in der Ostrauer Ernst-Thälmann-Straße wohnen, dürfen ab kommende Woche Donnerstag im Gemeindebauhof arbeiten. Sie erhalten 80 Cent pro Stunde, die Förderung ist zunächst auf ein Jahr angelegt.

Damit verschafft Schilling dem meist stark beanspruchten Bauhof zwei Hilfsarbeiter, die im vor einem Monat angelaufenen Deutschkurs bereits Sprachkenntnisse gesammelt haben und zudem sehr arbeitswillig auftreten. „Man merkt, dass die Leute etwas geben wollen“, sagte er. Immer wieder seien die Männer und Frauen mit dem Wunsch nach Arbeit auf ihn zugekommen.

Fraglich ist nur, ob die beiden Familienväter, die ihren Dienst m 1. Dezember antreten werden, über die gesamte Laufzeit der Förderung dabei bleiben können. Denn der Aufenthaltstatus ist noch für keinen der 38 Asylbewerber in Ostrau geklärt. „Wir wollen nochmal mit der Stabsstelle Asyl sprechen. Mit dem Bleibestatus hatten wir uns das anders vorgestellt. Wir haben jetzt viel investiert und es wäre schade, wenn die Leute wieder gehen müssten“, sagte Schilling. Für die beiden Arbeitsplätze im Bauhof ist für den Fall einer Ablehnung des Asylantrags vorgesorgt. Da die Stellen nicht personengebunden vergeben werden, können im Fall einer Ausweisung abgelehnter Asylbewerber andere einspringen.

Die restlichen Erwachsenen in den Ostrauer Flüchtlingsfamilien wollen sich anderweitig eine Beschäftigung suchen. Einige wollen einen Schrebergarten übernehmen. Gespräche mit Christian Werner vom Kleingartenverband liefen bereits, so Schilling. „Dort hat man schon Erfahrung damit gesammelt. Für die Flüchtlinge wäre es eine sinnvolle Beschäftigung“, meint er.

Dabei könnte es bald noch mehr bezahlte Arbeit in der Gemeinde geben. „Von den 263 möglichen externen Flüchtlingsintegrationsmaßnahmen sind erst 60 besetzt“, sagte Schilling gestern. „Wir hätten sogar noch zwei bis drei mehr beantragen können und werden jetzt in der Gemeindeverwaltung überlegen, ob wir das machen.“ Denkbar seien weitere Stellen im Bauhof. Dazu müsse jedoch erst geprüft werden, ob es sich personell regeln lässt, noch mehr Leute in den Arbeitsablauf zu integrieren. Denn die Flüchtlinge können nur in Begleitung und nicht alleinverantwortlich arbeiten.

Von Sebastian Fink

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