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Döbeln Zwei Fliegen mit einer Klappe
Region Döbeln Zwei Fliegen mit einer Klappe
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21:49 08.05.2014
Seit Jahren ist die ehemalige Lenin-Schule in Döbeln-Ost I komplett leer. In den 90-er Jahren war der Plattenbau zuletzt als Außenstelle des Lessing-Gymnasiums genutzt worden. Jetzt rückt ein Abriss näher. Im Tausch gegen Flächen in Döbeln-Nord bietet die Stadt der Wohnungsgenossenschaft das Gelände an. Der geförderte Abriss gehört zum Deal. Quelle: W. Sens

Der Döbelner Stadtrat hat in seiner letzten Sitzung vor der Stadtratswahl am 25. Mai gestern Abend den Bebauungsplanentwurf für das neue Eigenheimgebiet in Döbeln-Nord gebilligt. Das Planungspapier wird nun öffentlich ausgelegt.

Allein zwischen 2002 bis 2010 wurden 1500 Wohnungen in Döbeln, größtenteils im Plattenbau, abgerissen. So entstand auch die 52 000 Quadratmeter große Brachfläche zwischen Badischer und Leipziger Straße. Die Idee, auf dieser Brachfläche eine innenstadtnahe Eigenheimsiedlung mit Ausblick auf die Stadt zu errichten, ist schon zwölf Jahre alt und sie ist bereits preisgekrönt: Die Stadt Döbeln hatte sich 2002 am Bundeswettbewerb "Stadtumbau Ost" mit einer Konzeption zum Umgang mit den Abrissflächen im Wohngebiet Döbeln-Nord beteiligt. Unter dem Titel "Neue Wohnqualitäten auf vorhandenen Infrastrukturen" wurde ein Planentwurf vorgelegt, der die Nachnutzung der ohnehin vorhandenen Infrastruktur sowie eine kleinteilige Einfamilienhausbebauung in terrassenförmiger Anordnung vorsah. Das wurde mit einem zweiten Preis prämiert.

"Doch die Umsetzung des Projektes war deutlich aufwendiger als damals gedacht", sagte Baudezernent Thomas Hanns, als er den Stadträten gestern noch einmal den Bebauungsplanentwurf vorstellte. Bei ersten Schätzungen der Erschließungskosten kam ein Dämpfer: Die Preise je Quadratmeter Bauland hätten jenseits von Gut und Böse gelegen. Doch die Stadt setzte ihre Grundstücksbewertungen niedriger an und so kamen mit den rund 1,8 Millionen Euro Erschließungskosten wieder darstellbare Preise von bis zu 85 Euro für das ebene Bauland zustande, für Hangflächen gibt es Abschläge. Die Stadt Döbeln will nichts in die Erschließung zubuttern. Sie hat aber auch großes Interesse an dem Eigenheimgebiet. Es wertet das Wohngebiet-Nord stadtplanerisch auf. Zudem soll die Wohneigentumsquote in Döbeln erhöht werden. Die liegt noch deutlich unter dem Durchschnitt vergleichbarer Städte", schildert Thomas Hanns. Wenn alles gut geht, können ab Frühjahr 2015 die ersten Häuslebauer starten. Die ersten Grundstücke sind schon reserviert.

Da das Gelände, der zwischen 2002 und 2007 abgerissenen Wohnblöcke nicht nur der stadteigenen DWVG, sondern 9000 Quadratmeter auch der Wohnungsgenossenschaft Fortschritt gehören, handelten Stadt und WG Fortschritt einen Flächentausch aus, den der Rat gestern beschlossen hat. Für die 9000 Quadratmeter in Döbeln-Nord bekommt die Wohnungsgenossenschaft im Tausch das ebenfalls um die 9000 Quadratmeter große Grundstück mit der alten Lenin-Schule. Die Stadt bemüht sich parallel darum, für den Schulabriss Fördermittel aus dem Landesbrachflächenprogramm zu bekommen, damit der Flächentausch über die Bühne gehen kann.

"Wir hatten für die alte Schule in Ost schon mal ein konkretes Projekt zum Umbau zu altersgerechten Wohnungen im Blick. Doch die Idee ließ sich finanziell nicht darstellen", sagt dazu Bernd Wetzig, Vorstand der Wohnungsgenossenschaft Fortschritt. "Da die Fläche in Döbeln-Ost aber in einem Kernwohngebiet unserer Genossenschaft liegt und wir uns zudem im Sinne unserer Mitglieder nicht an der Erschließung eines Eigenheimgebietes in Döbeln-Nord beteiligen wollten, bot sich der Flächentausch an. Wenn die Schule abgerissen ist, ist das Gelände für die WG Fortschritt eine Optionsfläche für zukünftige Entwicklungen", so Bernd Wetzig. Thomas Sparrer

Thomas Sparrer

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