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Döbeln Zwei Frauen, ein Ziel: Roßweiner sollen ihr Bürgerhaus brauchen
Region Döbeln Zwei Frauen, ein Ziel: Roßweiner sollen ihr Bürgerhaus brauchen
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00:39 16.04.2018
Wollen eine Schaltzentrale für Angebote und Bedürfnisse der Roßweiner entwickeln: Astrid Sommer (l.) und Franziska Riedel vom Bürgerhaus-Team. Quelle: Foto: Sven Bartsch
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Rosswein

Seit zwei Wochen hat das Roßweiner Projekt „Bürgerhaus“ zwei Gesichter, die es mit Leben füllen und entwickeln sollen: Astrid Sommer (42) und Franziska Riedel (33) werden in den nächsten beiden Jahren in einer geförderten Maßnahme Angebote sammeln, den Roßweinern unterbreiten, mit ihnen zusammen Ideen entwickeln und herausfinden, ob und in welchem Umfang die Stadt ein „Bürgerhaus“ nutzt beziehungsweise braucht. Das Ziel der beiden Frauen: „In zwei oder auch vier Jahren sollen die Roßweiner sagen: Wir wollen nicht mehr ohne Bürgerhaus."

Das kleine Büro unter dem Dach des Rathauses ist nur eine Zwischenlösung. „Hier können wir nicht bleiben, hier kommt ja niemand hin“, sagt Franziska Riedel. Und genau das wollen die beiden Frauen ja: Erreichbar, ansprechbar sein für die Roßweiner – egal ob den Rentner, der den Jugendlichen, der auf den Bus wartet, die alleinerziehende Mutter, die Hilfe sucht, den Ehrenamtlichen, der sich einbringen will. Deshalb: Am besten direkt am Markt, so zentral wie möglich soll eine Räumlichkeit gefunden werden, in der man nicht nur Beratungsgespräche führen kann, sondern vielleicht auch mal eine kleine Veranstaltung organisiert. Gemeinsam haben die beiden Frauen in ihren ersten gemeinsamen Tagen nicht nur die Stadt nach geeigneten Räumen erkundet, sondern auch „ganz wild Ideen kommen lassen, aufgeschrieben, was es hier schon gibt, was man anbieten könnte, was vielleicht gebraucht wird“.

So viele Interessen bündeln, wie möglich

Viel konzeptionelle Vorarbeit hat die Bürgerhaus-Initiative geleistet, mit der sich Astrid Sommer und Franziska Riedel auch bald in Verbindung setzen wollen, genauso wie mit anderen Vereinen der Stadt. Denn es geht auch darum, mit bestehenden Initiativen gemeinsam Projekte und Aktivitäten für die Roßweiner umzusetzen, ohne eine Konkurrenz – beispielsweise für das Jugendhaus – zu sein. Offen für alle zu sein, ist einer der wichtigsten Grundsätze für die beiden Frauen: „Und wenn wir es vielleicht auch nicht schaffen, alle Interessen zu bündeln, dann doch möglichst viele.“

An der Wand im derzeitigen Domizil hängen große Blätter, auf denen eine Angebotsplanung im Entstehen ist: Von Elternfortbildung über Ferienjob-Börse, Nähzirkel, Lesenacht, Flohmärkte, Hausaufgabenhilfe, Gemeinschaftsgärten mit Hochbeeten für Senioren, Kleinkunst-Veranstaltungen – vieles ist denkbar, und sicher auch umsetzbar. Auch auf den ersten Blick ungewöhnlich anmutende Angebote haben die beiden Frauen im Blick: Ein Mini-„Waschsalon“ vielleicht, für den, der keine eigene Maschine hat oder sich keine leisten kann, bei dem sie kaputt ist. Oder auch ein Alleinerziehenden-Netzwerk zur gegenseitigen Unterstützung schwebt Astrid Sommer und Franziska Riedel vor.

Wer mitmachen will, ist herzlich eingeladen

Für Astrid Sommer, die nach Roßwein als Studentin der Sozialwissenschaften kam und längst hier zu Hause ist, sind es die alten Werte, die sie im Projekt Bürgerhaus zu verwirklichen sieht: „Zusammenrücken, Hand in Hand arbeiten, sich gegenseitig helfen“, erklärt sie einen ihrer Ansprüche in Verbindung mit der Maßnahme. Direkt vor der Haustür als gelernter Sozialarbeiter so eine Möglichkeiten geboten zu bekommen, sei sehr attraktiv und einer der Gründe, warum sie sich auf die Stelle beworben hat. „Die Aussicht, an etwas mitwirken zu können, was eine Zukunft haben könnte, und was für Roßwein gut und wichtig ist, ist toll.“ Franziska Riedel, die aus Leipzig stammt und als Jugendliche fünf Jahre in Ostrau lebte, hat sich nicht auf viele Stellen beworben. Die Ausschreibung in Roßwein fand sie spannend. Noch fährt die Mutter eines vierjährigen Sohnes täglich aus Leipzig nach Roßwein, doch sie will bald wieder im ländlichen Raum leben. „Roßwein ist schön“, sagt die 33-Jährige, die Marketing, Kommunikation und Management studiert hat und sich das Studium mit der Begleitung zahlreicher sozialer Projekte finanziert hat. „Man kann sich hier nicht aus dem Weg gehen“, schätzt sie die Kleinstadt-Atmosphäre.

Bis das Bürgerhaus-Duo ein zentral erreichbares Büro gefunden hat, wollen die Frauen ab und an mit einer bunten Kiste an zentralen Orten in Roßwein präsent sein und Ideen, Anregungen, Sorgen und Wünsche entgegennehmen. Ohne eine Pool an Ehrenamtlichen, der für das Projekt Bürgerhaus aufgebaut werden soll, wird es nicht gehen. „Jeder, der sich uns anschließen oder selbst aktiv werden will, ist herzlich eingeladen.“

Per E-Mail (buergerhaus-rosswein@gmx.de) oder Telefon (034322/46670) sind Franziska Riedel und Astrid Sommer erreichbar.

Von Manuela Engelmann

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