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Döbeln Zwischen Feldsalat und Zwiebeln: Frühlingsgefühle auf dem Auenhof
Region Döbeln Zwischen Feldsalat und Zwiebeln: Frühlingsgefühle auf dem Auenhof
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17:23 28.02.2017
Etwa zehn Prozent der Jungpflanzen, die auf dem Auenhof in Niederlützschera in die Erde gebracht werden, kaufen die Gärtner zu. Der Rest wird selbst gezogen.  Quelle: Sven Bartsch
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Niederlützschera

 Auf dem Auenhof in Niederlützschera bei Ostrau ist der Startschuss für die neue Saison gefallen. Nach einem langen Winter – der ganz genau genommen ja auch noch nicht vorbei ist – sehnen sich die Bio-Gärtner nach Wärme, nach Sonne, nach Grün. Vergangene Woche hat das Team von Katrin und Oliver Leipacher die ersten eigenen Jungpflanzen ausgesät. Von nun an geht es Schlag auf Schlag: Jede Woche werden neue Samen in die Erde gebracht; ab Mitte März – je nach Wetterlage – sollen die Jungpflanzen Stück für Stück raus auf den Acker kommen.

Die gelben Zwiebeln sind die ersten, die in die Jungpflanzenbehälter gekommen sind. Mit einem Sä-Gerät befüllt Agraringenieurin Sarah Wagner einen Tray nach dem anderen. Handarbeit sehr effektiv. Knapp zwei Hektar rote und gelbe Zwiebeln werden am Ende auf dem Acker des Auenhofes stehen. Gesteckt werden sie diese Saison erstmals nicht mehr per Hand, sondern mit einem Steck-Fahrzeug, auf dem fünf Leute sitzen und die Jungpflanzen verteilen. Das macht die Arbeit leichter – und effektiver. „Die mechanische Steckung ist genauer“, erklärt Oliver Leipacher das Prinzip. „Das macht letztlich die Unkrautbekämpfung für uns auch einfacher.“ Der Biogärtner muss dafür mechanische Methoden nutzen. Je leichter das alles, umso zeitsparender und schonender für die Arbeitskräfte, die auf dem Biohof vor allem über den Winter zum Luftholen kommen. Nicht nur Zwiebeln, sondern auch Kohl, Kohlrabi, Rote Beete und vieles mehr kann auf diese mechanische Art und Weise auf den Dämmen gesetzt werden. Knapp 50 Hektar Fläche bewirtschaften die Leipachers, davon etwa 30 Hektar mit Gemüse, der Rest ist für Getreide oder Grün-Dung. Über knapp einem Hektar der Fläche stehen Gewächshäuser und Folientunnel, in denen bei Sonnenschein auch im Winter gut 15 Grad herrschen. Etwa 90 Prozent der Jungpflanzen, die hier in Niederlützschera angebaut werden, sind selbstgezogen.

circa 80 Kulturen hat der Auenhof im Sortiment. Eine Menge. „Fast zu viel“, sagt Oliver Leipacher zwiegespalten. Die Vielfalt ist bewusst gewählt. „Die Natur ist auch vielfältig.“ Allein zehn verschiedene Sorten Salat baut er an. Und jede Sorte will anders behandelt werden. Eine Spezialisierung wäre zumindest in der Handhabung einfacher.

Doch das würde sich wirtschaftlich nicht rechnen. „Wir fahren jeden Tag die Läden an – das funktioniert nicht nur mit Feldsalat“, sagt Katrin Leipacher. Sachsenweit wird das Gemüse vom Auenhof direkt geliefert. Und es gibt natürlich die Abokiste, die jetzt im Winter Sellerie, Topinambur, Kartoffeln und Rote Beete enthält. „Unsere Kunden sind tapfer“, lacht Katrin Leipacher und freut sich, dass mit Feldsalat und Postelein nun endlich wieder etwas Frisches in der Box landen kann.

Stichwort Feldsalat: Dass jetzt gerade geerntet werden kann, ist ungewöhnlich. Eigentlich wäre das leckere Grünzeug schon viel eher aus den Tunneln gekommen. Doch der Winter war hart, Die Temperaturen selbst unter den Tunneln zu niedrig. Feldsalat und Postelein sind langsamer gewachsen als sonst. Die Kälte hat auch Phosphatmangel verursacht, weshalb der Postelein jetzt rot statt grün ist. Allein: „Die Optik ändert nichts an der Qualität der Pflanze“, sagt Katrin Leipacher und führt mit diesem Beispiel ein Argument ins Feld, warum der Auenhof nach 17 Jahren am Markt gern auch wieder näher und direkter an den Kunden heran will. Der Groß- und Einzelhandel will äußerlich perfektes Gemüse. „Dem Kunden direkt kann man viel besser Zusammenhänge erklären.“

Wie sie ihren Wunsch zu mehr Kundennähe in die Tat umsetzen können, daran wollen die Leipachers in diesem Jahr feilen. Jetzt freut sich das Team des Auenhofs erst einmal, dass die Saison gestartet ist, in der neben 14 fest angestellten Mitarbeitern noch einmal genauso viele Saisonkräfte mit dabei helfen, dass Bio-Gemüse aus Niederlützschera sachsenweit von sich reden macht.

Von Manuela Engelmann

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