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Döbeln Zwischen Königskerze und Gundermann: Auf Besuch im Kräutergarten
Region Döbeln Zwischen Königskerze und Gundermann: Auf Besuch im Kräutergarten
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17:00 24.07.2018
Gudrun Leupold (l.) erklärt den Besucherinnen des Seniorencafés im Roßweiner Kräutergarten, was sie sehen. Die prächtige Königskerze etwa, aus deren Blüten ein hervorragendes Öl gewonnen werden kann. Quelle: Foto: Sven Bartsch
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Herrlich erfrischend ist die gelbe Limo, die Gudrun Leupold in die Becher gießt. Minze, Melisse, frische Zitrone und Apfelsaft machen das Getränk zu einem Gaumenschmaus bei über 30 Grad im Schatten. Doch halt: Gundermann, ein „Unkraut" mit sehr guter Würzkraft und ausleitenden Eigenschaften, gehört auch in den Trunk. Für die Besucher des Roßweiner Seniorencafés, die gestern dem Kräutergarten gegenüber dem Kirchgemeindehaus einen Besuch abstatteten, hatte die Chefin das leckere Kaltgetränk angesetzt. Natürlich gab es auch eine Kostprobe der Kräuterbutter, die Rosmarie Hortenbach gemischt hatte – neben Gudrun Leupold derzeit eine von zwei Frauen, die den Kräuterverein am Laufen halten.

Dieser Umstand war auch Bürgermeister Veit Lindner (parteilos) einmal mehr Anlass, unter den trotz großer Hitze recht zahlreich erschienenen Senioren für eine Mitarbeit im und am Kräutergarten zu werben. Und: „Gehen Sie auch bei kleinen Wehwehchen ruhig mal nicht in die Apotheke, sondern zu Frau Leupold in den Kräutergarten“, animierte das Stadtoberhaupt außerdem dazu, das umfangreiche Wissen der 73-Jährigen zur heilenden Kraft der Kräuter in Anspruch zu nehmen.

Hauptamtsmitarbeiterin Annett Herzog, die das Seniorencafé organisiert und betreut, staunte, dass trotz enormer Temperaturen doch so viele Interessierte erschienen waren. Der Ausflug war lange geplant, sonst hätte sie ihn wahrscheinlich abgesagt. Doch die Frauen und – zwei – Männer genossen auch dieses Treffen. Gudrun Leupold hielt den informativen Rundgang durch den Garten bewusst kurz, obwohl sie gut und gern ein Vielfaches hätte berichten können. Vor 14 Jahren war der Kräutergarten angelegt worden, auf steinigem Untergrund. Der Bauhof schüttete damals Erde auf und legte Abgrenzungen an. Auch heute noch stehen die Mitarbeiter den Kräuterfrauen zur Seite. Erst kürzlich holten sie den enormen Verschnitt zum Entsorgen ab, allein wären die Gudrun Leupold und Rosmarie Hortenbach der Menge nicht Herr geworden. Schneiden und Gießen sind momentan die vordringlichsten Arbeiten, die im Kräutergarten zu erledigen sind. „Wir kämpfen mit der Hitze, versuchen, alle zwei Tage zu gießen“, sagt Gudrun Leupold, die auch darauf verweist, dass Hilde nicht nur bei der Pflege des Gartens benötigt wird. „Wir arbeiten auch viel mit Kindern und Behindertengruppen.“ Es wäre toll, wenn sich jemand fände, der vielleicht mal ein paar Kräuterkissen nähen könnte oder ein paar Texte im Computer schreiben würde. Für Letzteres bot sich sogleich Bürgermeister Veit Lindner an, der auch für ein andere Problem des Kräutervereins einen Lösungsansatz in petto hat. Bis zum nächsten Schulfest, wünschen sich die Frauen, mögen die heruntergekommenen Fensterrahmen des Vereinsdomizils gestrichen sein. Für die Frauen, die außerdem beide schon über 70 Jahre alt sind, eine nicht auch noch zu bewältigende Aufgabe. Doch Veit Lindner versprach, dass schon ab September etwas passieren würde.

Von Manuela Engelmann-Bunk

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