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Döbeln Verstorbene Geschäftsfrau hilft Erben aus Leisnig
Region Döbeln Verstorbene Geschäftsfrau hilft Erben aus Leisnig
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00:43 15.04.2018
Ausschüttung der Stiftungszinsen am 12. April 2018 im Rathaus von Leisnig. Quelle: Sven Bartsch
Leisnig

Charlotte Weiß hat ihr Geld gut angelegt: Am Sonnabend würde die Leisniger Geschäftsfrau ihren 114. Geburtstag feiern. Weil sie es selbst nicht mehr tun kann, feiern andere für sie. Dafür gibt die Leisnigerin immer noch Anlass. Die Zinsen aus ihrem Vermögen, welches sie einst testamentarisch der Stadt vermachte, leisten heute immer noch gute Dienste. Aus Anlass des Geburtstages werden sie ausgeschüttet.

Angelegt mit geringem Risiko

Angelegt wurde das Geld mit geringem Risiko über eine Zinsanleihe. Dabei unterstützt die Kreissparkasse Döbeln den Vorstand der Stiftung. Darüber informiert Leisnigs Bürgermeister Tobias Goth (CDU) der dem Stiftungsrat angehört.

Nachlass ging an die Stadt

Charlotte Weiß starb 2002 im Alter von 98 Jahren. Sie verfügte, dass ihr Nachlass in eine Stiftung eingehen soll. Zu Lebzeiten engagierte sie sich unter anderem im Natur-, Heimat- und Tierschutz und half Kindern und älteren Mitmenschen.

Jetzt Anträge stellen für nächstes Jahr

Bei ihrem Vermögen handelt es sich um insgesamt 360 000 Euro. Lediglich der Zinsertrag wird gemäß Stiftungsstatut jährlich ausgeschüttet an Vereine, Institutionen, aber auch Privatpersonen, sofern sich diese darum bewerben. Anträge können jetzt schon wieder für die Ausschüttung im kommenden Jahr eingereicht werden.

Stiftungsvorstand bestimmt über Ausschüttung

Insgesamt 14 Antragsteller bewarben sich für dieses Jahr um eine Zuwendung aus der Zinsausschüttung. „Der Stiftungsvorstand entscheidet über die Höhe der Ausschüttung“, erläutert Goth. Dieses Jahr fanden alle Anträge Berücksichtigung, wenngleich dem Antrag nicht in voller Höhe entsprochen werden konnte.

Lebenszeit beantragt Geld für Hospiz

Erstmals ist der Verein Lebenszeit unter den Zuwendungsempfängern. Der Verein unterstützt die gemeinnützige GmbH Lebenszeit dabei, die Betriebskosten für die kürzlich eröffnete Hospizeinrichtung am Leisniger Hasenberg aufzubringen. Während der größte Teil über die Krankenkassen der Hospizbewohner gezahlt wird, muss die gGmbH fünf Prozent selbst tragen. 500 Euro gingen aus der Stiftung an den Verein.

Mittelbedarf oft wesentlich größer

Goth: „Dem Stiftungsvorstand ist bewusst, dass der Mittelbedarf des Unternehmens beziehungsweise des unterstützenden Vereins wesentlich größer ist. Deshalb sind wir prinzipiell darüber einig, dass wir diese Zuwendung über die Jahre verstetigen wollen.“ Die Höhe werde sich in jedem Jahr neu danach richten müssen, für welche Vorhaben auch andere Antragsteller Unterstützung beantragen.

Geld für Aktivitäten der Schulen

Die Stadtbibliothek beantragt jährlich Unterstützung und erweitert unter anderem die interaktive Tipp-Toi-Kinderbuchreihe. Die jährliche Fahrt der Fünftklässler aus der Peter-Apian-Oberschule auf die Insel Wangerooge wird ebenfalls aus Mitteln der Charlotte-Weiß-Stiftung bezuschusst. Für die Grundschüler soll ein Theaterbesuch mitfinanziert werden.

Heimatverein will Sigismund Reschke ehren

Der Geschichts- und Heimatverein möchte für ein Projekt um die Ehrung des ehemaligen Leisniger Bürgermeisters Sigismund Reschke Mittel aus der Stiftung haben. Reschkes Geburtstag jährt sich in diesem Jahr zum 200. Mal.

Geld für Kirchenmusik und das Kloster

Die Kirchenmusik sowie der Förderverein Kloster Buch werden beide mit je 1100 Euro unterstützt. Das diesjährige Karfreitagskonzert in der St.–Matthäi-Kirche soll daraus zum Teil finanziert werden, ebenso das Silvesterkonzert. Geld von Charlotte Weiß fließt auch in die Sanierung der Gebäudesubstanz vom Kloster. Das Abthaus benötigt zwei neue Kreuzstockfenster.

Beamer für die Begegnungsstätte

Für Veranstaltungen in der Begegnungsstätte in der Rosa-Luxemburg-Straße soll ein Beamer gekauft werden, und die Stiefelwacht möchte in Form einer kleinen Publikation Gästen etwas mit auf den Weg gegeben, worin sie nach dem Riesenstiefelbesuch noch blättern und Informationen nachschlagen können.

Von Steffi Robak

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