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Eilenburg 1 + 1 macht 3 – Kinder aus Eilenburg-Ost bauen fürs Zusammenleben
Region Eilenburg 1 + 1 macht 3 – Kinder aus Eilenburg-Ost bauen fürs Zusammenleben
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06:00 06.05.2017
Kinder basteln im Treff Just an ihren Wohnwelten. Quelle: privat
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Eilenburg

Das durftet nach frischem Gemüse und Gewürzen. Es gibt Bulgur-Salat, ein libanesisches Gericht. Und Hummus, das Kichererbsenmus, wird auch selbst gemacht. Die Dosen mit den Hülsenfrüchten und das Glas mit der Sesampaste stehen schon bereit. Einige Kinder rund um den Tisch schnippeln sorgsam an Gurken und Paprika. Denn nun sind auch die Eltern in den Jugendtreff Just eingeladen. Ihnen soll präsentiert werden, was beim Workshops in der vergangenen Woche entstanden ist. Der hatte den Titel „1 + 1 macht 3 - Ein Zusammenleben ist möglich“ und wurde von Yvonne Anders und Matthias Garff vom Markkleeberger Kulturbahnhof geleitet. Unter der Beamer-Leinwand, auf der gleich der Video-Clip gezeigt wird, stehen viele Kartons mit der Öffnung nach vorn. Eine kleine Stadt. Die meisten der Papphäuser sind wie kleine Puppenstuben eingerichtet. Da sind Möbel, Treppen und Fenster zu sehen. Es ging also auch ums Wohnen. „Die Kinder kannten sich ja vorher schon“, erklärt Matthias Garff. „Hierher kommen viele Kinder mit Migrationshintergrund, mit den Kindern aus Eilenburg waren Kinder aus Indien, Syrien, Afghanistan und Tschetschenien dabei. Sie konnten auch erzählen, wie sie früher lebten.“ Etwa 15 Jungen und Mädchen im Alter zwischen sechs und zwölf Jahren machten mit, manche hatten sogar ihre noch jüngeren Geschwister mitgebracht.

Impulse geben

Das Ziel des Workshops: Impulse zu geben. Dort, wo auf dem Spielplatz vielleicht noch Grüppchen ausgegrenzt werden, funktioniert das gemeinsame Bauen und Basteln im Workshop. Ein Erlebnis, das zeigt: Es lässt sich gemeinsam etwas machen. Gerade für die Kindern, die hierhergekommen sind, weil ihre Familie das Herkunftsland verlassen musste, sei es wichtig über Fragen zu sprechen: „Wo und wie wohnen wir? Seit wann? Woher kommen wir? Wie gefällt es uns hier? Was vermissen wir? Was wünschen wir uns?“, ergänzte Yvonne Anders. Und dann war da das Video. Die Kinder erlebten, wie die kleinen Szenen wirkten, die sie selbst aufgenommen hatten, in denen sich ihre „Wohnungen“ gegenseitig besuchten. „Es war schön, von den Kindern zu erfahren, wie sie in ihrem Viertel leben, wie das Leben im Treff funktioniert“, so Matthias Garff am Ende. Ausführlich war der Workshop mit „1 + 1 macht 3 – Argumentationskarten und kreative Vermittlungsmethoden zu Flucht und Asyl“ betitelt. Denn bunten Kärtchen, mit Stichworten und Zeichnungen, wurden ebenfalls ausgelegt, verteilt, von den Kindern selbst gebastelt. Weitere Workshops in Nordsachsen sind geplant, unter anderem Ende Juni in Delitzsch.

Von Heike Liesaus

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