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Eilenburg 1,2 Millionen Euro investiert: Eilenburger Stadtwerke heizen mit 2 neuen Zwölf-Zylindern
Region Eilenburg 1,2 Millionen Euro investiert: Eilenburger Stadtwerke heizen mit 2 neuen Zwölf-Zylindern
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00:21 11.09.2017
Vorarbeiter Mike Sporleder erklärt SE-Geschäftsführerin Maike Trulson-Schult und Netzwerkmeister Ingo Fichtner die Anlage. Quelle: Heike Liesaus
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Eilenburg

Das war ein dicker Brocken in zweifacher Hinsicht: Um die neuen, zig Tonnen schweren Module des Blockheizkraftwerks (BHKW) der Stadtwerke Eilenburg (SE) an ihren Platz zu bringen, musste schon jeweils ein Spezialkran anrücken. Außerdem haben sie insgesamt 1,2 Millionen Euro gekostet. „Das ist für uns schon recht viel. Solche hohen Investitionen planen wir in den nächsten Jahren nicht. Aber es ist nun mal nötig“, stellt Stadtwerke-Geschäftsführerin Trulson-Schult fest. Der Vorgänger des bereits vor im vorigen Jahr neu ans Netz geschalteten Moduls hatte 75 000 Betriebsstunden auf dem gusseisernen Buckel, das zweite 85 000. Damit haben beide mehr geleistet, als erwartet. Es war von 60- bis 65000 Stunden ausgegangen worden.

Zwei Neue im Block

Die zwei neuen Kräfte im Block sind nun etwas kleiner, aber auch effizienter. Sie liefern gleiche Leistung bei weniger Erdgaseinsatz. Dank der Mehrfachnutzung, der Kraft-Wärme-Kopplung, sind die Module in puncto Wirkungsgrad spitze: „87 Prozent“, strahlt Vorarbeiter Mike Sporleder. Kohlekraftwerke können nur 44 Prozent der Energie in der verbrannten Kohle in Strom umwandeln, Photovoltaikanlagen nutzen nur 20 Prozent der Energie, die ihnen die Sonne eigentlich auf die Paneele schickt. Als das Blockheizkraftwerk 1999 gebaut wurde, stand die Wärmeversorgung der vielen Wohnblöcke im Ostteil der Stadt im Vordergrund. Diese waren vorher vom Kraftwerk des Chemiewerks mit versorgt worden, aber das gab es nicht mehr. Heute werden zudem 40 Prozent des Stroms, den die Stadtwerke an ihre Kunden liefern, mit im Blockheizkraftwerk produziert.

Weniger Schadstoffe

„Emissionen in der Stadt werden damit ebenfalls reduziert“, erklärt Netzmeister Ingo Fichtner. „Wir haben zwanzigfach schärfere Grenzwerte für Kohlendioxid als private Heizungsanlagen. Ebenso für Schwefel- und Stickoxide. Formaldehyde werden bei uns auch geprüft. Dafür gibt es bei privaten Haushalten gar keine Auflage.“ Mit den Mudulen sind auch die Schalldämpfer und Katalysatoren erneuert worden. Im Sommer reicht eines der Aggregate aus, das sich je nach Bedarf ein und aus schaltet. Ab 0 Grad Celsius laufen künftig alle beide. „Ab zirka minus 10 Grad wird dann mit einem Kessel zugeheizt“, erläutert Mike Sporleder. Dieser könnte notfalls auch die gesamte Heizleistung übernehmen und er ist, statt mit Gas auch mit Öl zu betreiben.

Wärme für Wohnungen und Schulen

Auf den Preis für die Fernwärmekunden wird sich die Investition nicht auswirken. „Der Wärmepreis ist abhängig vom Erdgaspreis. Es gibt statistische Werte, die in diese Formel eingehen. Der Gesetzgeber gibt verschiedene vor. Wir haben eine sehr transparente ausgewählt“, so die SE-Chefin. 1100 Wohnungen und 15 Gewerbebetriebe und öffentliche Gebäude beziehen Fernwärme aus der Ernst-May-Straße. Dazu gehören Schulen, die Schwimmhalle, Kindertagesstätten und nun auch der neue Verwaltungssitz des Versorgungsverbandes Eilenburg-Wurzen im Gewerbegebiet am ECW-Wasserturm gleich nebenan. Auch für den Hortneubau an der Grundschule Ost sind in der vorigen Woche die Anschlussleitungen gelegt worden. „Hier im Gewerbegebiet haben wir schon Fernwärmeleitungen liegen. Wer sich anschließt, hat somit günstige Konditionen“, schaut Maike Trulson-Schult in die BHKW-Nachbarschaft.

Von Heike Liesaus

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