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Eilenburg 120 Jahre und ein Wunder: Am Wochenende wird in Eilenburg Bienenfest gefeiert
Region Eilenburg 120 Jahre und ein Wunder: Am Wochenende wird in Eilenburg Bienenfest gefeiert
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11:21 19.03.2018
Den Bienenhut setzt Jürgen Weinert meist nicht mehr auf. Die Bienen heute sind viel zahmer als früher. Quelle: Heike Liesaus
Eilenburg

Am Wochenende ist Bienenfest im Tierpark. Überhaupt: Die organisierte Imkerei kann in diesem Jahr in Eilenburg auf 120 Jahre zurückblicken. Ist die Biene zufrieden, freut sich der Mensch. Bei Almuth und Jürgen Weinert ist das auf alle Fälle so. Für die beiden Senioren ist damit ein bestimmtes Geräusch verbunden. Wenn Hunderttausende der Insekten bei der Arbeit sind, brummt es in den Bienenstöcken wie in einem riesigen Ventilator. Selbst in der Nacht, weil dann die Feuchtigkeit der gesammelten Nektar-Tracht aus dem Gehäuse gefächelt werden muss.

Faszination Bienen

„Die Bienen sind ein reines Wunder“, schwärmen die Weinerts auch noch nach Jahrzehnten. Sie haben das Vereinsleben in der vergangenen Zeit maßgeblich mitbestimmt. Als Familie bringen sie es auf 33 Jahre als Vorsitzende. Inzwischen ist Christiane Prautzsch erste Vereinschefin. Jürgen Weinert gehört nun zu den zweiten Vorsitzenden. Auch in der Organisation des Bienenfestes engagiert sich das Paar nach wie vor maßgeblich. Schließlich betreuen die Wölperner ebenfalls die Schauimkerei im Tierpark, wo das Bienenfest gefeiert wird.

Denn auch das ist Anliegen der Bienenfreunde: Das Wunder um die fleißigen Insekten und ihre Bedeutung für Land- und Gartenwirtschaft anderen mitzuteilen. Es soll gezeigt werden, wie Honig geschleudert wird und welche Produkte daraus gemacht werden. Außerdem werden die Vereinsmitglieder zugegen sein, an die sich die Besucher mit fachlichen Fragen wenden können. Die Blechbläser aus Weltewitz sind zur Eröffnung da. Es wird gebastelt, verkostet, Kinder können sich schminken lassen.

Bienenanmeldung

Immerhin ist die Zahl der Vereinsangehörigen in den vergangnen Jahren wieder gestiegen. Inzwischen sind wieder 43 aktive Imker eingetragen. Sie betreuen insgesamt 309 Völker. Zwar müssen Bienenvölker beim Veterinäramt so wie andere Nutztiere angemeldet werden. Doch nicht jeder, der Bienen hält, muss in einem Verein organisiert sein. „Aber hier gibt es den Austausch, der es leichter macht“, schätzt Jürgen Weinert. Zum Beispiel darüber, wie der Milben-Schädling einzudämmen ist, der den Bienen seit Jahren zusetzt.

Blühende Felder

Generell sei der Imker-Einstieg heute schon etwas einfacher als zu ihren Anfangs-Zeiten. Damals waren die Bienen wilder, stachen schneller und trugen weniger Honig ein. „Heute muss man den Kinder, die sich nahe an den Stock wagen, schon wieder sagen, dass Bienen auch mal stechen können“, stellen die Weinerts fest. Ebenfalls auf der Haben-Seite: Es blüht wieder mehr auf Feldern. „Das ist auch EU-Förderungen zu verdanken.“

Am Sonntag wird im Tierpark Eilenburg Bienenfest gefeiert. Am Sonnabend gibt es eine Schnupperstunde am offenen Bienenvolk. Beginn ist jeweils um 15 Uhr.

Von Heike Liesaus

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