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17-Jähriger Audenhainer organisiert Sponsorenlauf an Eilenburger Schule

Martin-Rinckart-Gymnasium 17-Jähriger Audenhainer organisiert Sponsorenlauf an Eilenburger Schule

Etwas für Afrika tun – das war das Ansinnen von Lukas Sela. Der Elftklässler organisierte im Eilenburger Martin-Rinckart-Gymnasium deshalb einen Sponsorenlauf. Das Geld ist für einen Wasserbrunnen für eine neue Schule in Sierra Leone.

Die Fünftklässler beim Start.

Quelle: Wolfgang Sens

Eilenburg. Wasser für Sierra Leone? An Tagen wie diesen, an denen die Quecksilbersäule des Thermometers in die Höhe schießt, wird den Schülern des Eilenburger Martin-Rinckart-Gymnasiums wohl am ehesten bewusst, wie wichtig das kühlende und saubere Nass ist. Was hierzulande selbstverständlich ist, ist es in dem westafrikanischen Land nicht. Elftklässler Lukas Sela erfuhr davon und organisierte einen Sponsorenlauf, mit dem er über 250 Schüler der 5. bis 11. Klasse mobilisierte.

Benötigt werden Brunnen

Doch der Reihe nach: Lukas Sela vertritt seine Schule im nordsächsischen Kreisschülerrat und traf dort auf Heiko Wittig. „Er kam zu mir und sagte: Ich will was für Afrika tun“, erinnert sich der Vorsitzende des Schulausschusses im Kreistag an den Moment, als er das erste Mal vom Ansinnen des damals 16-Jährigen erfuhr. Der Löbnitzer stellte den Kontakt zu Adrienne Krappidel und dem Leipziger Verein Forikolo her, der bereits dafür gesorgt hat, dass in Sierra Leone zehn Schulen gebaut werden konnten und nun die elfte entsteht in Tintafor. Benötigt wird dafür ein Brunnen. Je nachdem, wie viel Geld gesammelt werden kann, sollen auch Auffangbehälter für Regenwasser gekauft werden, damit das Wasser für die Bewässerung eines Schulgartens oder als zusätzliches Trinkwasser genutzt werden kann. Ein hehres Ziel, zumal das Ganze rund 9000 Euro kostet.

Elftklässler übernehmen Organisation

Lukas Sela jedenfalls schreckte das nicht ab. Die Idee Sponsorenlauf stand schnell fest. In Lehrerin Steffi Schmidt fand er für sein Projekt Unterstützung bei der Organisation. Die Lehrerschaft begeistern – der Schüler stellt sein Vorhaben in einer Dienstberatung vor – die Strecke festlegen, einen Sandwich- und Kuchenbasar organisieren, das Eiscafé Krause mobilisieren, die Eltern informieren – für den 17-Jährigen und seine Mitschüler gab es in den letzten zwei Monaten einiges zu tun. Der Förderverein der Schule stellte zudem für die Teilnehmer Getränke.

Und so drehten im Laufe eines Vormittages 270 Fünft- bis Elftklässler auf dem Schulhof ihre Runden. Jedes Mal, wenn sie nach rund 300 Metern am Start- und Ziel vorbei kamen, streiften sie ein Gummi-Band über das Handgelenk. Pro Runde und Band zahlen die Sponsoren 50 Cent, einen oder zwei Euro oder mehr.

Wie viel letztlich zusammenkommt, steht noch nicht fest. Bis zur ersten Woche des neuen Schuljahres haben Eltern und Sponsoren jetzt Zeit, ihren Beitrag zu zahlen. Das wollen auch die Lehrer tun, die zwar nicht mitliefen, das Ganze aber dennoch unterstützen, „weil wir das gut finden“, versprach Steffi Schmidt. Dass es am Ende wirklich 9000 Euro werden, glaubt Lukas Sela nicht: „Aber ein kleiner Betrag wäre ja auch erstmal ok.“ In den Herbstferien will er selbst mit nach Sierra Leone fahren, um zu sehen, wie das Geld eingesetzt wird.

Ideen sorgen für Wirbel

Mit seinen Ideen hat Lukas Sela auf jeden Fall für Wirbel gesorgt. „Es ist doch besser, dass wir das Geld den Afrikanern geben, damit sie die Bedingungen in ihrem Land verbessern können, als das wir es ihnen hier in Europa geben“, ist Heiko Wittig überzeugt, dass dies das probatere Mittel ist, die Fluchtbewegung einzudämmen. Vom einzigartigen Engagement des Audenhainers ist er einfach nur begeistert: „Die Bundespolitiker reden, der Lukas macht einfach.“

Von Kathrin Kabelitz

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