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Eilenburg 20 Zentimeter tiefe Löcher: Straße in Eilenburg sorgt für Unmut bei Anwohnern
Region Eilenburg 20 Zentimeter tiefe Löcher: Straße in Eilenburg sorgt für Unmut bei Anwohnern
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08:00 11.02.2016
Blick auf die Straße Am Grünen Fink in Eilenburg. Schilder machen deutlich – hier wird es holprig. Quelle: Wolfgang Sens
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Eilenburg

Die Straße Am Grünen Fink in Eilenburg gleicht einer hässlichen Hindernisstrecke. Die etwa 500 Meter lange Trasse im Bereich der Ortsausfahrt in Richtung Thallwitz ist vor allem im hinteren Teil für die Nutzer – ob auf zwei, vier Rädern oder zu Fuß – eine Zumutung. Seit etwa sechs Jahren, sagen Anwohner, mahnen sie die Probleme mit der kommunalen Anliegerstraße für rund 300 Parzellen der Kleingartenanlage Grüner Fink auf der einen sowie zehn Eigenheimen und Wochenendgrundstücken auf der anderen Seite im örtlichen Rathaus an. Bisher mit mäßigem Erfolg. „Der Bauhof war mal da. Aber der Split in den Löchern hat nie länger als ein paar Wochen gehalten. Das war reine Geldverschwendung und Hinhaltetaktik“, beschwert sich Anwohner Uwe Queitsch. „Wir wollen mit unseren Sorgen nun nicht mehr im Verborgenen agieren. Auch die Öffentlichkeit soll davon erfahren“, ergänzt Andreas Reihansl. Dieser Tage hat sich außerdem ein Filmteam, das für MDR und ZDF arbeitet, das Dilemma angeschaut.

Loch an Loch reihen sich auf der Straße. Die Krater sind teilweise tiefer als 20 Zentimeter. Auch wer Slalom fährt, hat kaum eine Chance ans Ziel zu gelangen, ohne das Fahrzeug arg zu strapazieren. Regenwetter erschwert das Durchkommen zusätzlich. Der Grüne Fink steckt voller Gefahren. Außer für Anwohner ist das auch für Rettungsdienst oder Postboten eine Herausforderung. Seit Jahren hoffen Queitsch, Reihansl und ihre Nachbarn auf Kompromisse, die zudem die Finanzen der Stadt nicht überstrapazieren. Ein sicheres Fahren ist an dieser Stelle, ohne das Auto zu beschädigen oder Verletzungen beim Radfahren zu riskieren, kaum möglich.

Muss es soweit aber erst kommen? Die Bürger wollen ernst genommen werden, würden die Löcher auch selbst ausfüllen, wenn die Stadt ihnen dafür Material stellen würde. Aber solche Aktionen werden durch geltendes Recht nicht gerade begünstigt. Andreas Reihansl will mit seinen Nachbarn dennoch weiterkämpfen. „Wir bezahlen Steuern wie alle anderen auch. Aber man hat das Gefühl, dass wir hier hinten die Letzten sind. Dabei wollen wir keine Autobahn, sondern nur normal fahren können. Wenn das Auto kaputt geht, wer zahlt dann?“

Der Eilenburger Rechtsanwalt Oliver Schulze-Wechsungen, der sich unter anderem mit Verkehrsrecht beschäftigt, hat sich den Grünen Fink ebenfalls angesehen. Er meint, dass die Stadt zwar eine hoheitliche Verkehrssicherungspflicht habe und die Aufgabe, für die Unterhaltung der Straßen und eine gefahrlose Benutzung zu sorgen. Der Zustand sei aber hinzunehmen, wenn nicht genug Geld da ist. Der Status des Grünen Fink als Nebenstraße begünstige zudem Investitionen nicht gerade, auch wenn ein hohes Gefährdungspotenzial vorliegt. Davon sei bei Schlaglöchern, tiefer als 20 Zentimeter, wohl auszugehen. Den Ausgleich für Schäden auf rechtlichem Wege einzufordern, wäre allerdings ein kompliziertes Unterfangen.

In der Tat sei der Bauhof mit Reparaturen in diesem Bereich inzwischen überfordert, räumte Rathaus-Sprecher Heiko Leihe ein. Für eine Notinstandsetzung als Zwischenlösung würden gerade Angebote von Fachfirmen eingeholt. Die dafür notwendigen 10 000 Euro müssten im Haushalt zu Lasten anderer Aufgaben umgeschichtet werden, hat er im Hause recherchiert. Darüber hinaus laufe zurzeit die Bebauungsplanung für weitere Eigenheimbaustellen in diesem Bereich. Für die Erschließung stünde Am Grünen Fink dann mittelfristig ein grundhafter Ausbau der Straße auf der Tagesordnung. Geschätzte Kosten: 1,5 Millionen Euro. Laut städtischer Straßenausbaubeitragssatzung wären die Anlieger daran zu beteiligen. „Deshalb muss die Finanzierung genau abgewogen werden.“ Zu gegebener Zeit würden die Betroffenen in diesem Bereich über die Details informiert.

Von Karin Rieck

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