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2025 leben 1000 Rentner mehr in Eilenburg als derzeit

Seniorenbezogenes Gesamtkonzept 2025 leben 1000 Rentner mehr in Eilenburg als derzeit

Der Anteil der Personen ab dem 65. Lebensjahr liegt heute bei 23 Prozent und wird steigen, die Bevölkerungszahlen aber werden sinken. Diese Tendenzen, die ein Ergebnis des 2015 erstellten seniorenbezogenen Gesamtkonzeptes für Nordsachsen ist, macht um den Sozialraum Eilenburg, zu dem neben der Muldestadt Bad Düben die umliegenden Gemeinden gehören, keinen Bogen, erfordern aber auch entsprechende Planungen.

Symbolfoto

Quelle: DDP

Eilenburg / Bad Düben. Der Anteil der Personen ab dem 65. Lebensjahr liegt heute bei 23 Prozent und wird steigen. Diese Tendenz, die ein Ergebnis des 2015 erstellten seniorenbezogenen Gesamtkonzeptes für Nordsachsen ist, macht um den Sozialraum Eilenburg, zu dem neben der Muldestadt Bad Düben die umliegenden Gemeinden gehören, keinen Bogen. Welche Auswirkungen das hat, machte Sozialplanerin Brit Gruhne vom Landratsamt Nordsachsen erst jüngst zur Eröffnung der Seniorenwoche deutlich. Allein in der Stadt Eilenburg werden im Jahr 2025 über 1000 Rentner mehr leben, im Jahr 2015 waren es 4400, die das 65. Lebensjahr erreicht hatten. Davon waren drei Prozent ledig, rund 58 Prozent verheiratet, sieben Prozent geschieden und 32 Prozent (80 Prozent Frauen) verwitwet.

Diese Prognosen kündigen bereits entsprechende Trends an. Anders dagegen die Entwicklung in der Bevölkerungsstruktur. Die Prognosen sehen für den Zeitraum bis 2025 einen erheblichen Rückgang der Bevölkerungszahlen zwischen 12,9 bis 15,3 Prozent vor. In Zahlen ausgedrückt bedeutet dies für den Sozialraum Eilenburg einen Rückgang von 45 220 (2009) auf 39 369 beziehungsweise 38 376 (2025). Einzig im vergangenen Jahr war ein leichter Zuwachs an Einwohnern zu verzeichnen. Als rückläufig wird auch die Entwicklung der Geburtenzahlen eingeschätzt. Der geringste Rückgang wird für den Sozialraum Delitzsch vorhergesagt (minus 29 Prozent). Den größten soll Oschatz verzeichnen (minus 42 Prozent). Der Sozialraum Eilenburg rangiert mit seinen Angaben in etwa dazwischen.

Ergänzend zu den Zahlen macht das Konzept deutlich, dass die Menschen gern in Eilenburg, Bad Düben und den Gemeinden leben. Im Sozialraum-Vergleich schloss Eilenburg gar mit dem besten Resultat ab, was die Wohnungs- und Lebensbedingungen betrifft. Über 69 Prozent bezeichneten diese als gut bis sehr gut, 27,5 Prozent als befriedigend. An der Befragung nahmen 249 teil. „Das gute Abschneiden kann man daran erkennen, weil die Befragten über 30 Jahre in ihrer Wohnung, durchschnittlich 43 Jahre in ihrem Wohnort leben“, sagt Brit Gruhne. 99 Prozent sind mit ihrem Haus oder ihrer Wohnung zufrieden.

Die Zahlen sind das eine – die daraus wachsende Verantwortung, die auch das Motto der Themenwoche „Selbstbestimmend leben – Senioren in Eilenburg“ widerspiegelte, ein ebenso wichtiger Aspekt. Zu den Leistungen, die sich Menschen im Sozialraum Eilenburg erhoffen, zählen ein 24-Stunden-Notruf-System (86,5 Prozent der Befragten), Hilfe bei Behördenangelegenheiten (77,5), Fahr- und Bringedienst (72,2), Hilfe im Haushalt (61,4), Gesundheitsangebote (fast 90), Betreuungsleistungen (über 70), Mittagstisch-Versorgung (fast 70), Vollverpflegung (50), ambulante Pflege (70), Organisation der Freizeit (77 Prozent).

Wissen wollten die Befrager mit Blick auf diese Antworten , ob sich die Senioren vorstellen könnten, wenn notwendig, umzuziehen. Für 37 Prozent wäre ein Umzug in ein Pflegeheim denkbar (zum Vergleich: Landkreisweit liegt dieser Wert bei 24,5 Prozent). Für 47,8 Prozent (44,9), wäre ein Leben in einem betreuten Wohnen vorstellbar, für 24,9 Prozent (21) in einer Gemeinschaft zwischen Jung und Alt, für 30,5 Prozent (26,9) in einer Wohngemeinschaft. Für die Sozialplanung ergeben sich laut Brit Gruhne einige Herausforderungen. In erster Linie hinsichtlich des Ausbaus von Sorge und Mitverantwortung in der Kommune: „In Eilenburg sind dafür beste Voraussetzungen vorhanden.“ Zudem geht es darum, die Teilhabe- sowie die Hilfe- und Unterstützungsstrukturen zu stärken und auszubauen. Schlussendlich gehe es um die Stärkung der Selbstständigkeit der Älteren. Damit verbunden ist das Vorhandensein von Möglichkeiten, damit die Menschen im höheren Lebensalter in ihrem sozialen Umfeld und der Wohnung leben können.

Von Kathrin Kabelitz

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