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Eilenburg 40 Landwirte diskutieren in Krippehna über Regen und Düngeverordnung
Region Eilenburg 40 Landwirte diskutieren in Krippehna über Regen und Düngeverordnung
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00:18 04.06.2017
Auf einem Rübenfeld der Agrargenossenschaft Krippehna erläutert Robert Grubitzsch (im roten T-shirt) Quelle: Ilka Fischer
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Krippehna

Bei der diesjährigen Flurschau am Donnerstag kamen die 40 teilnehmenden Landwirte um ein Thema natürlich nicht herum. Nach einem trockenen Herbst 2106 folgte ein noch trockeneres Frühjahr 2017. Tilo Bischoff, Vorsitzender des einladenden Regionalbauernverbandes Delitzsch, fasste es am Ende der Fahrt, die von Krippehna aus bis nach Hohenroda und über Noitzsch führte, so zusammen: „Es ist wie immer eine Frage der Verteilung.“ Denn während in Leipzig in dieser Woche über 50 Liter pro Quadratmeter auf die Felder prasselten, waren es im Raum Zschepplin, Krippehna, Hohenprießnitz gerade mal 20 Liter. Jesewitz lag mit 35 dazwischen. Carsten Holzweißig, der in Krostitz Fluren beackert, schätzte ein: „Da sind wir mit unseren 47 Litern ja noch mal richtig gut weggekommen.“ Und fügte dennoch gleich hinzu: „Doch auch wir lechzen nach jeden Tropfen.“

Die Unlust von Petrus und seine Folgen

Die Folgen der Arbeitsunlust von Petrus waren nicht zu übersehen. Robert Grubitzsch, der in der Agrargenossenschaft Krippehna für den Pflanzenbau verantwortlich ist: „Bei uns kamen am Dienstag nur 18 Liter pro Quadratmeter runter. Das war höchste Eisenbahn.“ Dennoch muss die Genossenschaft, die mit insgesamt 19 Leuten rund 1200 Hektar beackert, außerdem 260 Milchkühe sowie deren Nachwuchs in den Ställen stehen hat und zwei Biogasanlagen führt, Ernteeinbußen hinnehmen. Gerade auf den leichteren Böden, wo das Wasser nicht so gut gespeichert werden kann, zeigen gelb gewordene Ähren ihren Durst an.

Der Mais, der bei den Krippehnaern auf 470 Hektar heranwächst, steht dagegen gut da. „Auch wenn wir natürlich bis zur Ernte Ende August/Anfang September noch Regen brauchen“, so Robert Grubitzsch.

Besuch in zwei kleineren Unternehmen

Etwas kleiner sind die Betriebe der beiden anderen Gastgeber der diesjährigen Flurschau. Die Felder des Landwirtschaftsbetriebes Zschieschang liegen in einem „gemischten Territorium“ vieler Bauern. Friedhelm Zschieschang bewirtschaftet die rund 300 Hektar mit nur einem Angestellten und teilt sich seinen Firmensitz mit einem weiteren Bauern. „Wir lagern auch kein Getreide ein, sondern verkaufen sofort.“

Rudolf Bischoff leitet das Gut Notizsch und hat da drei Mitstreiter. Auf den Feldern wachsen auch Hafer und Erbsen. „Die Wintererbsen haben wir am 14. Oktober gedrillt“, erzählt er im Schotenfeld. Sie seien auch gut aufgegangen und hätten im Frühjahr gut gestanden. „Doch mit lediglich 15 Litern Wasser im Mai seien sie eben nicht besonders gut klar gekommen.“

Über 600 Landwirtschaftsbetriebe in Nordsachsen

Seinen Berufskollegen muss er da nichts weiter erklären. Sie diskutierten bei der diesjährigen Flurschau aber auch darüber, wie das denn nun jetzt ist mit der Fahrgenehmigung für den Mähdrescher oder was in der neuen Düngeverordnung steht. Petra Bretschneider, Leiterin des Förder- und Fachbildungszentrums Wurzen, nutzte zudem die Gelegenheit, darauf zu verweisen, dass ihr Amt Anfang Juli von Mockrehna nach Wurzen umzieht. „Damit sitzen wir dann zwar außerhalb unseres Zuständigkeitsbereiches.“ Doch sie hoffe, dass der eine oder andere aus den derzeit stabil um die 640 Betrieben, die in Nordsachsen jedes Jahr einen Antrag auf Flächenbeihilfe stellen, dann auch mal in der Kantstraße in Wurzen vorbeikomme. Doch natürlich sei man auch weiterhin elektronisch oder telefonisch zu erreichen. Die ab 10. Juli geschaltete neue Nummer lautet übrigens 03425/99970.

Von Ilka Fischer

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