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Eilenburg 66-Jährige aus Ostwestfalen sucht ihre Schwester in Eilenburg
Region Eilenburg 66-Jährige aus Ostwestfalen sucht ihre Schwester in Eilenburg
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06:00 19.11.2016
Mehr als dieses eine Dokument hat sie nicht von ihrer Mutter: Margot Vemmer hält die Geburtsurkunde aus dem Jahre 1927, ausgestellt vom Standesamt in Heidelberg, in der Hand. Quelle: Foto: Heiko Kaiser
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Eilenburg/Halle (Westfalen)

Vielleicht sieht sie ihrer Mutter ähnlich, die bereits gestorben ist, vielleicht ihrer Schwester, die möglicherweise in der Region Eilenburg lebt. Sie weiß es nicht. Doch Margot Vemmer sucht ihre Halbschwester Angelika Schindler und Eilenburger, die ihre Mutter Martha Schindler, geborene Hofmeier kannten.

Verschlungene Wege

Margot Vemmer lebt im westfälischem Halle. Sie wurde 1950 in Paderborn geboren, wuchs anderthalb Jahre im Kinderheim und bei Pflegeeltern in Halle auf. Der Vater ist unbekannt. Ihre Mutter hatte in den Wirren der Nachkriegszeit offenbar ein bewegtes Schicksal. Sie lebte auch in Bielefeld, Essen und Dortmund, irgendwann führte sie ihr Weg nach Eilenburg. Dort soll sie am 26. März 1982 verstorben sein. Obwohl Margot Vemmer schon viele Jahre nach ihren Wurzeln und nach Spuren des Lebens ihrer Mutter sucht, konnte die 66-Jährige bisher nur wenige Fakten zusammentragen. Fotos ihrer Verwandten hat sie schon gar nicht. Ihre Halbschwester Angelika soll 1956 in Eilenburg zur Welt gekommen sein, als vermutlich letztes von fünf Kindern Marthas.

Wenige Spuren

Geholfen hatte ein Aufruf in der lokalen Tageszeitung, der auch Stefan Kahlen im benachbartem Borgholzhausen beeindruckte. Der 63-Jährige hat zwölf Jahren das Familienbuch Euregio mitgegründet, in dem 450 000 Personen verzeichnet und über 12 000 Fotos eingestellt sind. Doch bei der Suche nach Martha Schindler, die einst Hofmeier hieß, konnte es nicht weiterhelfen. Er hat sich bereits ans Eilenburger Museum und das Standesamt gewandt. Einige wenige Eckdaten konnten so in Erfahrung gebracht werden. „Aber es ist nicht klar, ob und wo Schwester Angelika vielleicht geheiratet hat“, beschreibt Museumsleiter Andreas Flegel das derzeitige Ende der Spur.

Hoffnung

Stefan Kahlen selbst weiß von Hunderten Verwandten. Umso mehr bewegt ihn das Schicksal der Frau aus Ostwestfalen, deren Mann zeitig starb und die selbst vier Kinder großzog. Deshalb wandte er sich nun an die Redaktion der LVZ in Eilenburg: „Fast jeder von uns kennt Vater und Mutter – oder wenigsten einen von beiden. Und wenn doch nicht, so gibt es zumindest ein Foto oder Erzählungen, die an die Existenz der Eltern erinnern. Ob Angelika heute immer noch in Eilenburg lebt, möglicherweise heute verheiratet und mit anderem Familiennamen? Vielleicht kann ein Leser dazu etwas sagen, oder hat sogar noch Kontakt zu Angelika“, hofft der ambitionierte Geschichts-Forscher. „Sicherlich wäre es ein Advent der ganz besonderen Art, wenn die zwei Schwestern Margot und Angelika mit Hilfe der Aufmerksamen Leser der Leipziger Volkszeitung nach 60 Jahren endlich zueinander finden könnten.“ Oder vielleicht gibt es irgendwo in einem Eilenburger Fotoalbum ein Bild von Martha Schindler? Vielleicht jemand erzählen, wie sie war, wie sie lebte. Vielleicht gibt es Kollegen oder Nachbarn, die sich heute noch an sie erinnern.

Wer helfen kann, wird gebeten, sich an Stefan Kahlen, Telefon 05425 5785 (ab 11 Uhr), E-Mail ccalen@web.de oder an die LVZ-Kreiszeitung, Telefon 03423 6198867, E-Mail eilenburg@lvz.de zu wenden.

Von Heike Liesaus

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