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Eilenburg 700 Jahre Doberschütz - Fest übertrifft alle Erwartungen
Region Eilenburg 700 Jahre Doberschütz - Fest übertrifft alle Erwartungen
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20:09 07.09.2014
Von Ostpreußen nach Doberschütz - über 60 Schaubilder lassen beim großen Festumzug die Geschichte des Dorfes und der Nachbarorte wieder aufleben. Quelle: Steffen Brost
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Doberschütz

Und dem Anlass entsprechend boten Gemeinde, Kultur- und Heimatverein Goldberg sowie der SV Doberschütz/Mockrehna viele kleine und große Höhepunkte auf dem Festplatz im Sportpark - und nicht nur dort. Das gesamte Dorf hatte sich richtig schön herausgeputzt - dank der Einwohner, die in erster Linie dafür sorgten. Wimpelketten, bunte Fähnchen, illustre Strohfiguren und viele geschmückte Häuser, die Geschichte und Geschichten erzählten. Angefangen von der früheren Schule neben der Dorfkirche über den einstigen Kolonialwarenhandel bis hin zu anderen Gewerken, die es in Doberschütz einmal gab.

Familie Albrecht in der Battauner Straße war eine der Familien, die die Geschichte vor ihrem Grundstück auf besondere Weise in Erinnerung riefen. "In unserer Straße gab es früher viel Kleingewerbe", erzählte Martina Albrecht. Und so haben die Albrechts und Oma Ruth Göttsching nach alten Utensilien gesucht, diese natürlich auch gefunden und beispielsweise Opa Kölling, der Fleischer war, und den Vater, einst Stellmacher, in Form von Puppen in Szene gesetzt. Auch ein großer, schwarzer Hund durfte nicht vergessen werden. Dieser spielte dazumal eine wichtige Rolle im Handwerker-Alltag: Der musste immer den großen Handwagen ziehen - so war das vor Jahrzehnten noch üblich. Schließlich fand auch er als Strohvariante seinen Platz, dazu etliche alte Gerätschaften. Und so kam es auch, dass die Besucher, die mit dem Auto am Wochenende durch Doberschütz fuhren, auffällig langsam unterwegs waren, vor den Häusern verharrten und Bilder machten.

Doberschütz. Das war eine Sause! Die Doberschützer und ihre Gäste absolvierten in den vergangenen Tagen einen wahren Feiermarathon. 700 Jahre Doberschütz gingen von Mittwoch bis gestern über die Bühne.

Familie Fischer hat ihr Gehöft noch am Sonnabend aufgehübscht. Herta und Hubert fanden ihren Platz vorm Haus - die Frau beim Wäschemachen, der Mann bei der LVZ-Handballpost lesend. "Das haben wir alles selber gebastelt", erzählte Beate Fischer. Denn so eine 700-Jahr-Feier sei "schon etwas ganz Besonderes". Da wolle man sich einbringen. Zum Glück stellten die Fischers erst ihre Puppen am Samstag vors Haus. Denn in der Nacht davor waren Vandalen durchs Dorf gezogen, haben Strohpuppen geköpft, Kürbisse breit geworfen und für reichlich Unordnung, Gesprächsstoff und Frust gesorgt. Verschiedene Ausstellungsstücke wurden auch gestohlen. Doch vom Feiern hielt diese unschöne Randnotiz letztlich nicht ab. Und so präsentierten sich am Sonnabend Imker, Keramik-Künstler, Modegeschäfte und die Geschwister Graß mit einem Trödelstand auf dem Handwerkermarkt und wurden von der historischen Stadtwache alias Michael Nölle, Detlef Figna und Susan Spalteholz besucht. Kegeln, Volleyball und Modellflug umrahmten den Vormittag. Mit viel Tamtam ging es dann nachmittags im Festzelt weiter: Kinder und Vereine präsentierten Tänze und Sketche. Das Zelt war knackevoll, ebenso am Abend bei der Live-Musik. Etwa 1500 Gäste kamen zum Tanzabend. Die Stimmung war fröhlich und ausgelassen.

Höhepunkt war dann gestern der große Festumzug durchs Dorf, organisiert von Gerd Zickert. Über 60 Schaubilder bekamen die schätzungsweise 2000 Gäste am Straßenrand zu sehen. Die Teilnehmer gingen auf das ländliche Leben in früherer Zeit ein.

Das Fazit der 700-Jahr-Feier fällt am Ende durch und durch positiv aus: "Ich bin sehr zufrieden, alle Erwartungen haben sich weit mehr als erfüllt", sagte Andreas Mählmann, Vorsitzender des Kultur- und Heimatvereins. Auch Bürgermeister Roland Märtz (CDU), der auf dem Fest mit einer Delegation aus der künftigen Partnergemeinde im hessischen Burghaun unterwegs war, ist tief beeindruckt: "Das Fest war einfach spitzenmäßig. Die gesamte Gemeinde ist ein großes Stück mehr zusammengerückt."

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 08.09.2014

Von Nico Fliegner

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