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Eilenburg Änderungen in der Eilenburger Kaffee-Haus-Szene
Region Eilenburg Änderungen in der Eilenburger Kaffee-Haus-Szene
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00:29 11.01.2016
Kerstin Nickel zündet die Lichter in ihrem Wohlfühlcafé an, das sie in der ehemaligen Drogerie Klemm eingerichtet hat. Quelle: Foto: Wolfgang Sens
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Eilenburg

Ohne Kaffee kann der Sachse bekanntlich nicht kämpfen, oder er kann es sich nicht so richtig gemütlich machen. Je nachdem. Aber wo lässt sich in Eilenburg geruhsam oder auch mal schnell Kaffee trinken? Der Bedarf scheint jedenfalls vorhanden. Denn wer zu den besten Zeiten einen freien Tisch zum Beispiel im Café der Steinecke-Bäckerei-Kette am Markt sucht, kann durchaus Pech haben. Da verwundert es schon, dass sich das ehemalige Eiscafé Cortina mittlerweile optisch abgedichtet präsentiert: Dort ist geschlossen. Der Inhaber hat es vor einigen Wochen aufgegeben und sich offenbar anderen beruflichen Perspektiven zugewendet. Näheres erklären wollte er dazu bei der Nachfrage der LVZ nicht.

Schade. Das Cortina hatte Tradition in der Stadt. Und vor einigen Jahren hatte alles auch noch richtig gut geklungen: Die Familie führte am längsten in Eilenburg und ohne Unterbrechung eine Gaststätte. Vor der Wiedervereinigung war das Cortina in den Händen der Handelsorganisation (HO). Ab 1976 hatt der Vater des letzten Inhabers bereits die Fäden in der Hand. Der Sohn übernahm gemeinsam mit seiner Frau das dann schon längst privatisierte Geschäft, das von der Eilenburger Wohnungsbau- und Verwaltungsgesellschaft vermietet (EWV) wird. Diese sucht nun nach einem passenden Nachfolger für des Objekt. Es habe sich auch ein Interessent aus dem gastronomischen Bereich gemeldet, erklärt Geschäftsführerin Birgit Bendix-Bade. „Aber da ist noch nichts unterschriftsreif“, verdeutlicht sie zum aktuellen Stand der Dinge. Denn die kommunale Immobiliengesellschaft habe auch im Blick, dass sich ein neues Geschäft an dieser Stelle möglichst in das Bild der Straße eingliedern sollte. Etwas „Lebendiges“ werde da favorisiert. Zudem müsste eine neue Nutzung auch mit den anderen Parten der Eigentumsanlage abgestimmt werden.

Dagegen hat Kerstin Nickl den Sprung in die Selbstständigkeit als Betreiberin eines Kaffee-Hause gerade erst gewagt. Sie eröffnete nicht weit entfernt, ebenfalls in der Leipziger Straße, ihr Wohlfühlcafé . Das hat sie in der ehemaligen Drogerie Klemm eingerichtet. Die Atmosphäre kann der Besucher immer noch deutlich nachvollziehen. Denn die 54-Jährige hat einen Großteil der Regale einfach behalten.

In den integrierten Leuchtkästen sind jetzt Motive von Kaffee statt Kosmetika eingelegt. Auf den Glasböden stehen auf der einen Seite antike Kaffeemühlen und die jahreszeitliche Deko. Aber auf der anderen Seite gibt es nach wie vor die Ladentheke und dahinter eine Auswahl an Kosmetika, die einen Teil des Wohlfühlbereichs ebenso abdecken wie die Hintergrund-Musik. Eine kleine Karte auf den Tischen offeriert die verschiedenen Kaffee-Zubereitungsarten. In einer Vitrine steht Kuchen, selbstgebacken und in bewusst kleiner Auswahl. Alles soll für sie selbst zu handhaben sein. Sie verfolgt ein ganz anderes Konzept, ohne Mittagsangebot. Geöffnet ist nur zu den Kaffee-Nachmittagszeiten und vormittags an den Markttagen.

In Stadtmitte offerieren auch die Pizzaria Rialto und die Gaststätte Strandhotel Kaffee und Kuchen. Einen Vertreter der reinen Kaffeehaus-Lehre, der auf lange Tradition zurückblicken kann, ist zudem im Eilenburger Osten zu finden. Im Eiscafé Krause wird auf ein Angebot an herzhaften Speisen verzichtet. Der Geruch soll sich nicht mit dem von Kuchen, Eis und dem des schwarzen Gebräus vermischen.

Von Heike Liesaus

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