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Eilenburg Afghanen legen Lokführer-Prüfung in Eilenburg ab
Region Eilenburg Afghanen legen Lokführer-Prüfung in Eilenburg ab
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20:00 17.01.2016
Die in Kabul geborene Suman Brara ist jetzt als Lokführerin auf Strecken in ganz Deutschland unterwegs. Quelle: Karl Gräfe
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Eilenburg

In Kabul geboren, Neustart im Ruhrgebiet, Ziel erreicht in Eilenburg. So oder ähnlich könnte man die Geschichte von Suman Brara und Summit Makker umschreiben. Die beiden 32-jährigen Afghanen leben seit neun Jahren in Essen und waren jetzt in der Region rund um die Muldestadt unterwegs, um ihre Prüfung als Triebwagenführer abzulegen. Begleitet wurden sie dabei unter anderem von Karl Gräfe, Technischer Geschäftsführer im Aus- und Weiterbildungszentrum Verkehrsgewerbe (AWV) Leipzig GmbH. Der 59-jährige Delitzscher kennt das Ausbildungs-Prozdere seit Jahren. Mit Brara und Makker haben erstmals zwei Afghanen diesen Abschluss bei der AWV geschafft.

Ende 2014 entschlossen sich die beiden, Lokführer zu werden. Seit März absolvierten sie eine Ausbildung zum Triebfahrzeugführer in der Außenstelle Gelsenkirchen des sächsischen Ausbildungsunternehmens der Bahnbranche. „Beide haben sehr gut die deutsche Sprache gelernt und als Verkäuferin, Kraftfahrer, Disponent gearbeitet“, erzählt Gräfe. Nach Theorie-Stunden in Gelsenkirchen, Praxis-Einheiten bei Eisenbahnunternehmen und 13 Zwischenprüfungen wurden sie zur Abschlussprüfung zugelassen. „Nachdem sie die Theorie mit Note 1 bestanden haben, waren sie nach sechs Wochen Praxisfahrten unter Anleitung auf Bahngleisen rund um Eilenburg unterwegs, um die Lok und die Strecken kennenzulernen, auf denen die praktische Prüfung stattfinden sollte“, so Gräfe. Die Strecke Eilenburg – Borsdorf biete sich für solche Zwecke an, „weil auf 50 Kilometern drei verschiedene Signalsysteme vorhanden sind“, so der Prüfer.

Am Freitag haben Suman Brara und Summit Makker ihre praktische Prüfung bestanden – jetzt beantragen sie den Führerschein für Triebfahrzeugführer. Beide werden bald auf Eisenbahnstrecken in Deutschland unterwegs sein. Der traditionell bestehende Familienverbund mit den Eltern ermöglicht es beiden, ihre Kinder trotz des Schichtdienstes nicht zu vernachlässigen.

Von Kathrin Kabelitz

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