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Eilenburg Agrar-Experte Peter Birke über die Sorgen der nordsächsischen Betriebe
Region Eilenburg Agrar-Experte Peter Birke über die Sorgen der nordsächsischen Betriebe
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10:00 12.03.2016
Edith Dietrich vom Club 50 plus bedankt sich bei Peter Birke. Quelle: Wolfgang Sens
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Eilenburg

Nach einem guten Mittagessen ruhen Senioren gewöhnlich gern. Die Gäste des Eilenburger Clubs 50 plus verzichteten in dieser Woche mal darauf, füllten lieber die Begegnungsstätte der Volkssolidarität, um Peter Birke zu treffen. Das Ehrenmitglied des Kreisbauernverbandes hatte schließlich viel über Lebensmittel zu berichten. Und vor allem die Anstrengungen, die hiesige Landwirte unternehmen, um diese qualitätsgerecht zu produzieren.

„Das Endprodukt ist ausschlaggebend“, betonte der 76-jährige Krostitzer und verglich konventionelle und Bio-Landwirtschaft, sprach eine gute Stunde lang über Düngung, Pflanzenschutz, die Unterschiede beim Bodenertrag östlich und westlich der Mulde, konnte aber viele Probleme nur anreißen, mit denen sich Tier- und Pflanzenproduzenten plagen. Er wolle dennoch „nicht jammern“. Alle örtlichen Betriebe würden stabil arbeiten. „Sehr ernst“ sei jedoch nach wie vor die Lage in der Tierproduktion. Gerade noch kostendeckend sei ein Drittel des Bestandes in Nordsachsen im Vergleich zur Nachwendezeit noch zu halten. 34 Cent Kosten für den Liter Milch, der für zehn Cent weniger weggeht, 25 Cent Verlust beim Kilo Schweinefleisch könnten neben den Erlösen beim Pflanzenbau nur mit Standbeinen wie Biogas, Photovoltaik oder die Wohnraumvermietung abgefangen werden. Verlässliche Rahmenbedingungen seien trotz Beihilfen von EU, Bund und Land durch die Politik für Landwirte langfristig nicht gegeben. Politik sei für ihn aber auch: „Das Export-Embargo nach Russland, so für Milch, wurde bis 30. Juni verlängert. Über China gelangen aber USA-Produkte dorthin“, gab der Landwirtschafts-Experte am Ende unter „was sonst noch bewegt“ zum Besten.

Birke gab den Staffelstab als Vorstandsvorsitzender des Kreisbauernverbandes – diese Funktion übte er seit 2005 aus – im Herbst an Tilo Bischoff weiter. Der 40-Jährige ist Chef der Agrargenossenschaft Hohenprießnitz.

Von Karin Rieck

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