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Alle in einem Boot - Kita Laußigzeigt sich multikulturell

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Laußig. Kurze Beine flitzen über das weiträumige Gelände der Diakonie-Kindertagesstätte "Albert Schweitzer" in Laußig. Die Jungen und Mädchen haben gerade Spielzeit an der frischen Luft.

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In der Diakonie-Kita Laußig spielen neuerdings Kinder aus verschiedenen Kulturen zusammen. Foto:Wolfgang Sens

Quelle: Wolfgang Sens

. Ihre Anoraks sind genauso bunt wie die Sprache, die sie sprechen. Von den 85 sind derzeit elf Kinder mit Migrationshintergrund in der Kita angemeldet. Mit ihren Familien waren sie auf der Flucht aus Georgien, Tschetschenien, Pakistan und dem Kosovo, und fanden schließlich in Laußig eine Übergangsheimat.

Die Kita-Leiterin Sina Weidler ist begeistert von der bunten Vielfalt, mit der sich die Kindereinrichtung gegenwärtig präsentiert. "Warum nicht schon im Kindergarten zur Offenheit anderen gegenüber erziehen? Ich finde es schön, dass hier jetzt verschiedene Kulturen aufeinandertreffen", sagt Weidler. Die neue Kulturvielfalt an der Kita in Laußig bietet allerdings nicht nur Chancen. Auch die Herausforderungen an die derzeit zehn beschäftigten Erzieherinnen sind gestiegen. Herausforderungen, denen sie sich in ihrer bisherigen Arbeit nie stellen mussten. Ein typisches Neuland stellt die Verständigung dar. In der Regel brächten die Familien nur sehr geringe bis keine deutschen Sprachkenntnisse mit, so Weidler. Englisch als alternatives Kommunikationsmittel sei auch keine Lösung, da es nur von sehr wenigen Erzieherinnen und Familien beherrscht wird. Die Kita-Leiterin zeigt sich unzufrieden, denn schon allein Tür-und-Angel-Gespräche über ein neues Päckchen frische Windeln oder Ausflugsgeld sind schwer möglich. "Wir kommen nicht an die Eltern ran, wenn wir uns nicht verständigen können, und ich möchte doch, dass sich die Familien willkommen fühlen", betont Weidler.

Der Blick auf die Sprachbarrieren zeigt: Die Erzieherinnen stehen am Anfang einer Erfahrungsreise. Die kulturellen Besonderheiten bilden die einzelnen Stationen, auf die sie stoßen und die sie entdecken. Das betrifft Fragen rund um religiöse Festtage, Bräuche oder auch Speisen. "Wir haben sieben Kinder, die aus religiösen Gründen kein Schweinefleisch essen. Den Speiseplan haben wir entsprechend anpassen lassen", erzählt Weidler. Neben Hackfleisch-Klopsen kommen neuerdings auch Hähnchen-Nuggets auf den Tisch und die Kartoffelsuppe gibt es fortan mit oder ohne Kassler-Fleisch. Mittlerweile treten die Erzieherinnen die Erfahrungsreise nicht mehr alleine an. Seit Ende vergangenen Jahres werden sie von zwei Flüchtlings-Sozialarbeitern begleitet. Sie unterstützen die Familien im Wesentlichen im Umgang mit Behörden.

Beide sind mit den Verständigungsproblemen gut vertraut. Da werde zum Teil mit Händen und Füßen kommuniziert, aber auch direkt ins Russische oder Englische gedolmetscht. "Es stellt für alle eine Herausforderung dar, aber nicht im negativen Sinne. Es sind keine unüberwindlichen Probleme", schätzt der Flüchtlings-Sozialarbeiter Stefan Krippendorf die Lage ein. Für ihn sind tatsächliche Herausforderungen anderer Natur: "Die Familien sind wegen drastischer Gründe in Deutschland. Sie kommen aus Krisengebieten. Der Umgang mit traumatisierten Kindern wird relativ wenig diskutiert. Ich habe meine Zweifel, dass die Kinder ihre Flüchtlingserfahrungen einfach spielerisch wegstecken." In wie fern die Flüchtlingskinder in der Kita in Laußig ihr Erlebtes auffangen, lässt sich schwer ermitteln. Laut Kita-Leiterin fühlen sich die Jungen und Mädchen relativ schnell in den Alltag ein und haben wenig Berührungsängste. "Die Kinder sind ein Schatz, und von dem, was sie mitbringen, können wir noch viel lernen."

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 20.02.2015
Victoria Graul

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