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Altes Amtshaus in Eilenburg: OBM Scheler auf Ideensuche

Burgberg Altes Amtshaus in Eilenburg: OBM Scheler auf Ideensuche

Wie geht es weiter mit dem Eilenburger Amtshaus? Seit mehr als 20 Jahren steht das historische Gebäude nach einem Brand mit einem Notdach auf dem Burgberg. Was soll damit passieren? Oberbürgermeister Ralf Scheler (parteilos) hat die Stadtratsfraktionen aufgerufen, Ideen zu entwickeln.

Das alte Amtshaus auf dem Burgberg ist zwar gesichert gegen Nässe von oben und Bergrutsch nach unten, aber seine Zukunft ist ungewiss.

Quelle: Heike Liesaus

Eilenburg. Was kann aus dem einstigen Amtsgericht werden, das seit mehr als 20 Jahren nur mit einem Notdach gesichert und ungenutzt auf dem Eilenburger Burgberg steht? Oberbürgermeister Ralf Scheler (parteilos) hat jetzt die Stadträte aufgerufen, in den Fraktionen Ideen zu entwickeln. Die könnten dann in die öffentliche Diskussion kommen.

Enormer Aufwand erwartet

Auf der einen Seite ist die Zeit reif, endlich dieses Projekt anzugehen: Der Boden, auf dem die Immobilie steht, ist gesichert. Mit Millionen-Aufwand wurden die Burgmauern stabilisiert. Nebenan ist das einstige Gefängnis zur „Heinzelberge“ geworden. Doch schon bei diesem kleineren Objekt war der Aufwand für die Stadt erheblich. Ein privater Pensions-Betreiber könnte die Sanierungskosten nicht erwirtschaften. Für die Stadt waren sie nur dank Fördermittel-Unterstützung zu stemmen. Und so ist der Pachtzins für die Betreiber nicht darauf ausgerichtet, die für die Stadt entstandenen Kosten zurückzuholen, „sondern dass uns kein weiterer Aufwand entsteht“, konstatiert Heiko Leihe, verantwortlich für Wirtschaftsförderung in der Stadt. Denn wirtschaftlicher Nutzen war nicht das Ziel: „Das Gebiet ist mit der Heinzelberge und dem Platz davor zu einer Attraktion geworden. Als die Umgestaltung des Gefängnis-Gebäudes startete, war alles noch Kraut und Rüben.“

Burgverein macht sich für Wiederaufbau stark

Jetzt ist nicht allein der Platz samt der Kunstobjekte und Sitzgelegenheiten gestaltet. Sogar der Kräutergarten ist Realität geworden. Eine Idee, die in den Reihen Burgverein bereits vor Jahrzehnten entstand. Der hatte sich 1994 wegen des vom Brand ruinierten Amtshauses gegründet, engagiert sich für dessen Wiederaufbau, für das Areal und seine Geschichte.

Andererseits auch die Frage zu klären: Behalten oder abgeben? Doch wenn jemand privat investiert, würde er sicher die Immobilie sowie Grund und Boden erwerben wollen. Das Amtshaus prägt die Stadtsilhouette, ist quasi das Wappengebäude Eilenburgs. „Bis zum Ende meiner Amtszeit möchte ich sowohl das Amtshaus als auch das ECW-Verwaltungsgebäude gerne unter Dach und Fach haben“, sagt der Oberbürgermeister. Es könnte alles auch ganz schnell gehen. Wenn der Richtige kommt, einer mit Geld und einem fantastischen Konzept. Und Interessenten sind durchaus immer wieder zur Besichtigung der Immobilie vor Ort. Selbst ein Amerikaner war da, der sich nach einem Domizil für eine Forschungseinrichtung umsah, die den Mitarbeitern mehr Inspiration vermittelt, als es das Umfeld eines Industriegebietes könnte. „Doch wahrscheinlich war das Grundstück dafür nicht geeignet“, vermutet Heiko Leihe. Jedenfalls gab es zuletzt keine Rückmeldung mehr. „Wir gehen davon aus, dass er kein Interesse mehr hat.“

Begehungen mit Interessenten

Es habe auch schon Begehungen mit Interessenten gegeben, die sich die Immobilie ansahen, um eventuell eigene Konzepte zu entwickeln. Abgesehen von der Diskussion im Stadtrat werde also weiterhin auch mit potenziellen Investoren gesprochen. Zuletzt wurde die Immobilie einem Interessenten vorgestellt, dessen Vorstellungen in die gastronomische Richtung gehen. Auch über eine Wohnungsnutzung wurde schon gesprochen, aber dann müsste es Abgrenzungen geben. Andererseits soll die öffentliche Zugänglichkeit ringsum erhalten bleiben. Auch das Schicksal des Mauerturms müsste entschieden werden. Er gehört zum Amtshaus. Die hölzerne Treppe, die den Zugang mehr als 15 Jahre lang möglich machte, war ein Provisorium, ist inzwischen marode und deshalb gesperrt. Ursprünglich war der Trum über das Amtsgebäude begehbar. „Fakt ist: Der Stadtrat wird sich sicher die Entscheidung nicht leicht machen. Wir können Grundlagen schaffen und eventuelle Angebote akquirieren“, erklärt Heiko Leihe.

Von Heike Liesaus

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Landkreis: Nordsachsen

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