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Altes Gefängnis: Archäologen bringen Schloss-Fundamente ans Licht

Altes Gefängnis: Archäologen bringen Schloss-Fundamente ans Licht

Baustart am alten Gefängnis auf dem Eilenburger Burgberg: Das soll in der Zukunft als Pension fungieren, aber nun wurde erst einmal etwas aus der Vergangenheit zu Tage gefördert.

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Die Grundmauern zeigen: An Stelle des alten Gefängnisses stand früher das Schloss. Die Reste sollen in den kommenden Tagen von Archäologen freigelegt, später aber wieder verfüllt werden.

Quelle: Wolfgang Sens

Eilenburg. Bei den Erdarbeiten auf dem Gelände kommen Mauern und Fundamente des alten Schlosses ans Licht. "Vom Baubetrieb, der momentan vor Ort ist, werden zusammen mit Mitarbeitern des Landesamtes für Archäologie die Mauern ab Montag weiter freigelegt und dokumentiert. Dann wird es in zirka vier Wochen nochmals eine Beratung dazu geben", sagt Petra Zimmermann, Leiterin des Bereiches Bau im Rathaus der Stadt. Vor allem gehe es darum, wie die Entwässerungsleitungen durch die historischen Gemäuer verlegt werden könnten. Das Ganze wird später abgedeckt. "Nur der grobe Schlossgrundriss wird im Pflaster zu sehen sein", erläutert Zimmermann.

Vorerst drehte sich in den vergangenen Tagen der Betonmischer auf der Freifläche, um Mörtel für Arbeiten im Inneren vorzubereiten. "Einerseits haben wir einige Türöffnungen zu verschließen, an anderen Stellen werden welche gebraucht", deutet Vorarbeiter Bernd Engemann von der Firma K+S Bau auf die Pläne und auf Christian Rother. Der Auszubildende im ersten Lehrjahr sammelt gerade Erfahrungen mit den Steinen im Klosterformat. Die zu vermauern, erfordert Geschick. Denn das historische Material, das direkt aus dem Haus stammt, ist nicht so glatt wie neues, das sich flott und exakt verarbeiten lässt.

Unterdessen machen sich Heinzelmännchen auf den Weg in Richtung Gefängnis. Jedenfalls in Gedanken derjenigen, die sich mit der Umsetzung des Städtewettbewerbs-Projektes "Ab in die Mitte" beschäftigten. Es wird überlegt, wie die Sagengestalten mit diesem Haus zu verknüpfen sind, erklärt Heiko Leihe, im Rathaus verantwortlich für Öffentlichkeitsarbeit. Als "Altes Gefängnis" sollte die Herberge jedenfalls nicht firmieren. "Das lässt in Richtung Erlebnis-Pension mit spezieller Ausstattung und Gittern an Fenstern denken. Irgendeine Verbindung zur Sage sollte es geben, ohne ins Kitschige abzudriften. Und der Pächter muss sich auch damit identifizieren."

Die Heinzelmännchen-Sage ist eng mit den Bewohnern des Schlosses verbunden. Das wurde im Dreißigjährigen Krieg beschädigt und verfiel. Auf den Resten wurde später das Gefängnis errichtet. Das Thema soll auch im Außenbereich sichtbar werden. Das müsse keine Skulptur sein. Eher etwas mit der entsprechenden Heimlichkeit. "Die Ideensuche läuft", so Leihe. Ein potenzieller Pächter sei bereits gefunden. Der Stadtausschuss beauftragte den Oberbürgermeister kürzlich, Vertragsverhandlungen zu führen. Geklärt werden muss, wie Räume für den Burgverein zu integrieren sind und wie das Objekt auszustatten ist. Zudem müsse im Blick behalten werden, das Projekt wirtschaftlich zu gestalten. Der Name des Bewerbers wird noch nicht bekanntgegeben. "Es ist jemand mit Know-how und aus der Region", deutet Leihe an. Der Umbau soll im Herbst 2015 beendet sein.

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 18.10.2014
Von Heike Liesaus

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