Volltextsuche über das Angebot:

24 ° / 13 ° wolkig

Navigation:
Google+ Instagram YouTube
Altes Holz und junge Bäume - nützliche Unordnung im Eilenburger Stadtwald

Altes Holz und junge Bäume - nützliche Unordnung im Eilenburger Stadtwald

Warum sieht der Wald jetzt immer so unaufgeräumt aus? Eine Frage, mit der sich ein Leser an die Redaktion wandte und die sich vielleicht auch der eine oder andere Weihnachts- oder Neujahrsspaziergänger bereits stellte.

Voriger Artikel
Geheimnisse der Nikolaikirche für den Unterricht
Nächster Artikel
Eilenburgs Unterwelt kann auch 2014 wieder erkundet werden

Lichtspiel: Die Wintersonne beleuchtet einen vergehenden Baumstamm im Eilenburger Bürgergarten. Totes Holz wird auch im Wald nicht unbedingt weggeräumt, sondern soll der Fauna Lebensraum bieten. Fotos: Heike Liesaus

Quelle: Heike Liesaus

Eilenburg. Aber nicht nur dafür war der Revierleiter des Forstbezirks Taura/Pfückuff, Mario Kralisch, der unter anderem auch für den Eilenburger Stadtwald verantwortlich ist, dieser Tage für die LVZ zu sprechen.

"Es stimmt, dass weniger herab- und umgefallenes Holz aus den Wäldern geborgen wird als früher. Doch im Wald aufzuräumen, ist unnütz. Im Gegenteil: Das, was an Schlagreisig aufgesammelt wird, kann der Wald nicht mehr nutzen. Es gibt viele Insekten, die im Totholz leben. Wir sind also bestrebt, es an Ort und Stelle zu belassen. Abgesehen davon hätten wir gar nicht das Geld, so aufzuräumen", erläutert der Revierleiter. Dass sich vor Jahrzehnten kaum Reisig auf dem Boden der Wälder fand, sei sicher auch der Not geschuldet gewesen. Die Menschen sammelten Brennholz. Zudem seien auch zu DDR-Zeiten noch mehr Monokulturen als heute angelegt worden. Und sicher komme der Eindruck der Unordnung auch deshalb zustande, weil die Pflanzen nicht mehr nur einer Art angehören, unterschiedlich groß sind und nicht in Reih und Glied stehen.

Gerade das Juni-Hochwasser habe dazu geführt, dass Baumstämme in den Auenwäldern und -wiesen landeten, die bewusst nicht weggeräumt werden. Allerdings sei auch viel Hausmüll angeschwommen, der beseitigt werden musste, erklärt Kralisch. "Unser großes Problem sind aber die Ausfälle bei neu gepflanzten Bäumen."

Zum Eilenburger Stadtwald gehören der Bürgergarten und der Lübbisch, die überschwemmt waren. "Bei den Eschen haben wir Totalausfall. Wir müssen uns eine neue Baumart als Ersatz suchen." Stieleichen und Flatterulmen, die zur sogenannten Hartlaubaue gehören, haben sich resistenter gezeigt. 5000 davon sollen nun die ausgefallenen Eschen ersetzen. Sie bilden festes Holz und sind besser zu nutzen als Pappeln und Weiden, die zur Weichlaubaue gehören und deren Holz weniger gefragt ist. Allerdings gehe es in den Auenwäldern Eilenburgs kaum um Gewinn, relativiert der 39-jährige Forstingenieur. Hier komme es vor allem darauf an, dass sich die Bewirtschaftung selbst trägt.

Zuerst seien nach dem Hochwasser kaputte Zäune rings um die Schonungen repariert und zum Teil völlig neu errichtet worden. Denn durch die Lücken konnte das Wild an die appetitlichen kleinen Bäume heran und richtete sogar noch zusätzliche Schäden an. Die neuen Setzlinge sollen nun im Frühjahr in den Boden kommen.

Der Eilenburger Stadtwald ist insgesamt zirka 270 Hektar groß. Der größte Teil des Besitzes ist jedoch rings um Battaune zu finden. Das ist historisch bedingt. Vor Jahrhunderten diente dieser Wald den Eilenburgern als Brenn- und Bauholzquelle.

Die stadtnahen Areale Lübbisch und Bürgergarten sind dagegen kleine, aber für den Forstingenieur sehr interessante Areale, weil hier die natürlichen Abläufe gut zu verfolgen sind, andererseits aber auch dafür gesorgt werden muss, den Baumbestand zu erhalten. Wofür dann wiederum mehr Kreativität nötig ist als in den anderen. Auenwälder dagegen gibt's in Deutschland nicht so viele. "Und gerade der Lübbisch ist noch sehr natürlich", so Kralisch.

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 06.01.2014
Heike Liesaus

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr aus Eilenburg
  • Zeitung in Schulen

    Herzlich willkommen bei den Schulprojekten der Leipziger Volkszeitung und ihrer Regionalausgaben. mehr

  • Geld für Vereine der Region
    Mikrologo Angestust

    Mit der Aktion „Angestupst“ unterstützen LVZ und Sparkasse Leipzig die Vereine der Region. Die nächste Runde läuft - jetzt mitmachen und bewerben! mehr

  • LVZ-Sommerkino im Scheibenholz
    LVZ Sommerkino im Scheibenholz: Alle Infos zu Filmen, Ticketverkauf und dem Rahmenprogramm.

    Das LVZ-Sommerkino lud wieder zu unterhaltsamen Filmabenden ins Scheibenholz ein. Sehen Sie hier einen Rückblick in Fotos und Geschichten. mehr

  • LVZ-Fahrradfest 2017
    Logo LVZ-Fahrradfest

    Das 13. LVZ-Fahrradfest lud am 14. Mai 2017 wieder Radler ein, gemeinsam in die Pedalen zu treten. Fotos, Videos und Infos finden Sie in unserem Sp... mehr

Blättern Sie in der prall gefüllten Veranstaltungsbeilage und entdecken Sie die Termine aus den Städten und Gemeinden. mehr

Fußball in Nordsachsen
  • Fußball in Nordsachsen
  • Jahrtausendflut 2002

    Entlang von Mulde, Elbe und Pleite brach im August 2002 eine verheerende Flutkatastrophe herein. Die LVZ zeigt eine Bestandsaufnahme. mehr

  • Schau! Das Leipziger Museumsportal
    Schau! Das Leipziger Museumsportal

    Alle Informationen zu den Museen in Leipzig, ihren Ausstellungen und Events auf einen Blick im Special der LVZ. mehr

  • Sparkassen Challenge
    Logomotiv der Sparkassen Challenge 2017

    "Sport frei!" heißt es auch 2017 bei zahlreichen Wettkämpfen der Sparkassen-Challenge. Alle Events mit vielen Fotos finden Sie hier! mehr

  • Gutes von hier

    Das regionale Schaufenster mit Produkten und Dienstleistungen aus dem Leipziger Raum - von traditionell bis innovativ. Gutes von hier eben! mehr