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Altes Holz und junge Bäume - nützliche Unordnung im Eilenburger Stadtwald

Altes Holz und junge Bäume - nützliche Unordnung im Eilenburger Stadtwald

Warum sieht der Wald jetzt immer so unaufgeräumt aus? Eine Frage, mit der sich ein Leser an die Redaktion wandte und die sich vielleicht auch der eine oder andere Weihnachts- oder Neujahrsspaziergänger bereits stellte.

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Lichtspiel: Die Wintersonne beleuchtet einen vergehenden Baumstamm im Eilenburger Bürgergarten. Totes Holz wird auch im Wald nicht unbedingt weggeräumt, sondern soll der Fauna Lebensraum bieten. Fotos: Heike Liesaus

Quelle: Heike Liesaus

Eilenburg. Aber nicht nur dafür war der Revierleiter des Forstbezirks Taura/Pfückuff, Mario Kralisch, der unter anderem auch für den Eilenburger Stadtwald verantwortlich ist, dieser Tage für die LVZ zu sprechen.

"Es stimmt, dass weniger herab- und umgefallenes Holz aus den Wäldern geborgen wird als früher. Doch im Wald aufzuräumen, ist unnütz. Im Gegenteil: Das, was an Schlagreisig aufgesammelt wird, kann der Wald nicht mehr nutzen. Es gibt viele Insekten, die im Totholz leben. Wir sind also bestrebt, es an Ort und Stelle zu belassen. Abgesehen davon hätten wir gar nicht das Geld, so aufzuräumen", erläutert der Revierleiter. Dass sich vor Jahrzehnten kaum Reisig auf dem Boden der Wälder fand, sei sicher auch der Not geschuldet gewesen. Die Menschen sammelten Brennholz. Zudem seien auch zu DDR-Zeiten noch mehr Monokulturen als heute angelegt worden. Und sicher komme der Eindruck der Unordnung auch deshalb zustande, weil die Pflanzen nicht mehr nur einer Art angehören, unterschiedlich groß sind und nicht in Reih und Glied stehen.

Gerade das Juni-Hochwasser habe dazu geführt, dass Baumstämme in den Auenwäldern und -wiesen landeten, die bewusst nicht weggeräumt werden. Allerdings sei auch viel Hausmüll angeschwommen, der beseitigt werden musste, erklärt Kralisch. "Unser großes Problem sind aber die Ausfälle bei neu gepflanzten Bäumen."

Zum Eilenburger Stadtwald gehören der Bürgergarten und der Lübbisch, die überschwemmt waren. "Bei den Eschen haben wir Totalausfall. Wir müssen uns eine neue Baumart als Ersatz suchen." Stieleichen und Flatterulmen, die zur sogenannten Hartlaubaue gehören, haben sich resistenter gezeigt. 5000 davon sollen nun die ausgefallenen Eschen ersetzen. Sie bilden festes Holz und sind besser zu nutzen als Pappeln und Weiden, die zur Weichlaubaue gehören und deren Holz weniger gefragt ist. Allerdings gehe es in den Auenwäldern Eilenburgs kaum um Gewinn, relativiert der 39-jährige Forstingenieur. Hier komme es vor allem darauf an, dass sich die Bewirtschaftung selbst trägt.

Zuerst seien nach dem Hochwasser kaputte Zäune rings um die Schonungen repariert und zum Teil völlig neu errichtet worden. Denn durch die Lücken konnte das Wild an die appetitlichen kleinen Bäume heran und richtete sogar noch zusätzliche Schäden an. Die neuen Setzlinge sollen nun im Frühjahr in den Boden kommen.

Der Eilenburger Stadtwald ist insgesamt zirka 270 Hektar groß. Der größte Teil des Besitzes ist jedoch rings um Battaune zu finden. Das ist historisch bedingt. Vor Jahrhunderten diente dieser Wald den Eilenburgern als Brenn- und Bauholzquelle.

Die stadtnahen Areale Lübbisch und Bürgergarten sind dagegen kleine, aber für den Forstingenieur sehr interessante Areale, weil hier die natürlichen Abläufe gut zu verfolgen sind, andererseits aber auch dafür gesorgt werden muss, den Baumbestand zu erhalten. Wofür dann wiederum mehr Kreativität nötig ist als in den anderen. Auenwälder dagegen gibt's in Deutschland nicht so viele. "Und gerade der Lübbisch ist noch sehr natürlich", so Kralisch.

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 06.01.2014
Heike Liesaus

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