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Eilenburg Amtsgericht Eilenburg: Haftstrafe für Wodka-Dieb
Region Eilenburg Amtsgericht Eilenburg: Haftstrafe für Wodka-Dieb
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08:02 25.08.2017
Das Amtsgericht in Eilenburg. Quelle: Wolfgang Sens
Eilenburg

Peter S. (Name geändert) sitzt derzeit eine Strafe in der Justizvollzugsanstalt (JVA) Halle ab. Seit Anfang Juli, für drei Monate. Jetzt wird sich sein dortiger Aufenthalt auf jeden Fall verlängern, denn er musste erneut vor dem Eilenburger Amtsgericht erscheinen, in Fesseln und in Begleitung von drei Justizbeamten. Und wieder bekam er eine Freiheitsstrafe aufgebrummt. Diesmal waren es vier Monate. Daraus wurde dann eine Gesamtstrafe von fünf Monaten. Weihnachten könnte er also wieder in Freiheit sein – wenn der 32-Jährige nicht wieder in alte Gewohnheiten verfällt. Was leider in der Vergangenheit oft der Fall war, so dass er sich von Amtsrichterin Carmen Grell vorwerfen lassen musste, „dass diese Gefahr weiterhin besteht“.

Vier Flaschen Wodka

Peter S. sammelte Vorstrafen wie andere Briefmarken. 19 Einträge sind mittlerweile zusammengekommen. Der 20. kommt jetzt mit dem Urteil wegen Diebstahls in Tateinheit mit Hausfriedensbruch hinzu. Im Januar dieses Jahres hatte er den Supermarkt Kaufland in der Sachsenstraße in Delitzsch betreten, die Spirituosenabteilung aufgesucht und vier Flaschen Wodka im Gesamtwert von 51,16 Euro in seinen Rucksack gesteckt. Das war dem aufmerksamen Markt-Detektiv nicht entgangen, schließlich kennt er mittlerweile seine Pappenheimer, weiß, wie sie vorgehen. „Den Rucksack hat er immer dabei“, sagte der als Zeuge geladene Detektiv. Den Angeklagten Peter S. hatte er bereits mehrfach erwischt. Letztmalig war das im September vergangenen Jahres. Auch da hatte er versucht, Schnaps mitgehen zu lassen. Einen Unterschied gab es allerdings. Einmal wollte er den Alkohol behalten, im Januar aber „verticken“, um Geld für Drogen zu haben. Denn Peter S. hat ein Problem mit Betäubungsmitteln. An eine Therapie hat er, wie er sich gegenüber der Richterin äußerte, zwar gedacht, aber angefangen hat er noch keine. Zeit hätte er nun aber in der JVA reichlich.

Zu viele Hausverbote in Bitterfeld

Warum sich Peter S., der in der Nähe von Bitterfeld wohnt, Delitzsch für seine Diebestouren aussuchte, wollte die Richterin wissen. „Bitterfeld geht auch, aber da kann ich nicht mehr hin, zu viele Hausverbote“, räumte er ein. Ein aktuelles Hausverbot bestand allerdings ebenso für den Kaufland-Markt. Auch dagegen hatte er bewusst verstoßen.

Staatsanwältin Franziska Goldbeck klagte ihn auch deshalb an. Sie beantragte, den Angeklagten insgesamt für fünf Monate und zwei Wochen ohne Bewährung die Freiheit zu nehmen. „Es ist keine positive Prognose zu erwarten“, schätzte sie ein. Erschwerend wertete sie die schnelle Folge der Straftaten nach einer erfolgten Verurteilung und die hohe Zahl einschlägiger Vorstrafen.

Für Amtsrichterin Grell war der Fall ebenso klar. Die zwei Tatbestände wurden vom Angeklagten eingeräumt. Eine Verurteilung mit einer Geldstrafe kam für sie aber nicht infrage. Die weiter zu erwartende Beschaffungskriminalität sah die Richterin als einen Grund an, warum eine Bewährung nicht gegeben war.

Das Urteil – eine Freiheitsstrafe von fünf Monaten – wurde sofort im Gerichtssaal rechtskräftig, weil der Angeklagte wie auch die Staatsanwaltschaft auf Rechtsmittel verzichteten.

Von Ditmar Wohlgemuth

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