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Eilenburg An der Mulde bei Gruna werden bis zu 16 Meter lange Spundwände in den Deich gerammt
Region Eilenburg An der Mulde bei Gruna werden bis zu 16 Meter lange Spundwände in den Deich gerammt
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09:46 29.11.2016
Tino Schönfelder von der Firma Heinz Lange misst genau nach, damit auch die nächste Spundwand an der richtigen Stelle gerammt wird. Die Landestalsperrenverwaltung Rötha lässt derzeit nördlich und südlich von Gruna den Deich auf acht Kilometern komplett mit Spundwänden sichern. Quelle: Ilka Fischer
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Gruna

Das Muldedörfchen Gruna gleicht derzeit einer einzigen Baustelle. Nicht nur, dass am Feuerwehrgerätehaus gewerkelt wird. Die Landestalsperrenverwaltung (LTV) Rötha hat mit der etwa zehn Millionen Euro teuren Instandsetzung des Deiches zwischen Laußig über Gruna bis nach Mörtitz begonnen. Derzeit arbeiten sich die Bauleute von Gruna aus sowohl nach Norden als auch nach Süden vor. „Den insgesamt acht Kilometer langen Deich wollen wir bis Ende 2017 komplett mit Spundwänden stabilisiert haben“, berichtet Stefan Hain, der das Projekt für die LTV vor Ort betreut.

Ein Vorhaben, zwei Firmen, vier Bauabschnitte

Das Vorhaben selbst wird in vier Bauabschnitten umgesetzt. Einer umfasst den nördlichsten Bereich zwischen Laußig und Gruna (1. Bauabschnitt), die Bauabschnitte zwei bis vier schließen sich südlich von Gruna in Richtung Mörtitz an.

Obwohl die LTV das Mammutprojekt bewusst in vier Baulose unterteilt hat, kommen jetzt doch nur zwei Firmen zum Zuge. Mit den Firmen Reinhold Meister Wasserbau GmbH und V&C Metzner GmbH hat eine sächsische Bietergemeinschaft den Zuschlag für die nördlichen Bauabschnitte 1 und 2 bekommen. Für die Bauabschnitte 3 und 4 gab mit der Firma Heinz Lange ebenfalls eine sächsische Firma das jeweils beste Angebot ab.

An zwei Stellen wird derzeit gleichzeitig gearbeitet

Beide Firmen wirbeln bereits vor Ort. Heinz Lange hat im 3. Bauabschnitt inzwischen bereits gut 600 Meter Spundwand in den Muldedeich gerammt. Jede der Doppelbohlen misst 1,40 Meter in der Breite und wiegt zwischen 2,5 und 2,8 Tonnen. „Diese Angaben“, so Stefan Hain, „beziehen sich auf die 10 bis 11,50 Meter langen Spundwände, die derzeit gerammt werden.“ Für den Deich kämen je nach Topografie des Geländes aber auch 6,5 bis 15 Meter lange Spundwände zum Einsatz.

Sie alle werden in der Deichtrasse, die zuvor mit engmaschigen Bohrungen auf Kampfmittelbestände untersucht wird, bis 20 Zentimeter unter das Niveau der späteren Deichkrone in die Erde gerammt.

Holz stört mehr als Steine

Polier Günter Hiller: „Die erste Stecke kamen wir ohne Vorbohrungen aus. Doch das ist jetzt gerade anders.“ Insbesondere Holz, wie gerade erst eine Mooreiche, stelle schon eine echte Herausforderung dar. „Holz kann dabei sogar störender als Steine sein“, hat Günter Hiller festgestellt. Prinzipiell wisse man vorher nie, wie es läuft. „Manchmal dauert das Rammen nur drei Minuten, mitunter brauchen wir für eine Spundbohle aber auch eine halbe Stunde.“

Im 1. Bauabschnitt zwischen Laußig und Gruna stecken inzwischen ebenfalls 400 Meter Spundwand im Boden. Da der Deich hier teilweise dicht an der Straße verläuft und damit von der Rammtechnik blockiert wird, muss hier zusätzlich eine rund 300 Meter lange Umfahrung (Baustraße) errichtet werden. „Bis Frühjahr 2017“, ist Stefan Hain optimistisch, „dürften aber beide derzeitigen Baustellen Geschichte sein, die Bauabschnitte 2 und 4 folgen dann.“

Ein komplizierter Schluss

Etwas komplizierter wird zum Schluss der Deichbau direkt bei Mörtitz, der sich wohl bis ins Jahr 2018 hineinziehen wird. 2002 waren hier als erste Deichbruchsicherung Betonelemente reingekippt worden. Diese gilt es nun ebenso wie eine alte Rohrleitung mit einem Durchmesser von einem Meter zu entfernen, ehe auch hier der Deich mit Spundwänden gesichert werden kann. Mit der Fertigstellung des Deiches sind die Anlieger dann zumindest wieder vor einem Hochwasser, wie es statistisch alle 25 Jahre auftritt, geschützt. Der Deich ist so konzipiert, dass er bei einem größeren Hochwasser zwar überströmt wird, aber standhaft bleibt. Der Ringdeich Gruna, der die 175-Einwohner zählende Ortschaft dann vor einem 100-jährigen Hochwasser schützt, lässt aber weiter auf sich warten. Dieser, so heißt es seitens der LTV, könne frühestens 2018 in Angriff genommen werden.

Von Ilka Fischer

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